Kreditbeschränkungskarussell

Ein Kreditbeschränkungskarussell (auch Kreditbeschränkungs-Karussell geschrieben) kann den Anfang einer wirtschaftlich schwierigen Lage markieren. Eine solche Situation tritt ein, wenn es in einer bestimmten Branche zu einer Vielzahl von Unternehmenspleiten kommt.

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Die insolventen Unternehmen können ihre laufenden Kredite nicht mehr tilgen, so dass die Bilanzen der Banken belastet werden. In Folge dessen sind die Institute mit der Vergabe neuer Kredite zurückhaltender, so dass andere Unternehmen nicht mehr in ausreichendem Maße frisches Kapital erhalten. Diese fehlende Liquidität kann zum Zusammenbruch weiterer Unternehmen führen, was neuerliche Kreditausfälle bei den Banken zur Folge hat.

Bei einem Kreditbeschränkungskarussell handelt es sich also um eine Abwärtsbewegung, die sich laufend selbst verstärkt. Neben einer Pleitewelle in einzelnen Branchen kann auch ein rapider Verfall der Aktienkurse an den Börse zum Auslöser werden, denn viele Kredite, die mit Wertpapieren besichert sind, verfügen nach dem Wertverlust der Aktien nicht mehr über ausreichende Kreditsicherheiten. Auch in diesem Fall reagieren die Banken häufig mit Restriktionen im Geschäft mit neuen Krediten.

Nach Meinung mancher Ökonomen kann ein Kreditbeschränkungskarussell wegen der negativen Auswirkungen weit über einzelne Krisenbranchen hinaus zum Ausgangspunkt für einen allgemeinen wirtschaftlichen Abschwung werden. Eine Reihe von Wirtschaftsforschern vertritt deshalb die Ansicht, dass der Staat in einem solchen Fall mit Kreditgarantien eingreifen sollte, um die Abwärtsspirale zu stoppen.

 
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