Corona trotzen: VISA, Amex, MASTERCARD & girocard (!) kontaktlos bis 50€ ohne PIN

Nach Visa und Amex ermöglicht auch Mastercard das kontaktlose Bezahlen ohne PIN bis 50 € in Deutschland. Die Kreditkarten-Anbieter könnten damit auch die Ausbreitung des Coronavirus begrenzen. +++ UPDATE (30.03.2020): Nun soll auch das kontaktlose Bezahlen ohne PIN per girocard bis 50 € möglich werden +++

Corona trotzen: VISA, Amex, MASTERCARD & girocard (!) kontaktlos bis 50€ ohne PIN

+++ UPDATE (30.03.2020): kontaktlos ohne PIN per girocard bis 50 € bezahlen +++


Zukünftig soll auch die girocard das kontaktlose Bezahlen ohne PIN-Eingabe bis 50 Euro ermöglichen.

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Bisher galt ein Limit von 25 Euro. Aber ähnlich wie bei Mastercard gilt diese Neuregelung nicht automatisch flächendeckend. Denn auch hier müssen zum Beispiel die Einstellungen der Terminals aktualisiert werden. Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) zur Anhebung: 

"Weiterhin müssen Karteninhaber auf Basis gesetzlicher Vorgaben spätestens nach fünf Transaktionen oder nach einer Gesamtsumme von 150 Euro wieder die PIN eingeben."

  • Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken
  • Bundesverband deutscher Banken
  • Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands
  • Deutscher Sparkassen- und Giroverband
  • Verband deutscher Pfandbriefbanken

+++ Update-Ende (30.03.2020) +++

+++ UPDATE (25.03.2020): Auch Mastercard erhöht das Limit für kontaktlos-Zahlungen ohne PIN auf 50 € +++

Auch Mastercard erhöht das Limit für kontaktlos-Zahlungen ohne PIN auf 50 € - in Deutschland und 28 anderen Ländern.

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N26 hat bereits reagiert: Mit der N26 Mastercard können Inhaber bereits kontaktlos ohne PIN bis zu 50 Euro bezahlen. 

Update² (26.03.2020): Seit dem 26. März 2020 können Inhaber einer BMW-Kreditkarte ebenso kontaktlos ohne PIN bis 50 Euro bezahlen (dahinter steckt übrigens die DKB):

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Auch laut PayCenter, dem deutschen E-Geld-Institut hinter der Onlinekonto.de Mastercard und der Global-Konto Premium Mastercard, gilt die neue Grenze von Mastercard nicht automatisch:

"Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde hat dazu noch nicht ihr 'Go' geben. Bis es soweit ist müssen wir uns noch gedulden, bis das mit unseren Karten auch möglich sein wird."

Die Einführung ist bei Visa und Amex zwar schon eine Weile her. Aber gerade in Zeiten des Coronavirus gilt die Grenze von 50 Euro als Vorteil. Denn Kunden umgehen damit öfter die PIN-Eingabe am Terminal – also ein potenzielles Ansteckungsrisiko.

Aber auch in anderen Ländern wird die NFC-Grenze erhöht: Desjardins, die größte Genossenschaftsbank in Nordamerika, lässt Kunden kontaktlos an den eigenen Terminals bei rund 6.000 Händlern bis zu 250 Dollar ohne PIN-Eingabe bezahlen. In Irland wird das Limit auf 50 Euro und in Norwegen auf rund 45 Euro angehoben.

Mastercard lässt zudem noch mit einer Zahl aufhorchen: 

"75 Prozent aller Mastercard-Transaktionen in Europa sind derzeit kontaktlos."

+++ Update-Ende (25.03.2020) +++

Inhaltsverzeichnis

  1. Visa & Amex: 50 € als NFC-Grenze
  2. DKB und Barclaycard folgen Visa
  3. girocard bleibt bei 25 Euro (vor dem 30.03.2020)
  4. Ausblick: Banken und Handel

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Die US-Kreditkartenunternehmen Visa und American Express (Amex) lassen ihre Kunden in der Regel bis zu einer Grenze von 50 Euro ohne PIN-Eingabe oder Unterschrift bezahlen. Den Anfang bei Visa haben die Deutsche Kreditbank (DKB) und Barclaycard schon vor einigen Jahren gemacht. 

Dass die NFC-Grenze bei der DKB erhöht wurde, hatte bezahlen.de zuerst berichtet. Danach folgte auch Barclaycard (mehr dazu siehe unten). 

