Herfindahl-Hirschmann-Index (HHI)

Mit dem Herfindahl-Hirschmann-Index (HHI), auch Herfindahl-Index oder Hirschmann-Index genannt, können Angaben zur Unternehmenskonzentration bzw. zu Konzentrationsrisiken gemacht werden.

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Der Herfindahl-Hirschmann-Index ist deshalb zum Beispiel bei der internen Risikokontrolle von Banken bedeutsam. Kreditinstitute sind bestrebt, ihr Konzentrationsrisiko im Kreditgeschäft möglichst niedrig zu halten. Das bedeutet, dass eine Bank sich nicht nur auf wenige Branchen konzentriert und nicht zu viele Kredite an miteinander verbundene oder wirtschaftlich voneinander abhängige Unternehmen vergibt. Andernfalls könnte die Bank in Schwierigkeiten geraten, wenn eine größere Zahl von Kreditnehmern gleichzeitig mit den Zahlungen ihrer Raten in Rückstand geraten würde. Kreditausfälle in beträchtlicher Höhe würden drohen. Um solche Risiken vermeiden zu können, brauchen die Banken laufend Informationen über bereits bestehende Konzentrationen zum Beispiel durch Kredite an Firmen in bestimmten Branchen.

Der Herfindahl-Hirschmann-Index kann Werte zwischen 0 und 1 annehmen. Im Beispiel der Bank, die den HHI zur Überprüfung von Konzentrationsrisiken nutzt, würde ein Indexstand von 0 für eine gute Diversifizierung des Kreditportfolios mit entsprechend niedrigen Risiken stehen. Ein steigender HHI-Wert weist auf größere Risiken hin. Gäbe es nur einen einzigen Schuldner, läge der Herfindahl-Hirschmann-Index bei 1. Dieser Fall kommt allerdings bei Banken in der Realität nicht vor.

Zur Anwendung kommt der HHI auch außerhalb von Banken zum Beispiel bei den Kartellbehörden. Die Wettbewerbshüter können durch die Berechnung des HHI Erkenntnisse über die Konzentration von Marktmacht in bestimmten Branchen gewinnen.

 
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