Wie kann ich meine Karte vor NFC-Betrug schützen?

Vermutlich haben auch Sie mindestens eine Bezahlkarte mit NFC. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Karte trotz NFC-Funktion vor Missbrauch schützen können.

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So schützen Sie Ihre Karte vor NFC-Betrug

Inhaltsverzeichnis

  1. Wie kann ich meine Karte vor NFC-Betrug schützen?
  2. Was ist NFC denn eigentlich?
  3. Welche Risiken gibt es bei der Zahlung per NFC?
  4. Was kann ich selbst für mehr Sicherheit tun?
  5. NFC bietet Sicherheit und Komfort

Wie kann ich meine Karte vor NFC-Betrug schützen?

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Moderne Technologien bringen immer auch Zweifler auf den Plan. Das ist bei Near Field Communication, kurz NFC, nicht anders. Diese Technologie gibt es mittlerweile seit einigen Jahren. In Deutschland ist NFC dennoch nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Die Risiken werden vielfach überschätzt, der Nutzen und Zeitgewinn unterschätzt. Damit Sie sich beim Einkaufen auch weiterhin sicher fühlen, zeigen wir Ihnen, wie Sie sich vor möglichem Betrug schützen können.

Was ist NFC denn eigentlich?

Sie haben mit Sicherheit in den vergangenen Jahren des Öfteren von NFC gehört. Diese Technologie hat in Deutschland stark an Bedeutung gewonnen (Stand: 04/2017). Genutzt wird NFC bislang von nur wenigen Verbrauchern, auch weil viele nicht so recht wissen, was NFC eigentlich ist. Damit Sie sich ein Bild von Near Field Communication machen können, wollen wir Ihnen zuerst kurz erklären, um was es sich dabei eigentlich handelt. Beginnen wollen wir mit der Begriffsdefinition. Der englische Begriff Near Field Communication bedeutet ins Deutsche übersetzt grob: Kommunikation zwischen zwei Geräten, die sich in geringer Entfernung zueinander befinden. Das klingt sperrig, aber zeigt ganz gut, was NFC tut. Es verbindet zwei Elemente und ermöglicht so die Übertragung von Daten.

Die Funktionsweise von NFC kurz erklärt:

Damit diese Übertragung von Daten vonstattengehen kann, benötigt es Funkstrahlen. Deshalb ist die Near Field Communication-Technologie offiziell auch ein Funkstandard. Wenn Sie Ihr NFC-Gerät an ein entsprechendes Lesegerät halten, werden über Funk auf kurze Distanz Zahlungsdaten ausgetauscht. Eine Übertragung ist dabei nur bei Abständen von sehr wenigen Zentimetern möglich, was die Funkübertragung besonders sicher macht. Die Übertragungsgeschwindigkeit von NFC liegt zwar nur bei 424 Kilobyte pro Sekunde, doch für den Austausch von Zahlungsdaten reicht das allemal. Grundsätzlich handelt es sich bei NFC also um eine Möglichkeit, um schnell Daten auszutauschen. Das ist besonders beim Bezahlen sinnvoll, da Sie gegenüber der normalen Kartenzahlung viel Zeit sparen können. Darüber hinaus ermöglicht NFC die Zahlung über neue Wege, etwa mit dem Smartphone.

Wo kann ich NFC nutzen?

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Zwar ist die Technologie NFC per se nicht auf bestimmte Bereiche eingegrenzt, bislang kommt NFC aber hauptsächlich bei der Zahlung zum Einsatz. Entsprechend können Sie NFC auch bei immer mehr Händlern in Deutschland und auf der ganzen Welt nutzen. Grundsätzlich sollten Sie dabei Folgendes beachten: NFC ist ein Zahlungsstandard für den Einkauf im Einzelhandel. Die Bezahlung bei Online-Händlern ist über den Funkstandard nicht möglich. Grundsätzlich erkennen Sie Händler, die eine Zahlung per NFC akzeptieren, am aus drei unterschiedlich großen Halbkreisen bestehenden NFC-Logo. Alternativ finden Sie an Terminals, die nur Girokarten akzeptieren, das Logo „girogo“ oder „kontaktlos“. Teilweise kommt es allerdings noch vor, dass Händler die Zahlung per NFC nicht ermöglichen. Auch bedeutet die Akzeptanz von NFC-Zahlungen nicht zwingend, dass auch Kreditkarten akzeptiert werden.

