Worauf muss ich bei einem Konto mit Gebühren achten?

Kostenlose Girokonten gehören immer mehr der Vergangenheit an, nur noch wenige Kreditinstitute bieten ihren Kunden kostenfreie Konten an. Wir sagen Ihnen, wie Sie trotzdem das beste Modell für sich finden.

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Lohnt sich ein Konto noch trotz Kontoführungsgebühren?

Die Kontoführungsgebühren, die Bankkunden für ihr Girokonto zahlen, gehören sicherlich zu den größten Kostenfaktoren im Finanzbereich. Schon seit Jahren stehen diese Gebühren häufiger in der Diskussion, so auch aktuell. Derzeit gibt es nämlich immer mehr Banken, die ihre Kontoführungsgebühren erhöhen oder sogar von einem bisher kostenlosen Girokonto Abstand nehmen, um zukünftig für die Nutzung des Kontos Gebühren zu verlangen. Wir möchten Sie im folgenden Ratgeber näher über die Hintergründe informieren und Ihnen vor allem Ratschläge geben, worauf Sie in der aktuellen Situation achten sollten.

Warum erhöhen immer mehr Banken die Kontoführungsgebühren?

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Insbesondere in den vergangenen Wochen wurde in den Medien zunehmend darüber berichtet, dass manche Kreditinstitute ihre Kontoführungsgebühren bereits angehoben haben oder dies in naher Zukunft vorhaben (Stand: 11/2016). Verbrauchern stellt sich mit Recht die Frage, was der Grund für diese Gebührenerhöhung sein könnte. In den meisten Fällen begründen die betroffenen Kreditinstitute die höheren Kontoführungsgebühren damit, dass die Kosten im Bereich des Girokontos ohnehin immer schon vergleichsweise hoch gewesen wären, jetzt aber durch die Niedrigzinssituation vorherige Zinseinnahmen wegbrechen würden. Kurz zusammengefasst machen die meisten Banken also den EZB-Leitzins von 0,0 Prozent und die damit zusammenhängenden geringeren Zinseinnahmen bei Krediten dafür verantwortlich, dass das oftmals ohnehin defizitäre Girokonto nicht mehr mit vergleichsweise geringen Gebühren oder sogar kostenfrei angeboten werden könne. Tatsache ist, dass es sich beim Girokonto um ein für die Banken relativ kostenintensives Produkt handelt, da in dem Zusammenhang viele Leistungen erbracht und Services angeboten werden, wie zum Beispiel:

  • Nutzung des Geldautomaten
  • Online-Banking
  • Belegschaft Überweisungsaufträge
  • Daueraufträge einrichten, ändern und löschen
  • Rückgabe von Lastschriften
  • Maestro- und Kreditkarte

Diese Leistungen und weitere Services stellen die meisten Kreditinstitute heutzutage im Zusammenhang mit dem Girokonto zur Verfügung. Daher ist es durchaus verständlich, dass dieser Aufwand nicht unbedingt gedeckt wird, wenn das Girokonto den Kunden beispielsweise lediglich zwei Euro im Monat kostet.

Gibt es aktuell noch kostenlose Girokonten?

Manche Kreditinstitute haben in der jungen Vergangenheit nicht nur die Gebühren für die Kontoführung erhöht, sondern sogar ein ehemals vorhandenes kostenfreies Girokonto komplett gestrichen. In diesen Fällen werden jetzt auch Kontoführungsgebühren erhoben, während Sie das Konto noch vor einiger Zeit gebührenfrei nutzen konnten. Daher stellt sich vielleicht auch Ihnen die Frage, ob es jetzt überhaupt noch kostenlose Girokonten gibt. Dies ist tatsächlich noch der Fall, allerdings sind es nur noch wenige Kreditinstitute, wie zum Beispiel die DKB Bank oder die ING-DiBa. Aus dem Grund ist es wichtig, dass Sie sich nicht blind auf die Aussage „Kostenloses Girokonto der Bank XY“ verlassen, sondern im Detail überprüfen, welche Bedingungen zu erfüllen sind, damit tatsächlich keine Kontoführungsgebühren berechnet werden.