Visa & Amex: 50 € als NFC-Grenze

Viel zentraler ist aber die Neuerung, die als Grundlage dafür dient. Denn Visa hatte die NFC-Grenze als erstes Kreditkarten-Unternehmen bereits 2017 auf 50 Euro angehoben, wie es damals gegenüber bezahlen.de bestätigte: 

"Kontaktlose Visa-Transaktionen können in Deutschland seit diesem Jahr grundsätzlich bis zu 50 Euro ohne PIN oder Unterschrift abgewickelt werden."

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Auf der deutschen Webseite von Visa war damals immer noch von einer Grenze bei 25 Euro die Rede (Stand: 11/2017): 

"Kontaktloses Bezahlen ist schneller, als Bargeld abzuzählen. Sogar das Einstecken der Karte in das Händlerterminal entfällt. Außerdem müssen Sie Ihre Karte nicht mehr aus der Hand geben. Das kontaktlose Bezahlen mit Visa ist dabei besonders gut für Kleinbeträge geeignet, weil die lästige Suche nach Kleingeld entfällt. Bei Beträgen bis 25 Euro erfolgt das Bezahlen ohne Unterschrift oder PIN und ist somit extrem schnell und bequem. Kontaktlose Einkäufe über 25 Euro werden zur Sicherheit immer mit PIN oder Unterschrift bestätigt."

Warum Visa auf der eigenen deutschen Webseite noch von 25 Euro schrieb, erklärte das Unternehmen Deutschland gegenüber bezahlen.de wie folgt: 

"Die Höhe des Limits richtet sich nach den Karteneinstellungen bzw. den Einstellungen des Terminals im Handel. Der Karteninhaber folgt dabei immer den Anweisungen des Terminals, ob eine PIN einzugeben ist."

Gut zu wissen: Aufgrund der Anfrage von bezahlen.de wollte Visa die Angaben zur NFC-Grenze auf der eigenen Webseite von 25 auf 50 Euro aktualisieren. Das war dann auch bald geschehen.

Visa ermöglicht also das kontaktlose Bezahlen ohne PIN oder Unterschrift bis 50 Euro. Aber die ausgebenden Banken und die Terminals im Handel haben das letzte Wort in der Praxis. Gab Ihre Bank nur Visa-Kreditkarten mit einem NFC-Limit von 25 Euro aus, so mussten Sie bei höheren Beträgen nach dem kontaktlosen Bezahlen Ihre PIN eingeben oder eine Unterschrift leisten. 

Von Seiten Visas hieß es 2017 gegenüber bezahlen.de über die Erfahrungen mit der NFC-Grenze in Höhe von 25 Euro: 

"Die kartenausgebenden Banken haben sehr gute Erfahrungen mit dem kontaktlosen Bezahlen mit Visa gemacht. Sie wollen ihren Kunden nun auch ermöglichen, den wöchentlichen Einkauf, der in der Regel zwischen 25 und 50 Euro liegt, kontaktlos mit ihrer Visa-Karte zu bezahlen."

Ähnlich sieht es auch mit den Kartenterminals an der Kasse aus: diese mussten die neue Grenze von 50 Euro ebenso freigeben. Ob dies jedoch schon flächendeckend geschehen ist, blieb damals offen. 

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Visa änderte mit der neuen NFC-Grenze nichts an dem Sicherheitsversprechen an die Kartennutzer, so das US-Unternehmen gegenüber bezahlen.de: 

"Verbraucher können dadurch [durch die neue NFC-Grenze von 50 Euro; Anm. d. Red.] noch bequemer und genauso sicher wie bisher ihren wöchentlichen Einkauf mit ihrer kontaktlosen Visa-Karte bezahlen. Bei Verlust, Diebstahl und Betrug sind Visa-Karteninhaber weiterhin durch die geltenden Haftungsregeln der kartenausgebenden Banken besonders gut geschützt. Für alle Visa-Karten gelten dabei dieselben Haftungsregeln – es wird kein Unterschied zwischen herkömmlichen oder kontaktlosen Zahlungen mit Visa gemacht."

Auch auf der eigenen Webseite schrieb Visa dazu: 

"Im unwahrscheinlichen Fall, dass Sie dennoch ein Opfer von Betrug werden oder wenn Sie Ihre Karte verlieren, sind Sie mit Visa geschützt: Im Notfall können Sie Ihre Karte schnell und einfach sperren lassen. Unberechtigt abgebuchte Beträge werden in der Regel zurückerstattet, abhängig von den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der kartenausgebenden Bank. Einmal verlorenes oder gestohlenes Bargeld bekommen Sie hingegen meist nie wieder."

Kommt es im Zusammenhang mit Ihrer Visa-Kreditkarte also zu Verlust, Diebstahl oder Betrug, so greifen die geltenden Haftungsregeln der kartenausgebenden Banken. Sie sollten die Haftungsregeln Ihres Geldinstitutes unter Umständen studieren, falls Sie Kunde bei der DKB oder Barclaycard sind.

