Was ist vom Girokonto auf dem Smartphone zu halten?

Die Innovation rund um Kontoprodukte geht weiter. Der neueste Schritt ist das Girokonto für das Handy. Doch was taugen N26 und o2 Banking?

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Mobile Girokonten im Vergleich: N26 und o2

Inhaltsverzeichnis

  1. Sind Girokonten bei Direktbanken noch zu empfehlen?
  2. Was sind mobile Girokonten?
  3. Welche Anbieter von mobilen Girokonten gibt es?
  4. Was macht die mobilen Girokonten besonders?
  5. Ein Smartphone-Girokonto ist praktisch

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Ein rein mobiles Girokonto ist so etwas wie die geradlinige Fortführung des Direktbanken-Prinzips. Vor einigen Jahren haben sich neben den traditionellen Filialbanken erstmals sogenannte Internet- oder auch Direktbanken gegründet. Heute gehören Namen wie die comdirect, die Deutsche Kreditbank (DKB) oder auch die ING-DiBa schon fast zur normalen Bankenwelt dazu. Noch vor einigen Jahren waren sie die hippen, innovativen Player, die das Bankgeschäft der Zukunft geprägt haben – auch, weil sie die Konten kostenlos und mit geringen Gebühren angeboten haben und auch dies meist auch heute noch tun. Doch im Girokontovergleich macht sich gleichzeitig bereits die nächste Innovation bemerkbar: sogenannte mobile Girokonten, Konten die Sie nur am Smartphone nutzen können. Ist das der nächste große Wurf? (Stand: 11/2017)

Sind Girokonten bei Direktbanken noch zu empfehlen?

Wenn es um Girokonten auf dem Smartphone geht, stellt sich zuallererst die Frage: Braucht man dann überhaupt noch Direktbanken? Die Antwort darauf ist ein klares ja, denn auch heute ist es noch so, dass die Direktbanken sowohl im Girokontovergleich als auch im Kreditkartenvergleich die mit Abstand besten Preis-Leistungs-Pakete bieten. Demnach wären die attraktivsten Girokonten in Deutschland die folgenden:

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Die „traditionellen“ Direktbanken bieten Ihnen also auch weiterhin das beste Preis-Leistungsverhältnis und bleiben dabei weiterhin nicht nur relevant, sondern werden vermutlich sogar noch wichtiger. Gerade in Zeiten steigender Gebühren bei den meisten Filialbanken, wird der Wechsel zu einer Direktbank sogar immer interessanter. Bei den oben genannten Banken bezahlen Sie nämlich generell keine Kontoführungsgebühren. Darüber hinaus fallen auch die sonstigen Gebühren sehr niedrig aus.

Nicht zuletzt ist bei den meisten Direktbanken auch eine kostenlose Kreditkarte Teil des Gesamtpakets. Sie erhalten beispielsweise also die sehr attraktive DKB Visa Kreditkarte, die Ihnen auch kostenlose Abhebungen sowie Zahlungen im In- und Ausland ermöglicht.

Sie merken bereits: Direktbanken haben in Deutschland noch lange nicht ausgedient und sind im Girokontovergleich noch immer die mitunter attraktivsten Optionen, um beim Girokonto oder auch bei der Kreditkarte zu sparen.

Was sind mobile Girokonten?

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Dennoch geht die Innovation im Bereich des Bankings weiter. Der nächste Schritt sind dabei sogenannte mobile Girokonten. Dabei handelt es sich um Konten, die ausschließlich oder zumindest größtenteils nur vom Smartphone bedient werden können. Sie benötigen für die Eröffnung des Girokontos also zwingend ein Mobiltelefon, das den modernen technischen Maßstäben entspricht. Bei den meisten Banken muss das Smartphone dabei mit dem Betriebssystem Android oder iOS (Apple) daherkommen. Teilweise funktioniert das Mobile Banking auch mit Geräten, die auf Basis des Betriebssystems Windows Phone funktionieren.

Der Unterschied von mobilen Girokonten zu normalen Konten ist, dass die meisten Bankdienstleistungen direkt vom Smartphone erledigt werden können. Sie müssen sich entsprechend nicht mehr am Computer ins Online-Banking einloggen, sondern können alle Finanzdienstleistungen direkt an Ihrem Smartphone erledigen. Dazu zählen beispielsweise Überweisungen, Daueraufträge oder aber die Eröffnung eines Festgeldkontos. Auch der gesamte Support funktioniert allen voran über die Applikation. Alternativ stehen Ihnen ein Anruf oder die Kommunikation per E-Mail zur Verfügung, sodass Sie je nach Anbieter nicht komplett und immer auf das Smartphone angewiesen sind.

