Risikoprofil

Das Risikoprofil ist im Allgemeinen eine Zusammenfassung aller wesentlichen Erkenntnisse und Informationen über eine Person, eine Einrichtung oder ein Institut, um eine transparente und aussagekräftige Darstellung der Risikofaktoren zu bekommen. Zur Erstellung eines Risikoprofils müssen seitens des Erstellers entsprechende Kriterien und Fragestellungen analysiert, bewertet und beurteilt werden.

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1. Bankenaufsichtliches Risikoprofil
Es stellt das Ergebnis der bankaufsichtlichen Bewertung aller relevanten Merkmale eines Instituts dar. Erstellt wird es durch die Deutsche Bundesbank und abschließend zur Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gesandt, um deren Abstimmung zu erwarten.

Das bankenaufsichtliche Risikoprofil enthält Teilurteile zu allen wesentlichen Risikoaspekten eines Instituts. Dazu zählen unter Anderem:

•    Kapitalausstattung
•    Eigentümerstruktur
•    Risikotragfähigkeit
•    Ertragslage/Bilanzpolitik
•    ICAAP (Internal Capital Adequacy Assessment Process)
•    Internal Governance (ordnungsgemäße Geschäftsorganisation)
•    die einzelnen Risikobereiche wie …
Kreditrisiko
… Beteiligungsrisiko
… Marktpreisrisiko
… Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch
… Liquiditätsrisiko
… operationelle Risiken
… sonstige materielle Risiken

Das Gesamtergebnis in Form eines arithmetischen Mittels aus den Teilurteilen ermöglicht die Eingliederung der Institute eine vierstufige Qualitätsskala (z.B. A = hohe Qualität, D = niedrige Qualität).

Aus dem bankaufsichtlichen Risikoprofil wird der Aufsichtsplan für das jeweilige Institut abgeleitet und damit der Grad „bankaufsichtlicher Aufmerksamkeit“ festgelegt. Folglich bildet das Risikoprofil die Grundlage für eine risikoorientierte Aufsichts- und Prüfungsplanung.

2. Risikoprofil von Anlegern
Vor Allem im Wertpapierwesen ist es von großer Bedeutung, im Rahmen der Wertpapierberatung ein Risikoprofil des Anlegers zu erstellen. Im Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) ist das Risikoprofil Bestandteil der Verhaltensregeln eines Wertpapierdienstleistungsunternehmens. Demnach müssen die Berater von den Kunden mindestens folgende Informationen einholen:

- Kenntnisse und Erfahrungen in Bezug auf Geschäfte mit bestimmten Arten von Finanzinstrumenten oder Wertpapierdienstleistungen
- Anlageziele der Kunden
- finanziellen Verhältnisse der Kunden

Erst auf Basis eines umfangreichen und aussagekräftigen Risikoprofils kann die Risikobereitschaft des Kunden erkannt und demzufolge ein entsprechendes Anlageinstrument empfohlen werden. Generell differenziert man die folgenden 3 Anlagetypen:

1. konservativ (ertragsorientiert)
•    keine Risiken eingehen
•    Priorität liegt in der Substanzerhaltung
•    Ertragseinbußen

2. risikobewusst (wachstumsorientiert)
•    Risikobereitschaft ist begrenzt
•    bereit, ein gewisses Risiko einzugehen

3. spekulativ (chancenorientiert)

•    Risikobereitschaft stark ausgeprägt
•    bereit, Kapital in risikoreiche Anlagen (z.B. Aktien) zu investieren

 
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