Mobile Payment per Karte

Mobile Payment steht für mobiles Bezahlen und ist nicht nur per Smartphone und App möglich. Auch mit Ihrer Bankkarte können Sie kontaktlos bezahlen. Was Sie alles über den neusten Trend wissen sollten, erfahren Sie hier.

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Mobile Payment per Karte: Kontaktloses Bezahlen

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Mobile Payment mit Karten wird auch kontaktloses Bezahlen genannt. Im Englischen spricht man von Contactless Payment. Der Begriff Mobile Payment wird ebenso beim Bezahlen mit Smartphone oder anderen mobilen Geräten verwendet. Im Folgenden Text soll es vor allem um Mobile Payment per Bankkarte gehen.

Verfahren

An der Kasse sollten Sie dem Mitarbeiter bzw. der Mitarbeiterin sagen, dass Sie kontaktlos per Karte zahlen wollen. Teilweise reicht es auch aus, ihnen zu sagen, dass Sie per girocard oder Kreditkarte bezahlen möchten. Das Kontaktlos-Verfahren ist bei den Kunden noch nicht allzu weit verbreitet. Auch einige Kassierer/-innen wissen noch nichts mit Mobile Payment per Karte anzufangen. Lassen Sie sich entweder von einem anderen Kollegen helfen oder fragen Sie am besten nach dem oder der Vorgesetzten. Letztere können Ihnen bestimmt weiterhelfen.

Wo Sie kontaktlos bezahlen können, erkennen Sie in der Regel an der Kasse. Dort finden Sie je nach Händler eines oder mehrere der folgenden Logos:

  • Kontaktlos-Logo (Wlan-artiges Wellen-Logo)
  • PayPass von Mastercard
  • payWave von Visa
  • American Express
  • girogo von den Sparkassen (siehe unten)

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Abgesehen von diesen Logos sollten Sie darauf achten, ob der Händler Ihrer Wahl überhaupt Kreditkarten akzeptiert, wenn Sie damit zahlen wollen. Erst nachdem im Jahr 2015 die Händlergebühren für Kreditkarten gesenkt wurden, akzeptieren immer mehr Unternehmen Mastercard und Co. Vor allem mittelgroße und kleine Händler nehmen keine Kreditkarten an. Stattdessen können Sie "nur" mit einer Debitkarte (Maestro von Mastercard, payWave von Visa oder girocard) oder mit Bargeld bezahlen.

Laut eigener Webseite stattet American Express (Amex) die meisten Karten mit der Kontaktlos-Technologie aus. Sollten Sie eine Amex-Kreditkarte besitzen, schauen Sie auf die Rückseite der Karte. Dort müssten Sie das Kontaktlos-Symbol mit den drei Wellen sehen. Alle Neukunden erhalten eine NFC-fähige Kreditkarte. Läuft Ihre Karte ab, erhalten Sie automatisch eine neue mit der Kontaktlos-Funktion.

Sie können sich aber bereits vor Ihrem Einkauf informieren, wo Sie kontaktlos bezahlen können – eine Liste dazu finden Sie weiter unten.

Der eigentliche Einsatz: Sie müssen Ihre Bankkarte nicht mehr in das Bezahlterminal stecken, sondern halten sie nur noch an das Terminal. Daher kommt auch die Bezeichnung: kontaktlos bezahlen. Der Abstand sollte maximal 10 Zentimeter betragen. Einige Anbieter sprechen von nur 5 Zentimetern oder weniger. Der Bezahlvorgang dauert rund 1 Sekunde. Danach sollte das Terminal eine akustische oder optische Bestätigung für Ihren Kauf ausgeben. Ein weiterer Vorteil dabei: Sie müssen Ihre Bankkarte nicht mehr aus der Hand geben.

Kontaktloses Bezahlen per Karte funktioniert nicht nur ähnlich wie Mobile Payment per Smartphone. In der Regel ist in der mobilen E-Wallet im Handy sowieso eine Kreditkarte oder eine andere Bankkarte hinterlegt, welche bei einem Kauf belastet wird. Neben der selben Karte wird bei beiden Verfahren meist auf die NFC-Technologie (siehe unten) gesetzt.

