Welche Bezahltechnologie auf Kreditkarten ist am sichersten?

Die Kreditkarte gilt allgemein als sicheres Bezahlmittel. Wir sagen Ihnen, welche Unterscheide zwischen Magnetstreifen und EMV-Chip bestehen und wie sicher diese Technologien sind.

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Sicherer bezahlen mit Chip oder Magnetstreifen?

Sie haben vermutlich bereits festgestellt, dass Ihre Kreditkarte sowohl über einen Magnetstreifen als auch über einen EMV-Chip verfügt. Vermutlich haben Sie sich deshalb bereits gefragt, was denn eigentlich der Unterschied zwischen den beiden Technologien ist? Noch viel wichtiger ist aber eigentlich: Welche der Technologien ist für Ihre Zahlung sicherer?

Warum haben Kreditkarten überhaupt Magnetstreifen und Chip?

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Die Kreditkarte hat mittlerweile eine über 50 Jahre andauernde Geschichte. Seit dem Beginn hat sich dabei vieles getan und noch mehr verändert. Die Kreditkarte ist sozusagen nicht mehr das Zahlungsmittel, das sie einmal war. Technisch hat sich die Kreditkarte stark weiterentwickelt. Auch deshalb gibt es heutzutage auf der Kreditkarte sowohl einen Magnetstreifen als auch einen Chip. Zur Zahlung können grundsätzlich beide Technologien genutzt werden. Darüber hinaus können Sie heutzutage zur Zahlung auch noch auf den NFC-Chip setzen. Sie haben mittlerweile also insgesamt sogar drei Zahlungsmöglichkeiten.

Was war zuerst da, der Magnetstreifen oder der Chip?

Blickt man in der Historie der Kreditkarte zurück, so stellt man schnell fest: Am Anfang war der Magnetstreifen. Mit dieser Technologie ist der Kreditkarte auch der Durchbruch gelungen. Wenn Sie sich alte amerikanische Filme anschauen, fällt Ihnen sicherlich das „Durchziehen“ der Kreditkarte auf. Dabei handelt es sich um eine Zahlung mit Magnetstreifen, denn die Daten der Kreditkarte werden aus eben jenem Streifen abgelesen. Die Verifikation dieser Zahlung erfolgt dann durch eine Unterschrift des Karteninhabers. Noch heute ist der Magnetstreifen in den USA das Zahlungsmittel schlechthin. Auch weiterhin haben in den USA viele Kreditkarten einzig und allein einen Magnetstreifen. Nur langsam gewinnt der EMV-Chip in den USA überhaupt an Bedeutung. Bei manchen Kreditkarten wurde dieser Schritt sogar übersprungen: Es gibt sie nur mit Magnetstreifen und NFC-Chip.

Warum gibt es den EMV-Chip überhaupt?

Der EMV-Chip ist eine Technologie, die deutlich nach dem Magnetstreifen kam. Der EMV-Chip ist allen voran eine europäische Erfindung. Die Chiptechnologie für Kreditkarten gibt es seit den 1990er-Jahren. Damals wurde der Chip erstmals in Karten verbaut. Die EMV-Technologie folgte wenig später. Seit den späten 1990er-Jahren werden alle Kreditkarten in Europa und vielen anderen Teilen der Welt mit dem EMV-Chip ausgestattet. Während der Magnetstreifen in den USA auch heute noch dominant ist, werden in Europa mittlerweile fast alle Zahlungen mittels des EMV-Chips abgewickelt. Alle Kreditkarten, die in europäischen Ländern ausgegeben werden, haben deshalb auch einen EMV-Chip. Zwar finden Sie auf Ihrer Kreditkarte dennoch auch einen Magnetstreifen – zum Einsatz kommt dieser innerhalb Europas allerdings eher selten. Generell spielt der EMV-Chip weltweit eine deutlich wichtigere Rolle als der Magnetstreifen. Als Verbraucher merken Sie den Unterschied allerdings kaum, denn Sie können auf den ersten Blick nicht sehen, welche Technologie zum Einsatz kommt.

Welche Technologie verspricht mehr Sicherheit?