In der Praxis finden Sie unter anderem die folgenden Modelle bzw. Voraussetzungen, die Sie für die Kostenfreiheit eines Girokontos aktuell erfüllen müssen:

  • Mindestgehaltseingang von beispielsweise monatlich 1.200 Euro
  • Mindestgeldeingang pro Monat (muss nicht zwangsläufig Gehalt sein)
  • Kontinuierliches Guthaben von beispielsweise 2.000 Euro
  • Nutzung einer kostenpflichtigen Kreditkarte (oftmals Premium-Kreditkarte)
  • Regelmäßiges Einkommen als Arbeitnehmer (Konto nicht kostenfrei für Selbstständige)

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Wie Sie an dieser Auflistung erkennen, gibt es durchaus einige Voraussetzungen, die Sie heutzutage bei vielen Banken erfüllen müssen, wenn das Konto kostenfrei geführt werden soll. Dies gilt übrigens meistens dann nur für Standardleistungen wie zum Beispiel die Bargeldverfügung vom eigenen Konto, die Bargeldeinzahlung in der Bankfiliale auf das eigene Konto oder die Nutzung von Online-Banking.

Welche Leistungen sind bei einer Bank kostenfrei?

Falls Sie ein kostenloses Girokonto gefunden haben und auch die vielleicht geforderten Bedingungen erfüllen können, sollten Sie im zweiten Schritt überprüfen, welche Leistungen in der Kostenfreiheit eigentlich enthalten sind. Meistens sind es nämlich lediglich die bereits angesprochenen Standardleistungen wie zum Beispiel Online-Banking oder kostenlose Bargeldverfügung an den institutseigenen Geldautomaten, die im gebührenfreien Konto enthalten sind. Rund um das Girokonto gibt es allerdings noch zahlreiche weitere Leistungen, die dann möglicherweise - je nach Bank - trotz eines nominell kostenlosen Girokontos mit Kosten für den Kunden verbunden sind, wie zum Beispiel:

  • Einrichtung, Löschung und Änderung von Daueraufträgen
  • Rückgabe von Lastschriften
  • Umzugsservice
  • Beleghafte Überweisungen
  • Einreichen von Schecks
  • Einreichen von Münzen zur Gutschrift auf das eigene Konto

Unter der Voraussetzung, dass Sie häufiger eine dieser angesprochenen Leistungen in Anspruch nehmen wollen, sollten Sie auf jeden Fall überprüfen, ob diese im kostenfreien Girokonto enthalten sind. Fast jede Bank, die heute noch ein kostenloses Girokonto anbietet, berechnet mindestens für das beleghafte Einreichen von Überweisungsformularen eine Gebühr, die nicht selten zwischen 50 Cent und zwei Euro betragen kann.

Kein kostenloses Girokonto? Für das passende Gebührenmodell entscheiden

Falls Sie kein kostenloses Girokonto finden, welches für Sie infrage kommt, sollten Sie dann zumindest bei der Auswahl des Kontos darauf achten, das für Sie passende Gebührenmodell zu finden. Leider ist der Kostenvergleich gerade bei den Kontoführungsgebühren zwischen den Banken nicht ganz einfach, was vor allem daran liegt, dass die Kreditinstitute unterschiedliche Gebührenmodelle nutzen. Zu den drei gängigsten Kontomodellen gehören die folgenden:

  • Grundgebühr enthält sämtliche Leistungen
  • Mischung aus Grundgebühren und einzelner Buchungsposten-Abrechnung
  • Keine Grundgebühren, dafür Einzelabrechnung jedes Buchungspostens

Die meisten Banken haben sich heutzutage für das zuerst aufgelistete Kontomodell entschieden, also für ein Girokonto mit einer Grundgebühr, in der sämtliche Standardleistungen enthalten sind. Besonders geeignet ist dieses Kontomodell sicherlich für Kunden, die relativ viele Umsätze über ihr Girokonto verbuchen lassen. Dennoch sollten Sie natürlich im Einzelfall kalkulieren, ob dieses Modell tatsächlich die günstigere Variante ist. Wie dies in der Praxis aussehen kann, möchten wir Ihnen anhand des folgenden Beispiels verdeutlichen:

Angenommen, Sie haben pro Monat eine durchschnittliche Anzahl von 25 Buchungsposten. Auf dieser Basis werden Ihnen drei Angebote gemacht, welche die drei bereits zuvor erwähnten unterschiedlichen Gebührenmodelle beinhalten.

