Liquiditätsfaktoren, autonome

Sämtliche nicht auf die Verwendung finanzpolitischer Instrumente zurückzuführende Einwirkungen bei der Europäischen Zentralbank (EZB) werden als autonome Liquiditätsfaktoren bezeichnet.

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Mehrere variable Größen beeinflussen dabei die Liquidität des Bankensystems. Diese sind zum Einen der Bargeldumlauf, also die vom Eurosystem ausgegebenen Banknoten sowie die vom Eurosystem und den Zentralstaaten ausgegebenen Münzen, die sich in der Zirkulation befinden. Nicht dazu gehören diejenigen Geldmengen, die im Bestand der Banken oder der Zentralbank sind.

Zu den autonomen Liquiditätsfaktoren zählen zum Anderen auch die bei der Zentralbank vorhandenen Einlagen der öffentlichen Haushalte. Das sind sämtliche Geldbeträge, die von Bund, Ländern und Gemeinden gegen Zinsvergütung auf Sicht- und Terminkonten hinterlegt wurden.

Des Weiteren spielt die von den Banken bei der Europäischen Zentralbank hinterlegte Mindestreservemenge eine wichtige Rolle. Die Banken unterliegen der Pflicht derartige Rücklagen zu halten. Die Höhe des Mindestreservesolls eines Instituts wird dadurch festgestellt, dass deren reservepflichtigen Bilanzpositionen mit den entsprechenden von der Europäischen Zentralbank festgelegten Reservesätzen multipliziert werden. Daneben wird noch das übrige dort vorhandene Bankenguthaben berücksichtigt.

Letztlich finden auch die Nettofremdwährungspositionen des Eurosystems hier große Beachtung. Das sind alle, aus dem übrigen Eurowährungsgebiet stammende, Devisenmengen.

Diese autonomen Liquiditätsfaktoren dienen neben den geldpolitischen Geschäften des Eurosystems der Feststellung der Liquidität des Bankensystems durch die Europäische Zentralbank.

 
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