Kapitalertragssteuer-Paradoxon

Das Kapitalertragssteuer-Paradoxon beschreibt das Phänomen, dass ein niedrigerer Steuersatz dem Staat unterm Strich höhere Einnahmen bringt.

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Erklärt wird dieser scheinbare Widerspruch dadurch, dass die geringere Steuerbelastung die Anlage in Finanzinstrumenten mit Gewinnerzielung attraktiver macht. Anleger, die in ihren Depots solche Werte haben, deren Kurse zuletzt gestiegen sind, neigen eher zu Gewinnmitnahmen, wenn die dadurch entstehende Steuerbelastung sich in Grenzen hält.

Sinkt also der Satz der Kapitalertragssteuer, so bildet diese politisch zu beschließende Maßnahme einen Anreiz für Anleger, Gewinne zu realisieren. Da dieser Effekt bei einer Vielzahl von Investoren zum Tragen kommt, ergibt sich auch bei einem niedrigeren Steuersatz in der Gesamtheit ein größeres Steueraufkommen.

Das so eintretende Kapitalertragssteuer-Paradoxon ist keine wirtschaftswissenschaftliche Theorie, sondern eine mehrfach beobachtete Tatsache. Ein auf den ersten Blick paradoxer, bei näherem Hinsehen aber logischer Zusammenhang zwischen dem Steuersatz und dem Steueraufkommen lässt sich statistisch nachweisen.

 
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