girocard

Nein, wir haben uns nicht geirrt. Der Begriff „girocard“ wird tatsächlich komplett in Kleinbuchstaben geschrieben, wenn er auch oft mit einem großen „G“ (Girocard) zu sehen ist. Eine andere Bezeichnung ist Girokarte oder ec-Karte, wobei EC (Electronic Cash) bereits seit 2007 von girocard abgelöst wurde, was allerdings vielen auch heute noch nicht bewusst ist. Die Deutsche Kreditwirtschaft (ehemals der Zentrale Kreditausschuss) hat die neue Begrifflichkeit und das Logo eingeführt.

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Was ist girocard?

girocard-grossHinter girocard steht das nationale Debitkartensystem der Deutschen Kreditwirtschaft, welches Electronic Cash sowie das Geldautomatensystem in einer Karte vereint. Das heißt mit einer girocard können Sie bundesweit bezahlen und Geld abheben.

Teilweise ist auch das Bezahlen und Geldabheben im Ausland möglich. Achten Sie einfach auf das entsprechende girocard-Logo. Sollten noch EC-Logos an den Terminals und Geldautomaten kleben, können Sie dort trotzdem mit Ihrer girocad agieren.

Um Ihnen aber auch überall dort finanzielle Flexibilität beim bargeldlosen Bezahlen im Ausland zu gewährleisten, wo girocard nicht akzeptiert wird, kooperieren Kreditinstitute mit anderen Anbietern. Maestro von MasterCard und V PAY von VISA sind neben JCB (Japan Credit Bureau, eine japanische Kreditkartenorganisation) die beiden bekanntesten international verfügbaren Debitkartensysteme.

Bezahlen mit girocard

Ausgegeben werden girocards von Kreditinstituten in Verbindung mit einem Girokonto. Sie können mit dieser Bankkarte unter Eingabe der dazugehörigen PIN an mehr als 796.000 Terminals in Deutschland bezahlen (Stand: 12/2016). Hierfür wird die Karte ins Terminal gesteckt, die PIN eingegeben und das Geld wird direkt vom Konto abgebucht. Die Abbuchungen erfolgen oft auch wenige Tage später, sodass Sie stets Ihre Ausgaben im Blick haben sollten.

In Deutschland gibt es rund 100 Millionen giro- und Kundenkarten von Banken und Sparkassen. Im Jahr 2016 haben deutsche Kunden die girocard rund 2,93 Milliarden Mal zum Bezahlen genutzt. Ein Jahr zuvor lag die Anzahl noch bei ca. 2,59 Milliarden Bezahlvorgängen – ein Wachstum von 13,1 Prozent. Die Umsätze wuchsen im Jahr 2016 auf 151,2 Milliarden Euro, 9,9 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Die Girokarte ist damit das meistgenutzte elektronische Bezahlverfahren in Deutschland. Durchschnittlich bezahlen die Kunden damit Einkäufe im Wert von 51,64 Euro (Stand: 03/2017). 

kreditkarte-bezahlen

PIN oder Unterschrift?

Viele fragen sich, warum manchmal die PIN und ein anderes Mal die Unterschrift beim Bezahlen verlangt wird. Das girocard-System basiert ausschließlich auf der PIN-Eingabe. Dem Händler wird Zahlungssicherheit (100 % Zahlungsgarantie) garantiert. Beim girocard-Verfahren wird sofort online geprüft, ob ausreichend Deckung vorhanden ist und ob die Karte gesperrt oder als gestohlen gemeldet wurde. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine ununterbrochene Onlineverbindung des Kassenterminals.

Zusätzlich existiert das handelseigene Elektronische Lastschriftverfahren (ELV). Sie unterschreiben nach Bezahlvorgang einen Beleg mit Betrag und Einzugsermächtigung. Notwendige Daten für die Abbuchung werden aus dem Chip der Karte gelesen. Da bei diesem Verfahren keine Onlineanbindung des Kartenterminals notwendig ist und somit auch die Deckung des Kontos nicht geprüft wird, stimmen Sie mit Ihrer Unterschrift außerdem zu, dass der Händler bei fehlender Deckung Ihre Kontaktdaten von der Bank/Sparkasse erfragen darf.