Das Bezahlen per Smartphone könnte allerdings etwas länger dauern. Teilweise müssen Sie Ihr Smartphone erst entsperren, die App suchen, sie öffnen, ein Passwort eingeben und unter Umständen noch weitere Aktionen ausführen. Beim kontaktlosen Bezahlen per Karte müssen Sie in der Regel nur die Karte nah an das Terminal halten. Weitere Schritte sind meist nicht nötig. Auf einem Smartphone sehen Sie dagegen häufig all Ihre Umsätze. Dieser Service ist bei einer Karte nicht möglich.

NFC-Technologie

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Hinter dem kontaktlosen Bezahlen per Karte steckt in der Regel NFC. Dieses Akronym steht für Near Field Communication und bedeutet Nahfeldkommunikation. Sie können mit diesem internationalen Übertragungsstandard verschlüsselte Daten über eine kurze Distanz zwischen zwei Geräten austauschen. NFC funktioniert ähnlich wie RFID – beide Lösungen basieren auf Funkwellen. Dabei werden zum Beispiel Daten zwischen einer Bankkarte und einem Bezahlterminal ausgetauscht. Ein NFC-Chip kann aber auch in anderen Geräten vorkommen, zum Beispiel in Smartphones, Smartwatches, Tablets usw. Grundsätzlich benötigt ein solcher Chip aber keinen Strom, wie der Einsatz in Bankkarten mit Bezahlfunktion zeigt. Die Datenübertragungsrate liegt bei maximal 424 kBit/s.

Damit können Sie auch Inhalte wie Links oder Bilder übertragen. Sie können die Technologie auch als elektronische Eintrittskarte, Business-Karte, Fahrausweis oder Schlüsselersatz nutzen. Obwohl NFC in vielen modernen Smartphones und Bankkarten verbaut ist, ist die regelmäßige Nutzung im Alltag noch eine Nische. Ein Grund: Viele Anbieter entwickeln Insellösungen, welche nur auf die eigenen Kunden zugeschnitten ist. Dieser Kritikpunkt trifft aber vor allem auf Mobile Payment per Smartphone zu.

Für das kontaktlose Bezahlen benötigen Sie grundsätzlich eine NFC-fähige Bankkarte. Viele moderne Kreditkarten bieten diese Funktion an. Auch die Banken und Sparkassen stellen ihre Debitkarten nach und nach um. Wenn Sie die oben beschriebenen Logos nicht auf Ihrer Bankkarte finden, fragen Sie einfach bei Ihrem Kreditinstitut nach. Sie könnten sich zum Beispiel eine neue NFC-fähige Karte ausstellen lassen – spätestens wenn Ihre alte Karte nicht mehr gültig ist.

NFC unterscheidet sich von anderen drahtlosen Technologien in verschiedenen Punkten. Bei der Nahfeldkommunikation müssen Sie die Geräte wie beschrieben nah aneinanderhalten – ähnlich wie bei RFID (radio-frequency identification). Eine größere Reichweite bieten dagegen Wlan und Bluetooth mit jeweils rund 100 Metern. RFID kommt auf 3 Meter und ist dagegen als einzige dieser hier verglichenen Technologien nicht für Kommunikation in beide Richtungen konzipiert. RFID-Tags können nur Informationen senden, aber nicht empfangen. NFC, Wlan und Bluetooth basieren dagegen auf einer Zwei-Wege-Kommunikation.


Akzeptanzstellen

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Die folgenden Händler in Deutschland akzeptieren kontaktlose Zahlungen (Stand: 08/2016):

  • Media Markt
  • Saturn
  • Lidl
  • Rewe
  • Aldi Nord
  • Aldi Süd
  • Karstadt
  • Aral
  • Kaufland
  • Ernsting’s family

sowie einige Filialen von (vor allem in Berlin – siehe unten):

  • Edeka
  • Galeria Kaufhof
  • Obi
  • Rossmann
  • Deichmann
  • Hornbach
  • Kaiser’s
  • Real
  • Penny
  • Temma
  • Toom
  • Oh Angie
  • Esso
  • Le Buffet
  • star
  • Charles Vögele
  • Douglas
  • Dussmann
  • Nanu-Nana
  • Ocelot

Diese Liste fasst eine Auswahl an großen Händlern in Deutschland zusammen. Sie ist nicht vollständig, da das System der NFC-Zahlungen stetig wächst. GS1 Germany hatte 2015 das Projekt "NFC City Berlin" in der Bundeshauptstadt gestartet. In diesem Rahmen haben Galeria Kaufhof, Kaiser’s, Obi, Real, Penny, Rewe, Temma und Oh Angie NFC-Zahlungen akzeptiert. Am 30. April 2016 wurde das Projekt offiziell wieder beendet. Die teilnehmenden Händler akzeptieren trotzdem weiterhin NFC-Zahlungen.