DKB und Barclaycard folgten Visa

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Die Deutsche Kreditbank und Barclaycard folgten der Änderung von Visa zuerst. Demnach konnten Sie schon Ende 2017 mit Ihren Kreditkarten dieser beiden Institute jeweils bis zu 50 Euro kontaktlos und ohne PIN oder Unterschrift bezahlen. 

Zur Information: Den entsprechenden Artikel von bezahlen.de von Mitte November 2017 finden Sie unter dem folgenden Titel sowie Link "NFC-Grenze bei DKB erhöht?"

Barclaycard bot das kontaktlose Bezahlen bis zu einer Höhe von 50 Euro ohne PIN/Unterschrift schon seit dem Frühjahr 2017 an, wie die Bank gegenüber bezahlen.de bestätigte:

"Die Betragsgrenze wurde nicht von uns, sondern von Visa im April 2017 von 25 Euro auf 50 Euro angehoben. Die Betragsgrenze für das kontaktlose Bezahlen wird nicht vom Kreditkartenherausgeber auf den jeweiligen Karten selbst festgelegt, sondern über das Kartenterminal des Händlers gesteuert."

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Barclaycard bietet zum Beispiel diese zwei Kreditkarten mit der neuen NFC-Grenze (50 Euro) an: 

Auf der Webseite von Barclaycard schrieb die britische Bank zur Erklärung: 

"Kontaktloses Bezahlen ist schneller und einfacher als herkömmliche Karten- oder Barzahlungen. Es ist besonders praktisch beim Begleichen von Beträgen bis 50 Euro mit Ihrer Visa Kreditkarte und bis 25 Euro mit Ihrer MasterCard: Dabei ist regelmäßig keine PIN oder Unterschrift mehr nötig und die zeitaufwendige Suche nach Kleingeld entfällt."

girocard vlieb bis Ende März 2020 bei 25 Euro

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Bei der girocard blieb es laut Webseite bis Ende März 2020 bei der NFC-Grenze von 25 Euro. 

Mastercard schrieb bis März 2020 auf der eigenen Webseite:

"Mastercard Kontaktlos: Bezahlen mit einer Handbewegung – einfach und bequem bei Beträgen unter 25 € ohne PIN oder Unterschrift"

Mastercard hatte 2017 bezahlen.de auf Anfrage unter anderem bestätigt, dass die eigene NFC-Grenze bei 25 Euro lag und damals nicht auf 50 Euro erhöht werden sollte: 

"Bei uns liegt diese Grenze in Deutschland bei 25 € für kontaktloses Bezahlen. In anderen Ländern (z.B. in der Schweiz 40 CHF) gibt es andere Limits. Leider sind noch nicht alle in Deutschland ausgegebenen Mastercard-Karten kontaktlosfähig. In Deutschland gibt es Mastercard-Kreditkarten, -Debitkarten und -Prepaidkarten. Hinsichtlich der Kreditkarten und Prepaidkarten empfehlen wir es den kartenausgebenden Banken, aber es ist immer die Entscheidung des jeweiligen Instituts, ob sie ihre Karten entsprechend ausgeben. Unsere Debitkarten sind alle kontaktlosfähig. Eine Erhöhung der Grenze von 25 € auf 50 € ist aktuell nicht geplant."

Ausblick: Banken und Handel

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Aktuell können Kunden zumindest theoretisch mit allen Karten kontaktlos ohne PIN-Eingabe bis 50 Euro bezahlen. Ausnahmen sind noch veraltete Systeme und Sicherheitskontrollen, bei denen die PIN regelmäßig abgefragt wird. Laut Visa haben haben die Banken und der Handel übrigens ein gehöriges Wörtchen beim Thema "NFC-Limit" mitzureden. 

Es kann aber davon ausgegangen werden, dass sich die meisten Händler nicht gegen eine Erhöhung auf 50 Euro sträuben werden. Denn damit soll ja das Bezahlen erleichtert und beschleunigt werden. Es sollte also auch im Interesse des Handels sein. Ähnlich sieht die Situation bei den Banken aus. Diese sehen es höchstwahrscheinlich positiv, wenn Sie als Kunden vermehrt Ihre Kreditkarte einsetzen.

Bildquellen:

girocard: girocard.eu
Visa-Karten im Einsatz: visa.de
weiße Karte: Mihail Degteariov | Dreamstime.com
DKB-Karte: DKB
Amex-Payback-Kreditkarte: payback.net
Familie an der Kasse: unternehmen.aldi-sued.de

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