Welche Gebühren fallen an fremden Geldautomaten an?

Wer an institutsfremden Automaten Geld abheben will, muss oftmals tief in die Tasche greifen. Mit welchen Tricks Sie ohne finanzielle Verluste an fremden Automaten an Ihr Bargeld kommen, verraten wir Ihnen in diesem Artikel.

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Was kostet das Geldabheben an fremden Automaten?

Hierzulande gibt es über 55.000 Geldautomaten, die es Bankkunden ermöglichen, bequem und zu jeder Uhrzeit über Bargeld zu verfügen. Der weitaus größte Teil dieser Geldautomaten wird von den Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken betrieben, nämlich über 40.000 Automaten. Die anderen Banken haben sich in aller Regel zu einem Verbund zusammengeschlossen, nämlich zum einen zur CashGroup mit etwa 9.000 Geldautomaten oder zum CashPool, dessen angeschlossene Banken über etwa 3.000 Geldautomaten verfügen. In den letzten Jahren geht der Trend allerdings immer weiter dorthin, dass vor allem Fremdverfügungen für den Bankkunden teuer geworden sind. Wir möchten Ihnen daher einige Ratschläge geben, worauf Sie beim Geldabheben an fremden Automaten achten sollten.

Immer weniger institutseigene Geldautomaten vorhanden

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Insgesamt betrachtet geht der Trend im Bankenbereich dorthin, dass immer mehr Geschäftsstellen geschlossen werden. Dies führt natürlich dazu, dass für die entsprechenden Kunden auch weniger Geldautomaten zur Verfügung stehen bzw. die Entfernung zum nächsten Geldautomaten der eigenen Bank oder eines Verbundes, wo Kunden kostenlos Bargeld verfügen können, größer wird. Daher müssen Verbraucher verstärkt auch an institutsfremden Geldautomaten Bargeld abheben, was jedoch immer öfter mit höheren Kosten verbunden ist. Hinzu kommt ein weiterer Trend, der darin besteht, dass sich die Dienstleistung Geldautomat immer häufiger auf sogenannte Spezialanbieter erstreckt. Es handelt sich dabei um Finanzdienstleister, bei denen zwar kaum ein Kunde ein Girokonto führt, die aber dennoch Geldautomaten betreiben und dafür ein teilweise saftiges Entgelt verlangen. Sie haben als Verbraucher allerdings trotzdem die Chance, an einem Automaten Geld abheben zu können, ohne dass dies zusätzliche Kosten beinhaltet.

Achtung beim Bargeld abheben an Flughäfen, Bahnhöfen oder Einkaufszentren

Ein guter Ratschlag, den wir Ihnen im Zusammenhang mit dem Bargeldverfügen am Geldautomaten geben möchten, besteht darin, sich möglichst vorausschauend mit Geld zu versorgen. Müssen Sie nämlich in einer bestimmten Situation sofort und dringend Geld abheben, führt dies in vielen Fällen dazu, dass Sie eben keinen kostenlosen Geldautomaten in Ihrer Nähe haben, sondern auf das vorhandene Angebot zurückgreifen müssen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn Sie sich gerade am Flughafen, am Bahnhof oder in einem Einkaufszentrum befinden und Bargeld benötigen. Hier sind es vor allen Dingen die spezialisierten Automatenbetreiber, die keine geringen Kosten für die Verfügung in Rechnung stellen.

Bundesweit tätig sind unter anderem vor allen Dingen die folgenden Anbieter:

  • Cardpoint (mehr als 1.000 Geldautomaten)
  • Euronet (mehr als 1.000 Geldautomaten)
  • IC Cash Services (etwa 800 Geldautomaten)
  • Bankhaus August Lenz (ca. 720 Geldautomaten)
  • Reisebank (mehr als 300 Geldautomaten)

Bei diesen Anbietern ist es so, dass bei Abhebungen mittels der Girocard Kosten zwischen 1,95 bis hin zu 7,99 Euro anfallen können. Insbesondere bei geringfügigen Bargeldabhebungen kann dies prozentual betrachtet natürlich zu relativ hohen Kosten führen. Daher ist es wichtig, dass Sie sich bereits im Vorfeld mit ausreichend Bargeld versorgen, damit Sie eben nicht auf die teuren Spezialanbieter und deren Geldautomaten angewiesen sind.

Großbanken, Sparkassen und Volksbanken oft bei über 3,50 Euro Gebühr

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Mittlerweile ist es bei den meisten großen Banken, Sparkassen und Volksbanken so, dass Sie bei einer Bargeldverfügung an einem institutsfremden Automaten mit einer Gebühr zwischen 3,50 und 4,95 Euro rechnen müssen. Nur bei wenigen Direktbanken ist diese Gebühr mit beispielsweise 1,95 Euro geringer, wie zum Beispiel bei der ING DiBa, der Volkswagen Bank oder auch der DKB. Hier besteht das Problem allerdings darin, dass diese Institute über relativ wenige Geldautomaten verfügen, sodass es mehr oder weniger Glück ist, falls sich ein solcher Automat in Ihrer Nähe befindet. Dass beispielsweise Großbanken wie die Commerzbank derzeit ausprobieren, ob sie die Gebühren für Verfügungen an Fremdautomaten noch weiter anheben können, zeigt definitiv, dass eine Tendenz hin zur Anhebung der Kosten für den Kunden durchaus gegeben ist.