Besitzen Sie eine Kreditkarte von American Express, können Sie bei den folgenden Akzeptanzstellen in Deutschland kontaktlos bezahlen (Stand: 08/2016):

  • AppelrathCüpper
  • Aral
  • Burger King
  • Christ
  • Douglas
  • Euromaster
  • Expert
  • GO
  • Hussel
  • Intersport Voswinkel
  • KaDeWe
  • Karstadt
  • OIL!
  • playmobil
  • Sprint
  • star
  • Thalia
  • Vapiano

payWave von Visa wird bei den folgenden Stellen akzeptiert:

  • Aldi Nord
  • ALEX
  • AppelrathCüpper Modehäuser
  • Aral
  • CHRIST
  • DINEA
  • Douglas
  • GALERIA Kaufhof
  • HIT Supermärkte
  • HUSSEL Confiserien
  • Kaiser’s Tengelmann
  • Kamps Backstuben
  • Karstadt Warenhäuser/Karstadt sports
  • Kaufland
  • LeBuffet Restaurants
  • Markant Tankstellen
  • pitstop
  • Relay Zeitschriften
  • Shell
  • Sportarena
  • star Tankstellen
  • Starbucks
  • Thalia
  • Westfalen Tankstellen

Um Akzeptanzstellen in Ihrer Nähe zu finden, stellt Mastercard Ihnen den sogenannten "Kontaktlos Locator" zur Verfügung. Diesen finden Sie auf der Webseite mastercard.de. Das Suchtool finden Sie auch als iOS-, Android- und Windows Phone-App unter dem Namen "Mastercard Nearby".

Laut Visa müssen bis 2020 alle Kassenterminals in Europa kontaktloses Bezahlen per Karte und Smartphone akzeptieren. In Deutschland gibt es mehr als 60.000 Terminals, die Ihnen kontaktlosen Bezahlens ermöglichen. Die Unternehmensberatung Accenture geht sogar von 150.000 Stück aus. Darunter sind neben den großen Unternehmen auch viele kleine und mittelgroße Firmen, die NFC-Zahlungen akzeptieren. In Europa sind es sogar 2,9 Millionen kontaktlose Visa-Terminals (Stand: 09/2016).

Herausgebende Banken

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Die folgende Auswahl an Banken geben Karten mit kontaktloser Bezahlfunktion aus (Stand: 09/2016):

  • Commerzbank
  • Deutsche Bank
  • Deutsche Kreditbank
  • Hanseatic Bank
  • HypoVereinsbank
  • TARGOBANK
  • Wirecard
  • netbank
  • Fidor Bank
  • norisbank
  • Consorsbank
  • ING DiBa
  • American Express

Mastercard und Visa geben selbst keine Karten aus. Daher arbeiten sie mit Banken und Sparkassen zusammen. Die Deutsche Kreditwirtschaft wiederum hat mit girogo ihre eigene Kontaktlos-Bezahlfunktion etabliert. Das System funktioniert auf Prepaid-Basis. Das heißt, dass Sie den Chip vor dem Bezahlen erst mit Geld aufladen müssen. Sie können maximal 200 Euro pro Karte laden. Bei Kreditkarten entfällt dieser Mehraufwand dagegen. Eigenen Angaben zufolge sind rund 45 Millionen Karten in Deutschland mit dieser Funktion im Umlauf. Das Problem für Sie als Kunde: nur weil Händler NFC-fähige Kassenterminals einsetzen und kontaktlose Zahlungen annehmen, müssen sie nicht auch girogo akzeptieren.

