Wicksell-Effekt

Der Wicksell-Effekt wurde geprägt durch den schwedischen Ökonomen Knut Wicksell, der als erster Wirtschaftswissenschaftler die Zusammenhänge zwischen Geldmenge, Zinsen und Preisniveau untersuchte. Der Effekt beschreibt dabei die Wirkung eines sinkenden Marktzinsniveaus bei gleichzeitiger Zunahme der Investitionstätigkeit auf den natürlichen Zins.

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Wicksell unterschied in seiner Theorie also zwischen dem Marktzins und dem natürlichen Zins. Letzter wurde definiert als der Ertragssatz auf Realkapital. Unter dem Marktzins hingegen verstand er den Zins auf dem Kreditmarkt. Der Wicksell-Effekt beschreibt nun Folgendes:

Wird durch eine entsprechende Geldpolitik der Zentralbank (z.B. Geldmengenerhöhung) das Kreditangebot gesteigert und in Folge dessen der Marktzins gesenkt, werden verstärkt Kredit nachgefragt, sofern der natürliche Zins vorerst gleich bleibt. Die Investitionstätigkeit steigt also. Als ein Resultat dessen kommt es zu einer Veränderung des natürlichen Zinses. Investoren aber werden aus den Investitionsalternativen stets diejenige wählen, die den höchsten Ertrag bringt. Mit der wachsenden Investitionstätigkeit werden allerdings auch zunehmend Investitionen getätigt, die einen geringeren Ertragssatz aufweisen. Das führt zu einem Absinken des natürlichen Zinses. Die Investoren investieren nun solange, bis der natürliche Zins das Niveau des Marktzinses erreicht hat (= Wicksell-Effekt).

In Folge der zunehmenden Kreditnachfrage kommt es aber auch zu einem Anstieg des Marktzinses, sodass die Senkung nur als vorübergehend zu betrachten ist. Sobald dieser Zins den natürlichen übersteigt, verlieren die Investitionen für die Investoren den Reiz.

 
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