Die höheren Kosten beziehen sich aber nicht nur auf Geldautomaten der Kreditinstitute, sondern beispielsweise auch auf das Bargeldabheben in Supermärkten oder Tankstellen, was seit einiger Zeit ebenfalls möglich ist. So kooperiert beispielsweise die Postbank mit Shell-Tankstellen. Sollten Kunden dort an der Kasse Bargeld abheben, kostet dies mittlerweile unter der Voraussetzung 3,95 Euro, dass der Kunde mit seiner Karte nicht zum Verbund der CashGroup gehört. Noch vor kurzem musste in diesem Fall „nur“ eine Gebühr von 1,95 Euro gezahlt werden, das bedeutet jetzt also einen Anstieg um über 100 Prozent.

Kostenfalle Ausland: besondere Vorsicht bei Bargeldverfügungen außerhalb Deutschlands

Eine weitere Kostenfalle lauert schon seit längerer Zeit im Ausland, insbesondere dann, wenn Sie außerhalb der Eurozone Bargeld an einem Automaten verfügen möchten. Dort ist es nämlich so, dass Ihnen an den Geldautomaten in der Regel zwei Optionen zur Verfügung stehen. Zum einen können Sie wählen, ob sofort eine Umrechnung des verfügten Geldbetrages in Euro erfolgen soll. Zum anderen können Sie häufig ebenfalls wählen, dass diese Umrechnung erst später und nicht sofort zum Zeitpunkt der Verfügung durchgeführt werden soll. Letztere Alternative ist in der Regel deutlich günstiger, auch wenn sich viele Kunden dazu verleiten lassen, sofort eine Umrechnung vornehmen zu lassen.

Unser Tipp zur Auswahl: Umrechnung jetzt oder später

Wir empfehlen Ihnen ganz klar, falls Sie eine solche Alternative angeboten bekommen, sich nicht für die sofortige Umrechnung zu entscheiden, sondern dafür, dass die Umrechnung von der Fremdwährung in Euro erst später zum offiziellen Devisenkurs vorgenommen wird. Dieser ist nämlich meistens günstiger als die sofortige Umrechnung zu einem Kurs, den die Bank (in Grenzen) frei festlegen kann.

Grundsätzlich gibt es übrigens auch im Ausland die Möglichkeit, am Geldautomaten kostenlos zu verfügen. Dies ist unter anderem dann möglich, falls Sie zum Beispiel ein Konto bei einer Sparkasse haben und beispielsweise in einigen europäischen Ländern an Geldautomaten abheben, die zur dortigen vergleichbaren Sparkassenorganisation gehören, mit denen die deutschen Sparkassen eine Kooperation hinsichtlich der Gebühren haben. Das ist beispielsweise bei den dänischen „Sparekassen“ der Fall.

Bargeld verfügen mit der VISA- oder Mastercard-Kreditkarte

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Wenn Sie festgestellt haben, dass Verfügungen an Fremdautomaten mit Ihrer normalen Bankkarte teurer geworden sind und Sie nicht immer die Möglichkeit besitzen, an institutseigenen Automaten zu verfügen, gibt es unserer Meinung nach noch eine weitere Alternative. Diese besteht darin, dass Sie sich erkundigen, ob es vielleicht sogar mit Ihrer vorhandenen Master- oder VISA-Kreditkarte günstiger ist, auch an fremden Geldautomaten Bargeld zu verfügen. Je nach Kartenemittent ist es nämlich heutzutage so, dass manchmal sogar weltweite Verfügungen am Geldautomaten mit der entsprechenden Kreditkarte kostenfrei sind, vollkommen unabhängig davon, wer Ihre Hausbank ist. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass diese Verfügungen beispielsweise auf maximal drei Stück pro Monat begrenzt sind. Hier lohnt es sich auf jeden Fall, sich näher über die Bedingungen zu informieren. Sie sollten insbesondere dann auf eine VISA- oder Mastercard-Kreditkarte mit weltweit kostenloser Bargeldverfügung zurückgreifen, wenn Sie ohnehin wissen, dass Sie mehrmals im Monat an institutsfremden Automaten Bargeld verfügen müssen.

Fazit: Bargeldverfügungen möglichst vorausschauend planen

Das Gesamtfazit zu den steigenden Kosten bei Verfügungen an Fremdautomaten muss aus unserer Sicht so lauten, dass es immer wichtiger wird, anstehende Bargeldverfügungen möglichst im Voraus zu planen. Am ungünstigsten ist es, wenn Sie in einer Situation sofort auf Bargeld angewiesen sind, sodass Sie keine Auswahlmöglichkeit bezüglich der vorhandenen Geldautomaten mehr haben. Können Sie Ihren Bargeldbedarf hingegen etwas längerfristiger planen, sodass Sie beispielsweise nur ein- oder zweimal im Monat Bargeld verfügen müssen, ist es in vielen Fällen möglich, die entsprechenden Abhebungen entweder in Ihrer Bankfiliale oder an institutseigenen Geldautomaten kostenlos vorzunehmen. Darüber hinaus ist es wichtig, dass Sie sich über Alternativen informieren, wie zum Beispiel das kostenlose Abheben mittels Kreditkarte, welches bei einigen Emittenten möglich ist.

Bildquellen:

Geldautomaten VR Bank: bvr.de
Mann am Geldautomat: Sanja Grujic | Dreamstime.com
Frau und Kind am Geldautomat: Andriy Petrenko | Dreamstime.com

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