Für Sie ist sicherlich nicht unbedeutend, welche der beiden Technologien Ihnen am Ende ein Plus an Sicherheit verspricht. Dabei ist die Antwort überraschend klar: Der EMV-Chip. Die Technologie ist nicht nur deutlich neuer, sondern auch generell weiterentwickelt. Der EMV-Chip ist sozusagen eine bessere Variante des Magnetstreifens. Grundsätzlich werden sowohl im Chip als auch im Magnetstreifen die Informationen über den Karteninhaber, den Verfügungsrahmen und viele weitere Details gespeichert. Bei der Zahlung werden die Daten von Lesegeräten ausgelesen. Wenn es darum geht, wie einfach eine Auslegung der Daten ist, liegt der Magnetstreifen im negativen Sinne weit vorne. So ist es für Betrüger recht einfach, ein Lesegerät so zu verändern, dass die Daten einfach ausgelesen werden. Das dauert bei einem Magnetstreifen oft nur wenige Sekunden. Beim EMV-Chip ist eine Auslegung der Kartendaten zwar theoretisch auch möglich, allerdings um ein Vielfaches schwieriger. Bei allen Betrugsfällen mit Kreditkarten entfällt nur ein absoluter Bruchteil auf den EMV-Chip.

Wo liegen die entscheidenden Vorteile des EMV-Chips?

Die technischen Unterschiede zwischen EMV-Chip und Magnetstreifen sind nicht ganz einfach zu erklären. Um den technischen Unterschied klarzumachen, gilt es einen Blick auf die Funktionsweise eines EMV-Chips zu werfen. Dieser funktioniert nach der Dualität von Interoperabilität und Flexibilität. Die Interoperabilität finden Sie auch beim Magnetstreifen. Konkret bedeutet dieses sperrige Wort, dass die Technologie grundsätzlich bei allen Händlern und an allen Lesegeräten zum Einsatz kommt. Eine Karte mit Chip kann dadurch überall genutzt werden. Dasselbe gilt für Karten mit Magnetstreifen. Der große Unterschied ergibt sich allerdings bei der Flexibilität. Einfach erklärt verändern sich die Daten eines EMV-Chips immer wieder. Eine Verifizierung wird immer durch unterschiedliche Daten durchgeführt. Diese Daten verändern sich immer wieder, wodurch immer nur eine Zahlung mit einem Datensatz durchgeführt werden kann. Auf einem Magnetstreifen sind die Daten dagegen unveränderbar. Sie bleiben immer gleich und sind bei jeder Verifizierung einer Zahlung immer gleich. Genau hier liegt der entscheidende Vorteil des EMV-Chips.

Was bedeutet der Unterschied zwischen EMV-Chip und Magenstreifen in der Praxis?

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Sie fragen sich jetzt vermutlich, was das für Sie bedeutet? Es geht konkret um die mögliche Kopierbarkeit der Daten. Dadurch, dass sich die Daten einer Kreditkarte mit Magnetstreifen nicht verändern, können Betrüger diese Daten nicht nur auslesen, sie können sie auch kopieren und weiterverkaufen. Theoretisch ist eine Kopie und ein Weiterverkauf auch mit Daten von einem EMV-Chip möglich. Nur sind die Daten bei einem EMV-Chip nahezu wertlos, da sie nur einmal zur Verifizierung verwendet werden können. Bei der nächsten Zahlung mit einem EMV-Chip ist ein neuer Datensatz vonnöten. Erbeuten Betrüger also einen Datensatz, ist dieser nahezu wertlos. Wenn dagegen ein Datensatz von einem Magnetstreifen erbeutet wird, kann dieser einfach kopiert und weiterverkauft werden. Mit den erbeuten Daten können dann beliebig viele Zahlungen durchgeführt werden. Gerade deshalb gilt der EMV-Chip als so viel sicherer.

Ist eine Zahlung mit EMV-Chip sicherer als eine Zahlung mit Magnetstreifen?