Mit diesen Geräten können Sie NFC hauptsächlich nutzen:

NFC Geräte

Heutzutage könne Sie an wenigen ausgewählten Stellen NFC auch in anderen Bereichen nutzen. Sogenannte NFC-Tags können nämlich auch an Werbeplakaten angebracht werden. Wenn Sie Ihr NFC-Gerät an das Plakat halten, bekommen Sie weiterführende Informationen. Das können beispielsweise ein Weblink oder ein Kalendereintrag sein.

Was bringt mir NFC?

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Bevor wir zu den Risiken und dem Schutz vor möglichem Betrug kommen, wollen wir Ihnen noch kurz erklären, was Ihnen NFC eigentlich bringt. Sofern Sie auf die neue Technologie setzen, sparen Sie beim Bezahlen zukünftig nämlich sehr viel Zeit. Die Zahlung mit NFC ist statistisch gesehen die schnellstmögliche Zahlungsweise. Im Durchschnitt dauert eine Transaktion weniger als fünf Sekunden. Zudem müssen Sie Ihre Karte nicht mehr aus der Hand geben und minimieren dadurch das Betrugsrisiko. In Deutschland gilt dabei in der Regel: Zahlungen bis 25 Euro (Kreditkarte) beziehungsweise 20 Euro (Girokarte) können Sie ohne Eingabe einer PIN kontaktlos durchführen. Bei höheren Zahlungen müssen Sie zur Verifizierung eine PIN eingeben. Der Prozess geht dennoch schneller als die klassische Kartenzahlung. Das ist auch dann der Fall, wenn Sie bei kleineren Zahlungen von Zeit zu Zeit aus Sicherheitsgründen stichprobenartig doch eine PIN eingeben müssen. Insgesamt lässt sich festhalten, dass Sie durch die Zahlung mit NFC deutlich schneller und komfortabler einkaufen können.

Welche Risiken gibt es bei der Zahlung per NFC?

In den vergangenen Monaten wurde im Zusammenhang mit NFC vielfach Panik gemacht (Stand: 04/2017). Doch die Faktenlage sieht anders aus: Betrugsfälle rund um den neuen Zahlungsstandard gab es bislang fast gar nicht. Bei allen bekannten Fällen waren die Schäden zudem minimal. Eine echte Gefahr scheint entsprechend kaum zu existieren. Dennoch wird NFC weiterhin sehr kritisch behandelt. Während eine Diskussion zu diesem Thema durchaus sinnvoll ist, wollen wir Ihnen hier auch ein wenig die Angst nehmen. Sie müssen sich also nicht zwingend doppelt schützen oder Ihre Bank um eine Karte ohne NFC bitten. Dennoch schadet es nicht, vorsichtig zu sein.

Können missbräuchlich kontaktlose Zahlungen durchgeführt werden?

Theoretisch ist es möglich, dass Ihre Karte missbräuchlich für kontaktlose Zahlungen eingesetzt wird. Manipulierte Lesegeräte im Laden, fingierte Transaktionen durch Geräte in der U-Bahn – theoretisch besteht die Gefahr, dass Betrüger Beträge abbuchen können. Bei Kreditkarten wäre das in einem gewissen zeitlichen Abstand sogar mehrfach möglich. Doch dieser Straftat steht nicht nur die Statistik entgegen. Auch der gesunde Menschenverstand hilft dabei, zu erkennen, dass Betrug dieser Art wenig sinnvoll ist. Täter müssten teuer Geräte manipulieren, um an Daten zu kommen. Zudem wäre es nötig, dass ein Betrüger Ihrer Geldbörse enorm nahekommt. Dafür müsste der Täter zuerst wissen, dass Sie überhaupt eine NFC-Karte besitzen und darüber hinaus, wo sich diese befindet. Bei einem maximalen Ertrag von 25 Euro erscheint der Aufwand deutlich zu groß.

Kann die Sperre von maximal 25 Euro umgangen werden?

Einige Experten für Kartensicherheit haben in den vergangenen Jahren ins Spiel gebracht, dass Betrüger möglicherweise die 25 Euro-Sperre umgehen könnten (Stand: 04/2017). Doch wie sich in Praxistests herausgestellt hat, ist das im Prinzip unmöglich. Schon bei Zahlungen von unter 25 Euro wird teilweise aus Sicherheitsgründen eine PIN abgefragt. Wenn die Zahlung in diesem Fall abgebrochen wird, ist die Karte solange nicht für eine normale NFC-Zahlung freigegeben, bis die Zahlung einmal per PIN bestätigt wurde. So können Betrüger nicht einfach einen zweiten Versuch wagen, wenn Sie beim ersten Mal gescheitert sind. Solange die 25 Euro-Sperre nicht umgangen werden kann, bieten sich für Betrüger schlichtweg wenig rentable Möglichkeiten, um den Standard zu umgehen.