Tageslimit

Was vielleicht einige nicht wissen: girocards verfügen nicht selten über ein Tageslimit. Nicht jeder Betrag kann mit der Karte bezahlt werden. Hohe Summen könnten Probleme bereiten. Banken und Sparkassen bieten jedoch die Möglichkeit einer einmaligen Limiterhöhung. Bitte fragen Sie bei Ihrer Bank nach oder schauen Sie in Ihrem Online-Banking. Eventuell können Sie die Limiterhöhung auch selbst vornehmen.

girogo – Kontaktlos bezahlen

Wer es schneller und sicherer mag, kann mit seiner girocard auch kontaktlos bezahlen. Mittlerweile akzeptieren über 16.000 Händler girogo-Zahlungen (Stand: 17.08.2016), darunter diverse Tankstellen und Bäckereien. Voraussetzung ist, dass die Plastikkarte über die Funktion verfügt. Das ist erkennbar an einem der drei aufgeführten Logos, von denen mindestens eines auf der Karte gedruckt sein muss.

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girogo ermöglicht schnelles Bezahlen ohne PIN-Eingabe für Beträge bis 25 Euro. Die Kontaktlos-Karte wird mit einem Abstand von bis zu 4 cm an das girogo-fähige Terminal gehalten, fertig. Alle für den Verkauf relevanten Daten (Betrag, etc.) werden innerhalb von wenigen Sekunden übertragen. Durch einen kurzen Signalton wird Ihnen mitgeteilt, dass die Zahlung abgeschlossen ist.

GeldKarte – Prepaid mit girocard

Bevor Sie kontaktlos bezahlen können, müssen Sie den Geldkartenchip aufladen:

  • am Geldautomaten: Karte einstecken, „GeldKarte aufladen“ auswählen und den Anweisungen folgen
  • an speziellen Ladeterminals
  • im Internet unter www.geldkarte.de mithilfe eines Chipkartenlesers
  • bei teilnehmenden Händlern (nur für SparkassenCards)

Maximal können 200 Euro auf den Chip geladen werden. Die GeldKarte ist quasi die Prepaid-Bezahloption der girocard und kann an über 420.000 Akzeptanzstellen in Deutschland, darunter Park- und Ticketautomaten sowie Stadien, eingesetzt werden (Stand: 17.08.2016).

Banking mit girocard

Der auf einer girocard eingebaute Chip ermöglicht Online-Banking via Chip-TAN-Generator. Sie können Zahlungsaufträge, Daueraufträge und vieles mehr bequem von zuhause aus erledigen. Aber auch die Nutzung der Karte an den Selbstverwaltungsterminals (Überweisungen, Kontoauszüge usw.) ist problemlos möglich.

Geld abheben mit girocard

kreditkarte-geldautomatBargeld erhalten Sie an allen deutschen Geldautomaten. Achten Sie auf Gebühren, die anfallen können. Diese erfahren Sie bei Ihrer kartenausgebenden Bank/Sparkasse. Zudem wird Ihnen die Gebühr am Automaten angezeigt. Erst, wenn Sie damit einverstanden sind und den Vorgang am Geldautomaten bestätigen, wird das Entgelt tatsächlich erhoben und von Ihrem Girokonto abgebucht. Die Gebühr mindert also nicht den Auszahlungsbetrag.

Wie funktioniert das Geldabheben?

Sie stecken Ihre girocard in den Geldautomaten, wählen „Auszahlung“, geben Ihre PIN ein und wählen den gewünschten Betrag. Jetzt müssen Sie nur noch die Auszahlung und eventuelle Gebühren bestätigen und der Vorgang ist abgeschlossen. Die verfügte Summe wird von Ihrem Konto eingezogen. Bevor Sie das Geld erhalten, wird die girocard wieder ausgeworfen. Entnehmen Sie Ihre Karte sowie das Geld sofort, da beides nach wenigen Minuten wieder eingezogen wird, um nachfolgenden Personen die Möglichkeit zu verwehren, Ihre Karte oder das Geld mitzunehmen.

