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Nutzung von Dispokrediten und deren Zinsniveau

Mit dem Dispositionskredit können Banken jede Menge Zinsen verdienen, wenn der Kontoinhaber ins "Minus" rutscht. Aber es gibt Alternativen für Bankkunden.


Nutzung von Dispokrediten und deren Zinsniveau

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Ein Dispositionskredit (kurz: Dispokredit) ist für Banken ein attraktives Mittel, um jede Menge Zinsen zu verdienen, wenn der Kontoinhaber ins “Minus” rutscht. Die Überziehung des Kontos bringt den Banken vergleichsweise hohe Zinsen – manchmal sogar im zweistelligen Bereich (p.a.). Allerdings werden Dispokredite aus diesem Grunde schnell wieder ausgeglichen.

Außerdem zeigt sich, dass immer weniger Verbraucher den Dispokredit auf ihrem Girokonto nutzen. Das in Anspruch genommene Volumen ist seit 2003 um 55 Prozent gesunken, wie die Auswertung des Portals Konto.org basierend auf den von der Bundesbank veröffentlichten Zahlen zeigt.

Dispozinsen sind auf einem Tiefstand

Mit durchschnittlich 7,35 Prozent pro Jahr sind die Zinsen für den Dispokredit aufs Girokonto so niedrig wie nie zuvor. 2008 lagen sie im Hoch noch bei 12,01 Prozent und damit 63 Prozent über dem aktuellen Wert.

Trotzdem achten die meisten Menschen verstärkt darauf, ihr Konto nicht zu überziehen und statt des Dispokredites lieber auf andere Finanzierungsformen umzusteigen. Da Privatkredite im Moment verhältnismäßig günstig sind, kommen viele Personen vielleicht gar nicht erst in einen finanziellen Engpass.

Beliebt sind zudem Rahmenkredite, die einem prinzipiell die Möglichkeit dazu geben, sich Geld in einer gewissen Höhe zu leihen. Hier kann man selbst steuern, wie viel Geld man abruft. Auch bei dieser Variante sind die Zinsen in der Regel niedriger und die Flexibilität ist fast die gleiche.

Das Konto zu überziehen kann zur Kostenfalle werden

Ein Dispositionskredit hat den Ruf, sehr teuer zu sein – und das trifft natürlich auch zu, wenn man das Zinsniveau der Dispokredite mit den Zinsen vergleicht, die im Schnitt für Privatkredite fällig werden.

Allerdings muss man dabei bedenken, dass die Zeit, in der man einen negativen Kontostand aufweist, oft recht kurz ist. Die meisten Personen nutzen einen Dispo nur, um eine Durststrecke am Monatsende zu überbrücken. Sobald das nächste Gehalt auf dem Konto ist, wird der Dispo wieder ausgeglichen.

Wer sich aber zu sehr daran gewöhnt, regelmäßig sein Konto zu überziehen, könnte mittelfristig Probleme bekommen. Lebt man immer über seine Verhältnisse, rutscht man Monat für Monat früher in den roten Bereich. Die Zinsen werden immer höher und irgendwann kommt man vielleicht am Monatsende kaum mehr über den Strich. Dann spätestens muss man seinen Lebensstandard dringend anpassen.

Dispobereich vs. geduldeter Bereich – was ist damit gemeint?

Wenn man ein Konto eröffnet und plant, gegebenenfalls einen Dispokredit zu nutzen, sollte man die Konditionen anhand der richtigen Zahlen vergleichen. Entscheidend ist neben dem sogenannten Dispobereich auch noch der geduldete Bereich.

Der Dispobereich ist ein mit der Bank vereinbarter Überziehungsrahmen innerhalb dessen die Zinsen noch recht günstig sind. Es gibt sogar einige Banken, die – sofern eine gute Bonität des Kontoinhabers gegeben ist – einen gewissen Rahmen zinslos zur Verfügung stellen.

Reizt man den Dispobereich bis zum Äußersten aus, rutscht man mit seiner nächsten Ausgabe in den sogenannten geduldeten Bereich. Hierbei handelt es sich um einen zusätzlichen Überziehungsrahmen, der dem Kontoinhaber für Notfälle eingeräumt wird. Allerdings sind hierbei die Konditionen in der Regel schon deutlich unattraktiver.

Dispokredit zurückzahlen – aber wie?

Wer aller Warnungen zum Trotz seinen Dispokredit voll ausgeschöpft hat und nun auf einem Schuldenberg sitzt, den er kaum mehr zurückzahlen kann, sollte sich mit den Möglichkeiten zur Rückzahlung des Dispokredites auseinandersetzen.

Wenn die Rückführung der Kreditsumme aus den laufenden Ausgaben schwierig wird und Monate dauern würden, bietet sich ggf. ein Ratenkredit an. Auf diese Weise kann man sein Konto wieder ausgleichen und kann mit monatlich gleichbleibenden Raten planen.

Andere Alternativen sind:

  • Ablösung durch einen Rahmenkredit
  • Ablösung durch ein Policendarlehen
  • Kontowechsel zu einer Bank mit niedrigeren Dispozinsen

Übrigens: Die Banken sind sogar verpflichtet, bei langfristigen Disposchulden dem Schuldner die Möglichkeit einzuräumen, auf eine alternative Finanzierungsform umzusteigen. So soll verhindert werden, dass die verschuldete Person aus ihrer prekären finanziellen Lage nicht mehr herauskommt.

Wichtig ist aber natürlich in erster Linie, dass man in Zukunft etwas sorgsamer mit seinem Geld umgeht, um gar nicht erst wieder in eine solche Situation zu kommen. Das könnte für viele erst einmal eine Umstellung bedeuten, sodass man wieder ins Minus rutscht. So etwas darf man dann aber gar nicht mehr zulassen, sonst beginnt der Teufelskreis von vorne.

Fazit zu Dispokrediten und deren Zinsniveau

Abschließend lässt sich festhalten, dass Dispokredite zwar sehr flexibel sind, dafür aber auch meistens mit verhältnismäßig hohen Zinskosten verbunden sind. Das Zinsniveau bewegt sich deutlich über dem, was üblicherweise für Privatkredite verlangt wird. Dafür steht das Geld natürlich schneller und unkomplizierter zur Verfügung.

Insgesamt zeigt sich, dass der Dispokredit immer unattraktiver wird. Kontoinhaber greifen für größere Investitionen lieber auf Ratenkredite zurück oder sichern sich Flexibilität über einen Rahmenkredit, der fast so variabel ist, wie ein Dispo.

In vielen Fällen kann es auch attraktiv sein, den Dispo durch ein anderes Darlehen abzulösen. Wenn die Bonität einigermaßen ist, sollte es günstiger sein, den geschuldeten Betrag per Ratenkredit zurückzuzahlen, statt den Dispo über Wochen oder gar Monate abzustottern.

Fachbeitrag von:

Gesina Kunkel
impulsQ UG
Heinestrasse 72
72762 Reutlingen

Bildquellen:

unsplash.com | Markus Spiske
Geldscheine: unsplash.com | Markus Spiske

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