Liquiditätsposition

Die Liquiditätsposition betrifft verschiedene Posten in der Finanzstatistik der Europäischen Zentralbank (EZB), und zwar die bankstatistischen Gesamtrechnungen in der Europäischen Währungsunion.

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Die Summe wird aufgeschlüsselt, in unterschiedliche Bereiche, nach Geschäften getrennt und in einzelnen Größen separat dargestellt. Die Position weist die Bestände verschiedener Liquiditätskonten des Bankensystems aus. Dazu gehören

- Nettoaktiva in Gold und Devisen,
- Hauptrefinanzierungsgeschäfte,
- längerfristige Refinanzierungsgeschäfte,
- Spitzenfinanzierungsfazilität,
- sonstige liquiditätszuführende Geschäfte,
- Einlagenfazilität,
- sonstige liquiditätsabschöpfende Geschäfte,
- Banknotenumlauf,
- Einlagen von Zentralregierungen,
- sonstige Netto-Faktoren,
- die Guthaben der Kreditinstitute auf Girokonten und
- das Basisgeld

Die Liquiditätsposition gibt also Auskunft über die gesamten liquiden Mittel, die auf unterschiedliche Weise bei den Banken im Eurosystem in bestimmten Zeiträumen vorhanden waren oder sind. Die so ermittelten Einzelwerte werden von der Zentralbank ausgewertet und beurteilt. Die Resultate dienen ihr als Anhaltspunkte für …

… Analysen,
… Finanzmarkteinschätzungen und
… geldpolitische Entscheidungen.

Auch Wirtschaftsunternehmen arbeiten mit einer betriebsinternen Liquiditätsposition, die bei Bedarf durch vermehrte Schuldenaufnahme gestärkt wird. Dies kann unter Anderem als Polster für höhere Risikoaversion dienen.

Als Teil des Liquiditätsrisikomanagements werden von den Banken über Stresstests und Szenarioanalysen die Einflüsse plötzlicher Stressereignisse auf die Liquiditätsposition untersucht. Ziel ist es, auch unter Stressbedingungen genügend Liquidität für die fristgerechte Erfüllung von Zahlungsverpflichtungen zu sichern und keine größeren Verluste zu erleiden oder nachhaltige Beeinträchtigungen zu riskieren.

 
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