Sicherheit

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Potenzielle Diebe müssen theoretisch sehr dicht an Ihre NFC-fähige Karte gelangen, um an Ihre Daten zu gelangen oder sogar Geld zu entwenden. Bei Beträgen unter 25 Euro funktioniert die Abbuchung ohne PIN oder Unterschrift. Kriminelle können aber auch größere und damit leistungsstärkere Antennen verwenden. Damit müssen sie sich nicht mehr bis auf wenige Zentimeter nähern. Bei Visa können Sie außerdem nur eine gewisse Anzahl an Transaktionen durchführen – ein weiterer Sicherheitsmechanismus.

Haben Sie mehrere NFC-fähige Karten in Ihrer Geldbörse, kann es zu Problemen kommen. Denn halten Sie das gesamte Portemonnaie an das Lesegerät, wird die Zahlung zurückgewiesen. Damit könnten es auch Kriminelle schwerer haben. Inzwischen sind nicht nur girocards und Kreditkarten NFC-fähig, sondern in der Regel auch Personalausweise, Fahrkarten und Studentenausweise.

Sollten Sie Opfer von Dieben geworden sein, sollten Sie Ihre entwendeten Karten schnellstmöglich sperren. Laut Visa erstatten Ihnen die Kreditinstitute in der Regel unberechtigt abgebuchte Beträge. Sie sollten aber niemals unvorsichtig bzw. fahrlässig mit Ihrer Geldbörse umgehen, sonst kommt die Bank oder Sparkasse nicht für den Schaden auf. Bargeld wird meist sowieso nicht erstattet.

Einige Anbieter verlangen aus Sicherheitsgründen, dass Sie regelmäßig Ihre Karte in ein Terminal stecken und den Betrag mit PIN oder Unterschrift bestätigen. Damit soll Dieben die Nutzung der gestohlenen Karte erschwert werden. Deaktivieren können Sie den NFC-Chip in Ihrer Girokarte bei einigen Banken, bei Kreditkarten geht dies nicht. 

Auch eine zufällige Abbuchung von Ihrer NFC-fähigen Karte ist nicht möglich, wenn Sie die Karte an das Terminal halten. Die Mitarbeiter müssen das kontaktlose Bezahlen in der Regel erst freigeben. Im Jahr 2013 hat die Stiftung Warentest die Frage, ob kontaktloses Bezahlen denn überhaupt sicher ist, geantwortet: "Es ist vergleichbar sicher wie herkömmliches Bezahlen per Kreditkarte." Daten können zwar grundsätzlich ausgelesen werden, aber in der Regel "nur" die Kartennummer, das Ablaufdatum und ein zufälliger Sicherheitscode. Beim Online-Shopping können Diebe damit nicht viel anfangen, da ihnen meist die Prüfziffer (CVC) fehlt.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • schneller als bisherige Kartenzahlung bzw. Bargeld
  • schneller als Mobile Payment per Smartphone
  • Warteschlangen werden reduziert
  • hygienischer als bisherige Karten- bzw. Barzahlung
  • sicherer: Karte bleibt in Ihrer Hand
  • keine PIN/Unterschrift nötig bei Beträgen unter 25 Euro
  • PIN/Unterschrift werden regelmäßig verlangt
  • ohne weitere Soft- und Hardware nutzbar
  • NFC-Karten dienen auch als Eintrittskarte, Business-Karten usw.
  • NFC verbreitet sich stetig, u.a. auch in Fahrkarten und Studentenausweisen
  • bis 2020 müssen alle Kassenterminals in Europa kontaktloses Bezahlen akzeptieren

Nachteile

  • weitere Angriffsfläche für potenzielle Diebe
  • kontaktloser Diebstahl ist möglich
  • Daten sind leicht auslesbar
  • keine Umsatzübersicht wie beim Mobile Payment per Smartphone
  • Kontaktlos-Funktion von Girokarten kann eventuell kann abgeschaltet werden, bei Kreditkarten allerdings nicht
  • andere NFC-Karten in der Geldbörse können den Bezahlvorgang stören
  • bei girogo müssen Sie den Chip aufladen
  • Kassierer/-innen teils ahnungslos
  • Mobile Payment und Kreditkarten sind nicht überall im Handel möglich
  • nicht alle Bezahlkarten sind NFC-fähig
Bildquellen:

girogo-Bilder: girogo.de
Mastercard-Bilder: mastercard.com
Visa-Bilder: visa.de
Deutsche Bank-Bild: db.com

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