Gebührenmodell I

Grundpreis pro Monat: 8,00 Euro
Einzelabrechnung Buchungsposten: keine
Gesamtkosten pro Jahr: 96 Euro

Gebührenmodell II

Grundgebühr: 2,50 Euro pro Monat
Einzelabrechnung pro Buchungsposten: 0,20 Euro
Gesamtkosten pro Jahr: 90 Euro

Gebührenmodell III

Grundgebühr: keine
Einzelabrechnung pro Buchungsposten: 0,40 Euro
Gesamtkosten pro Jahr: 120 Euro

Wie Sie an diesem Beispiel erkennen kommen, wäre für Sie bei einer durchschnittlichen Umsatzzahl von 25 Buchungsposten pro Monat das Gebührenmodell II die günstigste Variante. Dies kann sich natürlich schnell ändern, falls Sie doch mehr oder weniger Buchungsposten pro Monat haben. Auf diese Weise können Sie jedoch schnell verschiedene Gebührenmodelle miteinander vergleichen und so das für Sie günstigste Modell finden.

Scheuen Sie sich nicht vor dem Bankwechsel!

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Eine der nach wie vor effektivsten Möglichkeiten, beispielsweise keine finanziellen Nachteile durch eine aktuelle Erhöhung der Kontoführungsgebühren seitens der eigenen Hausbank zu haben, ist der Wechsel des Girokontos. Zwar sind die Bundesbürger ihrer Bank insbesondere im Hinblick auf das kontoführende Institut beim Girokonto äußerst treu, jedoch würde sich durch einen Wechsel häufig ein größerer Betrag pro Jahr einsparen lassen. Vergleichsmöglichkeiten gibt es im Internet zur Genüge.

Nutzen Sie unseren Girokontenvergleich, um die passende Variante für sich zu finden.

Allerdings ist es durchaus mit einem gewissen Aufwand verbunden, das Girokonto zu einer anderen Bank zu verlegen. So müssen Sie beispielsweise sämtlichen Zahlungsempfängern, die mit dem Lastschrifteinzug arbeiten, Ihre neue Bankverbindung mitteilen. Dies betrifft nicht nur Versorgungsunternehmen, Versicherungsgesellschaften oder den Vermieter, sondern zum Beispiel auch zahlreiche Online-Händler, bei denen Sie Ihre Bankverbindung erfasst haben. Manche Kreditinstitute bieten allerdings einen sogenannten Kontowechsel- oder Umzugsservice an, sodass Ihnen die neue Bank dabei hilft, diese Formalitäten zu erledigen.

Fazit zur Erhöhung der Bankgebühren: Vergleichen und handeln Sie!

Falls Sie persönlich von der aktuell immer öfter auftretenden Erhöhung der Kontoführungsgebühren betroffen sind, sollten Sie zunächst einmal prüfen, ob sich ein Wechsel zu einer anderen Bank lohnt. Falls Sie einen zu hohen Arbeits- und Zeitaufwand befürchten, kann es bereits helfen, das gewählte Kontomodell zu überprüfen. Nicht selten stellt sich dann nämlich heraus, dass Sie mit einem anderen Gebührenmodell in der Summe kostengünstiger fahren. Auf Zusatzleistungen sollten Sie ebenfalls achten, denn diese können ebenfalls ein Teil der Kosten für die Kontoführung ausmachen. Ferner ist es äußerst wichtig, gerade bei den jetzigen Erhöhungen der Kontoführungsgebühren nicht nur diese Gebühren im Blick zu haben, sondern ebenfalls auf die veranschlagten Dispozinsen zu schauen, falls Sie Ihren Dispositionskredit in Anspruch nehmen. Manche Banken erhöhen nämlich nicht nur die Kontoführungsgebühren, sondern ebenso den Dispozins. Aber auch der umgekehrte Fall ist möglich, nämlich dass die Erhöhung der Kontoführungsgebühren mit der leichten Reduzierung der Dispozinsen einhergeht.

Bildquellen:

Frau am Geldautomat: Andriy Petrenko | Dreamstime.com
Geldübergabe Koffer: Dmitry Sunagatov | Dreamstime Stock Photos
Beratungsgespräch Deutsche Bank: db.com

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