Kriegsanleihe

Eine Kriegsanleihe, auch Kriegskredit genannt, ist ein Wertpapier, das zur Finanzierung eines Krieges üblicherweise durch die Regierung eines Landes (= Emittent) herausgegeben wird.

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Der Kriegskredit kann sowohl verzinslich als auch unverzinslich gestaltet werden. Meist ist es eine Regierung selbst, die als Emittent dieser Schuldverschreibungen auftritt. Der Käufer solcher Staatsanleihen gibt der Regierung gewissermaßen einen Kredit für deren Kriegsführung. Die Kapitalanleger erhoffen sich im Falle eines Sieges hohe Zinsen, die der Staat aus den Reparationszahlungen der unterlegenen Gegner aufbringt.

Eine Kriegsanleihe kann sehr spekulativ sein, denn wird der Krieg verloren, werden die Gelder häufig nicht zurückgezahlt.

Weil Kriege sehr teuer werden können, muss der Staat enorme Geldmengen zur Verfügung haben, um eine totale Mobilmachung bezahlen zu können. Deshalb werden Kriegsanleihen in der Regel mit erheblichem Propagandaaufwand betrieben. Neben der besseren Siegesaussicht wird besonders über Patriotismus und Zusammenhalt eine Zahlungsbereitschaft in der Bevölkerung hervorgerufen. Im Verlaufe länger anhaltender Kriege werden oft immer neue Anleihen aufgelegt, um einen dauerhaften Nachschub von Kriegsmaterial zu gewährleisten.

Nicht selten bestand in der Vergangenheit sogar ein Kaufzwang für alle Staatsbürger oder zumindest für juristische Personen und bestimmte wohlhabendere Schichten, wie Grundbesitzer oder Menschen mit höheren Einkommen (Zwangsanleihe).

Kriegsanleihen können auch über Auslandsanleihen an Verbündete verkauft werden. Die Kriegsfinanzierungen führten in Deutschland nach beiden Weltkriegen zu Inflationen und Währungszusammenbrüchen.

 
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