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Während auch viele Direktbanken mittlerweile sehr gute Apps anbieten, sind die Funktionen im Vergleich zu mobile Girokonten meist etwas eingeschränkt. So können Sie zwar generell bei den meisten Banken in einer App Umsätze prüfen, aber schon nicht bei allen Banken auch Transaktionen durchführen. Bei den Instituten, bei denen Sie auch mobil verschiedene Transaktionen durchführen können, gibt es allerdings ebenfalls teilweise Einschränkungen. Auch die Eröffnung eines Anlagekontos ist beispielsweise bei keiner herkömmlichen Filial- oder Direktbank aus unserem Girokontovergleich möglich. Technisch sind die mobilen Girokonten deshalb in der Regel überlegen, zumindest wenn es um die Applikation auf dem Smartphone geht.

Gleichzeitig zeigen sich die Nachteile eines mobilen Girokontos meist im „herkömmlichen“ Online-Banking. Sofern Sie eine normale Transaktion im Internet-Banking vornehmen möchten, gibt es teilweise Einschränkungen. So kann man zusammenfassen: Sie erhalten beim Mobile Banking eine voll funktionsfähige App, mit der Sie Ihre gesamten Banktätigkeiten erledigen können, haben dafür aber nur ein eingeschränktes Banking am Computer zur Verfügung. Bei einem normalen Girokonto bei einer Direktbank ist es genau andersherum (Stand: 11/2017).

Welche Anbieter von mobile Girokonten gibt es?

In Deutschland ist der Markt für Smartphone Girokonten noch etwas eingeschränkt. Aktuell gibt es unter anderem die zwei Anbieter:

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Gut zu wissen: Im Artikel "Mobile Bankkonten" finden sie eine Übersicht über sämtliche Anbieter mobiler Konten in Deutschland.

Die N26 Bank (früher Number26) ist so etwas wie der Pionier des Mobile Bankings und hat als erste Bank in Deutschland ein komplett mobiles Girokonto auf den Markt gebracht. Über die Jahre hat sich das Produkt weiterentwickelt. Mittlerweile gibt es zum Beispiel verschiedene Ausführungen des Kontos, dazu gehört auch eine Premium-Variante, die mit einer monatlichen Gebühr daherkommt.

Seit Ende 2016 gibt es mit o2 Banking einen großen Konkurrenten auf dem Markt. Hierbei handelt es sich um ein Joint Venture zwischen dem Mobilfunkanbieter o2 und der Fidor Bank aus München. Letztere bietet mit dem Fidor-Girokonto bereits seit Längerem ein Girokonto im Stile einer normalen Direktbank an. Das o2 Girokonto ist dagegen ein rein mobiles Girokonto. Sie können das Konto hauptsächlich am Smartphone nutzen und haben dort den gesamten Funktionsumfang. Das o2 Girokonto ist allerdings noch nicht so vielfältig wie das Produkt von N26 und auch nicht in verschiedenen Varianten erhältlich.

Was macht die mobilen Girokonten besonders?

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Neben dem Fakt, dass Sie beim Mobile Banking nahezu alle Dienstleistungen direkt an Ihrem Smartphone erledigen können, zeichnet sich das Konto von N26 beispielsweise noch durch diese Aspekte aus:

  • Authentifizierung am Smartphone über pushTAN
  • Überblick durch Transaktionsbenachrichtigungen in Echtzeit

Die Authentifizierung über pushTAN macht es möglich, dass Sie für die Durchführung von Transaktionen kein weiteres Gerät benötigen. Über die Sicherheit dabei lässt sich streiben. Sie müssen entsprechend kein TAN-Lesegerät, eine Liste oder einen Computer parat haben. Vielmehr wird die TAN direkt an Ihrem Smartphone erzeugt. Relevant ist dabei allerdings, dass die Erzeugung der TAN in einer App, getrennt von der Girokonto-App, erfolgt. Transaktionen sind für Sie als Kunde sehr komfortabel und einfach, da Sie die TAN innerhalb von wenigen Sekunden erhalten.