Aufgrund der angesprochenen technologischen Unterschiede, ist eine Zahlung mit Magnetstreifen für Sie am Ende auch deutlich sicherer als die Zahlung mit Magnetstreifen. Das Problem ist allerdings, dass Sie nur im absoluten Ausnahmefall überhaupt die Wahl haben. Gewöhnlich steht Ihnen nicht offen, welche Zahlungsweise zum Einsatz kommt. Stattdessen bestimmt der Händler, dass Sie entweder per EMV-Chip oder per Magnetstreifen bezahlen. So können Sie beispielsweise bei Zahlungen in den USA davon ausgehen, dass der Magnetstreifen zum Einsatz kommt. In Europa kommt daher im Prinzip fast immer der EMV-Chip zum Einsatz. Dasselbe gilt auch in den meisten anderen Kontinenten. Sie als Verbraucher haben leider aber nur selten einen Einfluss darauf, welche Zahlungsmethode am Ende genutzt wird.

Wie merke ich, ob ich per Magnetstreifen oder EMV-Chip bezahle?

Sie fragen sich möglicherweise, ob Sie überhaupt sehen können, welche Technologie zum Einsatz kommt? Das kommt ganz darauf an. Sie zahlen beispielsweise immer dann per Magnetstreifen, wenn Sie Ihre Karte „swipen“. Das bedeutet konkret, dass Sie Ihre Karte durch das Lesegerät ziehen. Wenn diese Technologie zum Einsatz kommt, zahlen Sie immer mit dem Magnetstreifen. Wenn Sie Ihre Karte dagegen nur ein kleines Stück (mit dem Chip) in ein Lesegerät stecken, kommt immer der EMV-Chip zum Einsatz. Bei Geld- oder anderen Automaten sehen Sie den Unterschied allerdings oft nicht. Sie stecken Ihre Karte hier meist komplett in den Automaten. Dieser kann theoretisch entweder den Magnetstreifen oder den EMV-Chip auslesen. Sie erkennen also bei einer gewöhnlichen Zahlung meist, wie Sie zahlen. An Automaten haben Sie allerdings keine Chance nachzuvollziehen, wie genau Sie bezahlen beziehungsweise Geld abheben.

Spielt die Zahlungsart für die Verifikation eine Rolle?

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Grundsätzlich können Sie die Art der Zahlung auch an der Verifikation erkennen. Beachten Sie allerdings, dass es hierbei teilweise Ausnahmen gibt. Früher konnten Sie sich eine einfache Regel merken: Wenn Sie mit Magnetstreifen bezahlen, müssen Sie unterschreiben. Wenn Sie mit EMV-Chip bezahlen, müssen Sie die PIN eingeben. Diese „alte“ Regel ist allerdings nicht mehr wirklich aktuell. Auch bei Zahlungen mit dem EMV-Chip müssen Sie teilweise unterschreiben und auch wenn Sie per Magnetstreifen beispielsweise Geld abheben, kommt gewöhnlich eine PIN zum Einsatz, da eine Unterschrift schon rein theoretisch unmöglich ist. Bezahlen Sie bei einem Händler, ist die Art der Verifikation grundsätzlich ein möglicher Indikator für die Zahlungsart. Eine absolute Sicherheit bietet Ihnen dieser „Check“ allerdings nicht.

Warum haben Kreditkarten heute noch Chip und Magnetstreifen?

Sie fragen sich nach dieser ausführlichen Erklärung vermutlich, warum Ihre Karte überhaupt noch einen „gefährlichen“ Magnetstreifen hat? Die Erklärung ist recht einfach: Sie können keineswegs überall mit dem EMV-Chip bezahlen. Diese Problematik lässt sich einfach anhand der V Pay-Karte erklären. Diese Art der Girokarte wurde in Deutschland vor Kurzem als neuer Girokarten-Standard für Zahlungen im Ausland eingeführt. Das Problem: Sie können diese Karte nur für Zahlungen innerhalb Europas nutzen, da bei der V Pay-Karte kein Magnetstreifen zum Einsatz kommt. Bei dem Konkurrenzsystem Maestro wird dagegen auf den Magnetstreifen gesetzt – Sie können diese Karte entsprechend auch weltweit einsetzen. Wenn Sie nun eine Kreditkarte hätten, die keinen Magnetstreifen hat, könnten Sie nicht mehr weltweit damit bezahlen und Geld abheben. Ihre Flexibilität und damit der größte Vorteil einer Kreditkarte wäre dahin. Gerade deshalb gilt es als so wichtig, dass Ihre Kreditkarte neben einem EMV-Chip auch einen Magnetstreifen hat.