Verfügungslimit

Es ist üblich, dass Kreditinstitute Limits für den Bargeldbezug festgelegen. Sowohl die kartenausgebende Bank regelt die maximale Höhe der Beträge oder Verfügungen, als auch die Automaten betreibenden Banken.

Beispiel

Mit Ihrer girocard (Bsp.: SparkassenCard) können Sie laut kartenausgebender Bank maximal 1.000 Euro verfügen. Heben Sie jedoch bei einer Fremdbank (Bsp.: Deutsche Bank) ab, kann es vorkommen, dass diese Bank den Auszahlungsbetrag für Fremdkunden auf beispielsweise 200 Euro begrenzt. Das bedeutet, Sie können trotz Limit von 1.000 Euro seitens Ihrer Bank (Sparkasse) beim Fremdinstitut (Deutsche Bank) nur 200 Euro abheben.

Geld abheben im Ausland

Vereinzelt ist das Geldabheben mit girocard auch im Ausland möglich. Achten Sie auf das girocard-Logo oder das veraltete ec-Logo. Die meisten girocards sind aber auch mit Co-brand-Systemen wie Maestro oder V PAY ausgestattet. Sie gewährleisten Bargeldbezug über die Landesgrenzen hinweg.

Was die girocard noch so kann

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Jugendschutzmerkmal

Der Chip der girocard speichert die Altersverifikation. Diese ist unter anderem an Zigarettenautomaten, aber auch im Internet oder im Solarium notwendig. Minderjährige werden dadurch noch besser geschützt.

eGovernment

Zahlungen und Behördengänge müssen nicht mehr zwingend vor Ort erfolgen. Wer seine Unterschrift auf dem Chip speichert, kann diese Vorgänge zukünftig auch zuhause erledigen. Die girocard ermöglicht eine rechtssichere Authentifizierung per Karte.

Speicherung von Rabatten und Bonuspunkten

Auch Rabatte und Boni sowie Pfandrücknahmesummen sind speicherfähig.

E-Tickets

Der girocard-Chip macht die Speicherung von Tickets wie Eintritts- und Fahrkarten möglich und fungiert so auch als E-Ticket.

Zeiterfassung

Zeitkarten oder ähnliches gehören der Vergangenheit an. Der Chip der girocard kann Arbeitszeiten erfassen. Auch Zugänge zu verschlossenen Räumen sind realisierbar.

Diskrete Bezuschussung sozial Benachteiligter

Sozial benachteiligten Personen, beispielsweise Kinder, welche auf Rabatte und Coupons unter anderem für die Schulspeisung angewiesen sind, wird mit der girocard Diskretion und Anonymität garantiert. Beim Bezahlen mit der Prepaid-girocard-Funktion (GeldKarte) in der Kantine können Rabatte und Gutscheine ohne Kenntnisnahme anderer abgerechnet werden.

Damals EC-Karte – heute girocard

Bis 2007 wurden von Banken und Sparkassen sogenannte ec-Karten – üblicherweise in Verbindung mit einem Girokonto ausgegeben. Das Debitkartensystem Electronic Cash (EC) ermöglichte Kartenzahlungen durch PIN-Eingabe. Neben diesem System bestand das Deutsche Geldautomaten-System für Bargeldbeschaffung mittels Karte. Diese beiden Systeme wurden mit der Schaffung von girocard in einem zusammengefasst.

MasterCard mit Maestro (weltweite Nutzung) und Visa mit V PAY (europaweite Nutzung) haben ebenfalls eigene Debitkartensysteme auf dem Markt, welche mit der deutschen girocard vereint werden. Über Co-brand-Kooperationen geben Banken und Sparkassen Debitkarten mit verschiedenen Einsatzmöglichkeiten heraus. In welchen Debitkartensystemen Ihre Bankkarte nutzbar ist, erkennen Sie an den Logos auf der Vorder- oder Rückseite Ihrer Plastikkarte.

Bildquellen:

girocard-Logo|Kontaktlos-Logos|Kartenabbildung: EURO Kartensysteme GmbH
Frau beim Bezahlen: © Gpointstudio | Dreamstime.com
Frau beim Geldabheben: © Andriy Petrenko | Dreamstime.com

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