Interessant sind darüber hinaus auch die Benachrichtigungen in Echtzeit. Sie sind es von Ihrem Girokonto vermutlich gewöhnt, dass Sie Transaktionen erst nach einigen Tagen sehen und damit oft erst mit Verzögerung von Abbuchungen erfahren. Beim N26-Girokonto ist das anders. Bei diesem erhalten Sie sofort, wenn Geld eingeht oder Sie eine Transaktion tätigen, eine Benachrichtigung. So behalten Sie immer den Überblick und können bei einem möglichen Missbrauch sofort entsprechende Maßnahmen ergreifen. Gerade die Echtzeitbenachrichtigungen haben N26 bei den mobilen Girokonten schnell zum Marktführer gemacht. Gefällt Ihnen dieser Service, ist das N26-Girokonto deshalb auch eine der besten Optionen in unserem Girokontovergleich. Im Folgenden wollen wir Ihnen die zwei kostenlosen Optionen für ein mobile Girokonto im Detail vorstellen (Stand: 11/2017).

Wie sehen Leistungen und Gebühren beim N26-Girokonto aus?

Ein Smartphone-Girokonto klingt im ersten Moment „cool“. Manchmal kommt da auch der Eindruck auf, dass entsprechend die Konditionen weniger attraktiv sind als bei anderen Produkten aus dem Girokontovergleich. Das ist in Hinsicht auf das N26-Girokonto aber nur teilweise der Fall, denn das Girokonto bietet insgesamt einen sehr attraktiven Leistungsumfang. Zwar gibt es im Girokontovergleich wenige Banken, die ähnliche oder leicht bessere Leistungen bieten, das N26-Girokonto gehört aber immer wieder zu den attraktivsten Angeboten.

Das liegt allen voran an drei Aspekten des Girokontos:

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Wenn Sie sich für das N26-Girokonto entscheiden, erhalten Sie grundsätzlich ein komplett kostenloses Girokonto. Sie müssen also nicht zwingend eine bestimmte Anzahl an Transaktionen im Monat erzielen oder einen bestimmten Umsatz erzielen.

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Positiv fällt darüber hinaus auf, dass Sie mit dem N26-Girokonto gleich zwei Karten ohne Extra-Kosten bekommen. Das ist zum einen eine Maestro-Karte, die Sie für Zahlungen im Einzelhandel verwenden können. Zum anderen handelt es sich um eine Mastercard-Kreditkarte, die Sie weltweit für Zahlungen im Einzelhandel und im Online-Handel nutzen können. Auch Geldabhebungen sind mit der Karte selbstverständlich möglich. Sehr positiv ist am N26-Girokonto unter anderem, dass Sie auch für Zahlungen in Fremdwährungen mit der N26-Kreditkarte keine Gebühren bezahlen.

Etwas schwieriger ist die Sache beim N26-Girokonto im Bereich der Geldabhebungen. Hier hat sich die Bank im Jahr 2016 für eine Einschränkung entschieden, um das niedrige Kostenniveau des Kontos zu halten. Mit der N26-Mastercard können Sie nur drei Mal im Monat kostenlos Bargeld abheben, also weniger als einmal pro Woche. Kunden unter 26 Jahren sowie Kunden, die das Konto als Gehaltskonto nutzen, können bis zu fünf Mal im Monat kostenfrei Geld abheben. Mit Konkurrenzmodellen wie der kostenlosen DKB Visa Kreditkarte können Sie dagegen beliebig häufig an Bargeld kommen. Dafür verzichtet N26 auf ein Abhebelimit und erhebt auch für über die Zahl von drei Abhebungen hinaus nur eine milde Gebühr von zwei Euro pro Transaktion. Diese Gebühr fällt auch für alle Abhebungen (ab der ersten) mit der Maestro-Karte an. Zudem fallen bei Abhebungen in Fremdwährungen Gebühren in Höhe von 1,7 Prozent der Abhebesumme an.

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Wenngleich das N26-Girokonto bei der ersten Veröffentlichung noch ohne Dispokredit daherkam, ist dies mittlerweile nicht mehr der Fall. Kunden können direkt in der App einen Dispo beantragen und erhalten dazu eine Benachrichtigung, ob Sie diesen bekommen (anhand einer Schufa-Prüfung). Eine Erhöhung und Senkung der Höhe des Dispos ist ebenfalls in Echtzeit in der App möglich. Die Zinsen sind mit effektiven 9,2 Prozent (Stand: 11/2017) allerdings im Vergleich zu anderen Direktbanken im Girokontovergleich recht hoch.

Alles in allem lässt sich sagen, dass das N26-Girokonto je nach Situation durchaus empfehlenswertsein kann. Wenngleich es einige Bereiche gibt, in denen andere Direktbanken die Nase vorn haben, ist das Angebot alles in allem gut. Negativ fallen nur die Einschränkung auf drei bzw. fünf Abhebungen im Monat sowie der relativ hohe Dispositionszins auf.