Wird der Magnetstreifen mittelfristig abgeschafft?

Der Magnetstreifen wird mittelfristig keine große Rolle mehr spielen. Es dauert vermeintlich aber noch viele Jahre, bis die veraltete Technologie bei Kreditkarten nicht mehr zum Einsatz kommt. Bis der komplette Umtausch und eine komplette Interoperabilität hergestellt ist, vergehen sicherlich noch mindestens zehn Jahre. Sie sollten also davon ausgehen, dass Ihre Kreditkarte auch mittelfristig noch einen EMV-Chip und einen Magnetstreifen haben wird. Generell müssen Sie sich deshalb keine Sorgen machen, da Ihre Kreditkarte dennoch ein äußerst sicheres Zahlungsmittel ist. Dennoch wird die Sicherheit noch weiter steigen, sobald alle Kreditkarten weltweit nur noch einen EMV-Chip haben. Bis dahin sollten Sie bezüglich der Sicherheit Ihrer Kreditkarte weiterhin eine gewisse Vorsicht walten lassen. Lassen Sie Ihre Kreditkarte nie unbeaufsichtigt und geben Sie Ihre Karte in keinem Fall aus der Hand. Seien Sie auch bei Zahlungen vorsichtig. Kommt Ihnen ein Händler, ein Zahlungsterminal oder ein Geldautomat suspekt vor, sollten Sie mit Ihrer Karte lieber keine Zahlung durchführen.

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Ist die Zahlung per NFC eine gute Alternative?

Neuerdings besitzen die meisten Kreditkarten über den Magnetstreifen und den EMV-Chip hinaus auch noch einen NFC-Chip. Die Near Field Technology erlaubt sogenannte kontaktlose Zahlungen. Sie können so nicht nur deutlich schneller bezahlen, sondern müssen Ihre Kreditkarte auch gar nicht erst aus der Hand geben. Das verspricht eine deutlich höhere Sicherheit. Bei einer Zahlung mit Near Field Communication ist die Auslesung von Daten ebenfalls unproblematisch, da auch hier für jede Zahlung verschiedene Daten verwendet werden. Die Technologie gleicht also grundsätzlich der eines EMV-Chips. Der entscheidende Vorteil liegt aber darin, dass Sie Ihre Karte nicht aus der Hand geben müssen. So wird das Risiko, dass es zu einem Betrugsfall kommt, erheblich minimiert. Dadurch, dass Sie Ihre Karte ebenfalls in kein Terminal stecken müssen, können Ihre Daten auch nicht auf diesem Weg ausgelesen werden. Es lohnt allerdings der Hinweis, dass natürlich auch NFC keine hundertprozentige Sicherheit verspricht. Dadurch, dass Zahlungen über 25 Euro aber gesondert durch eine PIN verifiziert werden müssen, sind die Verluste im Betrugsfall begrenzt.

Magnetstreifen oder PIN – kein Zahlungsmittel ist so sicher wie die Kreditkarte

Bei all den Gefahren fragen Sie sich vielleicht, ob die Kreditkarte wirklich das richtige Zahlungsmittel ist. Das ist generell aber keinen Gedanken wert, denn kein anderes weltweit einsetzbares Zahlungsmittel bringt Ihnen so viel Flexibilität und Sicherheit. Die Zahl der Betrugsfälle rund um Kreditkarten ist in den letzten Jahren immer weiter zurückgegangen. Sie müssen sich entsprechend keine Sorgen machen, dass gerade Sie ein Opfer werden könnten. Darüber hinaus sind die Kreditkartenbanken auch im Schadensfall als extrem kulant bekannt. Sie müssen also selbst dann, wenn etwas passiert, nicht haften. Viel mehr Komfort und Sicherheit geht gar nicht. Wenn Sie auf Ihre Kreditkarte gut aufpassen, sind Sie auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

Bildquellen:

Muster Kreditkarten: Deutsche Postbank AG
Hacker: Paulus Rusyanto | Dreamstime.com
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Kontaktloses Bezahlen: Mihail Degteariov | Dreamstime.com

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