Kobraeffekt

Wenn finanzpolitische Maßnahmen, die mit einem bestimmten Zweck beschlossen und durchgeführt werden, das Gegenteil des Gewünschten bewirken, so spricht man vom Kobraeffekt.

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Diese Bezeichnung erinnert an einen folgenschweren Fehler der früheren britischen Kolonialverwaltung in Indien:

Dort herrschte eine Kobraplage, die der britische Gouverneur dadurch eindämmen wollte, dass er der Bevölkerung für jede erlegte Schlange eine Prämie zahlte. Anfangs hatten die Verantwortlichen den Eindruck, dass der Plan funktioniere, da tote Kobras in hoher Zahl abgeliefert wurden. Es stellte sich jedoch später heraus, dass die Zahl der Schlangen trotzdem nicht abnahm und sich im Gegenteil noch weiter erhöhte. Die indische Bevölkerung hatte nämlich mit der massenhaften Zucht von Kobras begonnen, um weiterhin das Kopfgeld für erlegte Tiere einstreichen zu können. Statt einer Minimierung des Kobrabestandes hatte die Maßnahme des Gouverneurs also das exakte Gegenteil zur Folge.

Ein solcher Kobraeffekt kann auch an den Finanzmärkten oder innerhalb eines Wirtschaftsraumes eintreten, wenn die Anreize einzelner Maßnahmen falsch gesetzt werden. Bevor Entscheidungen von größerer Tragweite getroffen werden, sind die Verantwortlichen daher gehalten, auch solche Effekte zu bedenken, die eintreten, wenn die Reaktion einzelner Marktteilnehmer oder breiter Bevölkerungsschichten nicht so ausfällt wie erwartet. Zudem ist eine laufende Kontrolle neu eingeführter Maßnahmen erforderlich, um mögliche Fehlentwicklungen rasch zu erkennen und dann, falls nötig, gegensteuern zu können.

 
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