Wie sehen die Leistungen und Gebühren beim o2 Girokonto aus?

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Das o2 Girokonto ist im Prinzip eine Abwandlung des Fidor Girokontos. Die Leistungen sind insgesamt aber etwas schwächer als beim Fidor-Konto. Dabei fällt besonders auf, dass die Kontoführungsgebühr nicht immer und nicht generell wegfällt. Vielmehr erhalten Sie das o2 Girokonto in den ersten drei Monaten grundsätzlich kostenlos. Danach ist das Konto nur kostenlos, wenn Sie eine der beiden folgenden Bedingungen erfüllen:

  • 100 Euro oder mehr Kartenumsatz im Monat
  • Nutzung des Kontos als Gehaltskonto

Sofern Sie diese Bedingungen nicht erfüllen können, fällt eine Kontoführungsgebühr von 99 Cent im Monat an. Diese Gebühr ist zwar absolut im Rahmen und liegt weit unter dem, was andere kostenpflichtige Konten im Girokontovergleich kosten. Doch da es zahlreiche Anbieter von kostenlosen Konten, darunter auch das N26-Girokonto, gibt, ist diese Einschränkung dennoch als negativ zu betrachten. Empfehlenswert ist es daher, dass Sie das o2 Girokonto nur dann nutzen, wenn Sie die Bedingungen in jedem Fall erfüllen können.

Negativ fällt das o2 Girokonto auch in anderen Bereichen auf. Anders als beim anderen mobilen Girokonto, bietet das Produkt von o2 und Fidor nicht zwei Karten. Immerhin ist die Debit Mastercard komplett kostenlos. Bei Abhebungen ist die Sache noch komplizierter als bei der Fidor Bank. In den ersten drei Monaten der Kontoführung sind Abhebungen mit der Karte generell an allen Automaten in Deutschland kostenlos. Danach bleiben weiterhin alle Abhebungen kostenfrei, wenn Sie das Girokonto als Gehaltskonto führen. Wenn dem nicht so ist, kommt es auf Ihren Umsatz mit der Karte an. Dabei gibt es drei Schwellen:

  • mindestens 500 Euro Kartenumsatz im Monat: unbegrenzt kostenfreie Bargeldabhebungen
  • mindestens 100 Euro Kartenumsatz im Monat: drei kostenfreie Bargeldabhebungen
  • weniger als 100 Euro Kartenumsatz im Monat: eine kostenfreie Abhebung

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Sofern Sie das Konto also nur als Zweitkonto und die Debit Mastercard nur für manche Zahlungen nutzen, zahlen Sie schnell für Ihre Abhebungen zusätzlich drauf. Die Gebühren für Abhebungen, die über die inkludierten hinausgehen, liegen bei 3,99 Euro und sind damit ebenfalls vergleichsweise hoch.

Negativ fällt das o2 Girokonto ansonsten auch im Bereich der Dispositionszinsen (9,5 Prozent; 13,9 Prozent bei geduldeten Überziehungen) auf. Positiv ist, dass Sie als Kunde von o2 zusätzliches Datenvolumen erhalten. Dies gleicht die insgesamt wesentlich weniger attraktiven Leistungen im Vergleich zum N26-Girokonto aber nicht aus. Alternativ gibt es auch einige weitere bessere nicht mobile Girokonten in unserem Girokontovergleich, etwa das DKB Cash Girokonto.

Ein Smartphone-Girokonto ist praktisch

Ohne Zweifel ist die Innovation des Smartphone-Girokontos als positiv zu beschreiben. Die Verwaltung des Kontos am Smartphone ist praktisch und einfach. Gerade die Echtzeit-Benachrichtigungen bei Transaktionen sind ein echtes Plus. Beim Thema Preis-Leistung überzeugt von den mobile Girokonten allerdings nur das N26-Girokonto, das durchaus mit Direktbanken in unserem Girokontovergleich mithalten kann. Das o2 Girokonto dagegen lohnt sich nur in absoluten Ausnahmefällen (Stand: 11/2017).

Bildquellen:

Smartphone in Händen: Creativecommonsstockphotos | Dreamstime Stock Photos
DKB: DKB
Junge Leute: Rawpixelimages | Dreamstime.com
Frau mit Smartphone: comdirect.de
Aufzählungen: Bezahlen.de
N26: N26
o2: o2
Mann mit Smartphone: miles-and-more.com

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