Welche Sicherheitsvorkehrungen gibt es?

Damit Sie in jeder Situation bestens geschützt sind, haben die Banken vor der Einführung von NFC die eine oder andere Sicherheitsmaßnahme entworfen. Dazu gehören allen voran diese:

  • NFC-Zahlungen sind in einem maximalen Abstand von einigen wenigen Zentimetern möglich
  • Jede Transaktion wird einzeln aktiviert (macht Mehrfachzahlungen unmöglich)
  • Anzahl der NFC-Transaktionen ist mit Limits begrenzt
  • Mehr als zwei gleichzeitige Funksignale sorgen für einen Transaktionsabbruch
  • Zahlungsterminals werden gesondert zugelassen

Schon die doppelte Begrenzung von Mehrfachzahlungen sorgt dafür, dass Sie sich kaum Sorgen machen müssen. Durch die gesetzten Limits kann nur ein minimaler Schaden pro Tag entstehen. Gleichzeitig können manipulierte Terminals durch die jeweils einzeln zu aktivierende Zahlung maximal einmal missbräuchlich Geld abbuchen. Durch die zusätzliche zertifizierte Zulassung der Terminals sollte Missbrauch generell so gut wie ausgeschlossen sein. Interessant ist darüber hinaus noch der Fakt, dass Sie sich mit mehr als einer NFC-Karte im Geldbeutel sozusagen selbst schützen können, da Transaktionen bei mehreren Funkkarten auf einmal abgebrochen werden.

Was kann ich selbst für mehr Sicherheit tun?

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Wenn Sie sich dennoch nicht ganz sicher sind, wollen wir Ihnen in diesem Abschnitt zeigen, was Sie selbst tun können, um sich zu schützen. Dabei unterscheiden sich die einzelnen Möglichkeiten je nach Zahlungsmittel. Immerhin können Sie NFC mittlerweile mit Ihrer Girokarte, dem Smartphone und natürlich auch Ihrer Kreditkarte nutzen.

Deaktivieren Sie NFC auf Ihrem Smartphone

Dass NFC die Welt des mobilen Bezahlens revolutioniert hat, ist nichts Neues. Doch Sie wussten bislang vielleicht nicht, dass NFC schlichtweg eine Zusatzfunktion von neuen Smartphones ist. Sie können den NFC-Chip ganz einfach in Ihren Einstellungen deaktivieren. Das spart sogar Strom, wenn auch in kleinen Mengen. Wenn Sie NFC dennoch nutzen wollen, können Sie den Chip jederzeit wieder aktivieren. So minimieren Sie jegliches Betrugsrisiko. Dadurch, dass der Chip immer nur aktiviert ist, wenn Sie gerade mit NFC bezahlen, haben Betrüger keine Chance.

Lassen Sie sich über Transaktionen benachrichtigen

Ein genereller Tipp für alle Zahlungsmittel ist die Einstellung von Benachrichtigungen für Transaktionen. Leider ist dieser Service bei vielen Banken kostenpflichtig. Sie sollten diesen Service aber nutzen, wenn er kostenlos ist. Sie erhalten dann für jede Transaktion eine SMS oder E-Mail mit dem genauen Betrag, dem Händler und dem Zeitpunkt. So sehen Sie sofort, wenn es zu einer missbräuchlichen Abbuchung kommt. Theoretisch könnten Sie sich sogar noch vor Ort um eine Klärung der Situation kümmern, sollte es zu einem Missbrauch kommen. Durch die Benachrichtigung in Echtzeit können Sie sich im Zweifel auch sofort an Ihre Bank oder die zentrale Sperrhotline wenden und Ihre Kredit- oder Girokarte vorsorglich sperren lassen.

Nutzen Sie mehr als nur eine NFC-Karte

Mehr als eine Karte mit NFC zu nutzen, um das Risiko zu minimieren? Das klingt auf den ersten Blick absolut hanebüchen. Doch durch die Schutzfunktion von NFC kann genau das Sinn ergeben. NFC-Terminals blocken jegliche Zahlungen, wenn mehr als zwei Funksignale zur gleichen Zeit festgestellt werden. Das können Sie auch selbst Testen. Versuchen Sie einmal eine NFC-Zahlung durchzuführen, wenn Sie mehr als eine NFC-Karte im Geldbeutel haben. Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Es wird nicht funktionieren. Sie müssen eine Karte aus dem Geldbeutel nehmen und die andere in einem Abstand von rund zehn Zentimetern davon halten. Erst dann können Sie eine Zahlung am NFC-Terminal vornehmen. Dieser „Trick“ hilft Ihnen auch dann, wenn ein Betrüger versuchen sollte, durch ein manipuliertes Lesegerät auf kurzer Distanz – etwa bei einem Gedrängel in der U-Bahn, missbräuchlich eine NFC-Zahlung durchzuführen.

