Zinshöhe

Die Zinshöhe definiert sowohl die Höhe des Zinssatzes, der für befristest ausgeliehenes Geld vom Schuldner an den Gläubiger zu entrichten ist als auch den konkreten Geldbetrag, der sich aus dem zu verzinsenden Grundbetrag und dem festgesetzten Zinssatz ergibt.

Definition weiterlesen
Deutschland-Kreditkarte auf Bezahlen.de

Beeinflusst wird die Zinshöhe von verschiedenen Determinanten, basiert aber grundsätzlich auf dem allgemeinen Marktniveau, sodass abgeleitet werden kann, dass die Zinshöhe vom Angebot und der Nachfrage nach Geldanlagen bzw. -aufnahmen abhängig ist.

Aus der Sicht der Finanzinstitute spielen aber noch weitere Faktoren eine Rolle, die letztlich alle auf die Zinshöhe einwirken. So sind beispielsweise die Geldbeschaffungskosten der Banken von großer Bedeutung. Je mehr die Banken für die Beschaffung von Kapital aufbringen muss, umso stärker wächst unter Anderem auch die Zinshöhe bei der Vergabe von Geld (z.B. Kredite). Gleichzeitig bestimmt diese Determinante aber auch die Zinsen für die Hereinnahme von Kapital. Sind die Kosten zu hoch, wird die Zinshöhe für Kapitaleinlagen üblicherweise sinken.

Im Kreditwesen, d.h. bei Kreditzinsen, spielt zudem auch der Risikofaktor eine bedeutende Rolle. Damit sich die Finanzinstitute gegen eventuelle Ausfälle absichern können, schlagen sie in der Regel einen Risikosatz entsprechend der Bonität des Kreditnehmers auf den ursprünglichen Zinssatz drauf, sodass die Zinshöhe ansteigt.

Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ist für Schuldverhältnisse, die nach Gesetz oder Rechtsverhältnisse zu verzinsen sind, ein gesetzlicher Zinssatz von 4 Prozent pro Jahr angesetzt, „(…)sofern nicht ein anderes bestimmt ist.“. Allerdings enthält das BGB keine Vorschrift hinsichtlich der zulässigen Zinshöhe beim vereinbarten bzw. vertraglichen Zins (z.B. Darlehenszins etc.). Daher unterliegt die Zinshöhe unter Berücksichtigung der Regelungen von Wucher, wucherähnlichen oder sittenwidrigen Geschäften der freien Vereinbarung zwischen Schuldner und Gläubiger. 

Zinshöhe seit der Finanzkrise ab 2007

Auf Grund der Maßnahmen der Zentralbanken seit der Finanzkrise ab 2007 ist die Zinshöhe in den letzten Jahren extrem stark gesunken. In der Eurozone erreichte die Zinshöhe für manche Anlagen einen Wert von unter 0, also einen negativen Zins. Das angesprochene Marktniveau sorgt dafür, dass die Zinshöhe für Anleger immer seltener eine Rolle spielt. Auch der Risikosatz, den Banken für das Verleihen von Geld nehmen, ist in den letzten Jahren deutlich gesunken. Die Zinshöhe könnte in Zukunft daher eine wesentlich weniger wichtige Rolle einnehmen als bisher.

 
  • WhatsApp