Nutzen Sie eine Bank- statt einer Kreditkarte

Wenn Sie NFC nicht so recht trauen, können Sie auch noch eine andere Vorsichtsmaßnahme wählen. Nutzen Sie einfach nur Bankkarten und keine Kreditkarten. Der Unterschied liegt hier an der unterschiedlichen NFC-Funktionsweise der beiden Karten:

Girokarte Kreditkarte NFC

Bei einer Bankkarte liegt die maximale Aufladung bei 20 Euro. Das bedeutet, dass im schlimmsten Fall auch nur 20 Euro verlorengehen können.

Bei einer Kreditkarte sind die beiden Zahlungsweisen dagegen vollkommen kompatibel. Das hat den entscheidenden Vorteil, dass Sie den NFC-Chip der Kreditkarte nicht gesondert aufladen müssen. Dafür ist aber natürlich auch das Risiko höher. Das liegt zum einen daran, dass bei jeder Transaktion bis zu 25 Euro und nicht nur 20 Euro ohne Eingabe einer PIN ausgegeben werden können. Zum anderen sind mit einer Kreditkarte mehrere NFC-Transaktionen am Tag möglich. So können Sie theoretisch auch 200 Euro am Tag mit Ihrer Kreditkarte via NFC ausgeben. Das ist besonders bei einem möglichen Diebstahl ein großer Nachteil gegenüber der Girokarte. Immerhin sorgen die stichprobenartigen Überprüfungen der PIN für eine Begrenzung der möglichen Schadenssumme.

Kaufen Sie sich eine Schutzhülle

Wenn Sie dennoch Angst vor Betrug haben, sollten Sie sich eine Schutzhülle zulegen. Zahlreiche Online-Händler bieten mittlerweile Schutzhüllen, die jegliche Funksignale ablocken. So ist es unmöglich, dass Ihr NFC-Chip aktiviert wird, wenn die Karte in der Hülle ist. Dadurch können Sie sicherstellen, dass Betrüger auch auf kürzeste Distanz keine Chance haben, eine unautorisierte Zahlung von Ihrer Karte durchzuführen.

So funktionieren NFC-Schutzhüllen:

Achten Sie auf Ihre Karte und Ihr Smartphone

Schlussendlich ist es gewissermaßen auch Ihre eigene Verantwortung, dass nichts passiert. Der größte Schaden, der mit NFC-Karten und -Smartphones entstehen kann, passiert durch Diebstähle. Haben Betrüger erst einmal Ihre Bezahlkarte, können Sie damit auch die eine oder andere Transaktion mit NFC durchführen. Das gilt auch dann, wenn Ihr Smartphone gestohlen wird und nicht passwortgeschützt ist. Sollten Sie Opfer eines Diebstahls geworden sein, sollten Sie Ihre Karte deshalb auch sofort sperren lassen. Generell sollten Sie allerdings immer darauf achten, dass Sie Ihre Karte oder Ihr Smartphone nie unbeobachtet lassen und immer doppelt prüfen, ob Sie Ihre Karte auch wieder in den Geldbeutel gesteckt haben. Ansonsten drohen Ihnen deutlich größere Gefahren als ein möglicher Betrug durch unautorisierte NFC-Zahlungen.

NFC bietet Sicherheit und Komfort

Insgesamt lässt sich festhalten, dass Sie gegen Betrug sehr leicht vorsorgen können. Zum einen gibt es bislang kaum Betrugsfälle. Zum anderen ist der Tatbestand auf Grund der geringen möglichen Schäden für Betrüger wenig interessant. Wenn Sie dennoch auf Nummer sicher gehen wollen, sollten Sie unsere Tipps für mehr Schutz mit NFC-Karten und -Smartphones beachten. Dadurch sind Sie in jedem Fall auf der sicheren Seite und müssen sich keine Sorgen wegen der modernen Technik machen.

Bildquellen:

Kontaktloses Bezahlen: visa.de
Aufzählungen: Bezahlen.de
ING DiBa: ING DiBa

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