Sind Abhebungen an Automaten der eigenen Bank immer kostenlos?

Kostenlose Abhebungen am Geldautomaten gehören zum Girokonto. Eigentlich, denn immer mehr Banken erheben dafür Gebühren. Wie man diese umgehen kann.

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Steigende Abhebegebühren durch Kontowechsel umgehen

Inhaltsverzeichnis

  1. Welche Banken erheben Gebühren für Abhebungen an bankeigenen Automaten?
  2. Wo kann man bei Filialbanken überhaupt kostenlos Geld abheben?
  3. Gibt es noch Banken, die generell kostenlose Abhebungen erlauben?
  4. Sind Abhebungen bei Direktbanken nur in Deutschland kostenlos?
  5. Muss ich das Girokonto wechseln, um kostenlos abheben zu können?
  6. Auch in Zeiten von steigenden Gebühren gibt es Alternativen

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Noch vor einigen Jahren war es absoluter Usus, dass Verbraucher am Geldautomaten der eigenen Bank kostenlos Bargeld abheben konnten. Das galt sowohl für Automaten des heimischen Instituts, als auch bei Banken desselben Verbundes. Was viele Verbraucher auch weiterhin als Selbstverständlichkeit verstehen, ist längst keine mehr. Neuen Untersuchungen zufolge erhoben allein im Frühjahr 2018 bereits 150 Institute in Deutschland Gebühren für Abhebungen an bankeigenen Geldautomaten – Tendenz steigend. Sie werden sich voraussichtlich zukünftig stärker zur Kasse gebeten zu werden.

Welche Banken erheben Gebühren für Abhebungen an bankeigenen Automaten?

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Die Anzahl der Banken in Deutschland, die mittlerweile Gebühren für Abhebungen an eigenen Automaten erheben, ist in den vergangenen Monaten stark gestiegen. Warum? Weil Banken auf Grund des niedrigen Leitzinses mit Finanzprodukten weniger Geld verdienen. Gebühren sollen das wieder wettmachen. Die rund 150 Institute, die mittlerweile sogar an bankeigenen Automaten Gebühren verlangen, sind dabei in erster Linie Sparkassen und Volksbanken. Allerdings sind auch einige andere ausgewählte Filialbanken darunter. Die großen Player wie die Commerzbank, die Deutsche Bank oder die Sparda-Bank sind einen vergleichbaren Schritt noch nicht gegangen (Stand: 8/2018).

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Verbraucherschützer sehen Gebühren wie diese jedoch generell kritisch. Gebühren für Abhebungen an Automaten der eigenen Bank hat schon zu Klagen geführt, die aktuell noch ausgefochten werden. Es könnte also theoretisch passieren, dass die Gebühren nachträglich oder zumindest für die Zukunft als ungültig erklärt werden. Die Chancen auf einen Sieg der Verbraucherschützer stehen nicht gut. Denn die Hoheit über die Gebühren der Banken liegen bei eben diesen. Außerdem sind sie in der Regel gleichzeitig auch Besitzer der Infrastruktur.

Experten gehen sogar davon aus, dass die Zahl von 150 Banken nur ein Zwischenschritt ist. Mittelfristig könnten noch deutlich mehr Filialbanken eine Gebühr für Abhebungen erheben. Besonders wahrscheinlich sind die Gebühren bei Volksbanken und Sparkassen, die im Schnitt oftmals bereits heute die höchsten Gebühren rund um ein Girokonto erheben. Vielfach handelt es sich in regionalen Gebieten zudem um Mono- oder Oligopolisten, die den Markt beherrschen. In vielen ländlichen Regionen gibt es keine Konkurrenz von großen Privatbanken wie der Commerzbank oder der Deutschen Bank.

Wo kann man bei Filialbanken überhaupt kostenlos Geld abheben?

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Der Trend geht aktuell zwar zu immer mehr Gebühren. Doch es gibt zwischen den verschiedenen Banken immer noch große Unterschiede. Das gilt für Filialbanken genauso wie für Direktbanken. Bei vielen Filialbanken, darunter auch weiterhin die große Mehrzahl der Raiffeisenbanken, Volksbanken und Sparkassen, fallen keine Gebühren für Abhebungen an hauseigenen Automaten an. Darüber hinaus sind Abhebungen auch im gesamten Bankenverbund meist kostenlos möglich. Auch hierbei gibt es jedoch große Unterschiede. Denn je nach Bankenverbund gibt es entweder eine niedrige vierstellige Anzahl an Geldautomaten (CashPool) oder sogar eine niedrige fünfstellige Anzahl (Automatenverbund der Sparkassen).

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Sie sind auf der Suche nach einer Filialbank, die kostenlose Abhebungen an möglichst vielen Geldautomaten ermöglicht? Dann sollten Sie sich zum Beispiel auf Sparkassen fokussieren (z.B. mit dem 1822MOBILE Girokonto). In ihren jeweiligen Automatenverbünden bieten sie die größte Abdeckung an Automaten. Dadurch können Sie von Berchtesgaden bis Kiel und von Bautzen nach Aachen kostenlos Geld abheben und sind auch in ländlichen Regionen meist gut aufgestellt. Da jedoch immer mehr Institute diese bislang kostenlose Dienstleistung „zurückziehen“, gehen Sie immer ein gewisses Risiko ein. Möglicherweise erhebt auch Ihre Bank in Zukunft Gebühren für Abhebungen an Automaten des eigenen Automatenverbundes.

Sofern Sie Ihre Girocard allerdings für Abhebungen bei externen Automaten einsetzen wollen, müssen Sie bereits heute mit Gebühren rechnen. Es gibt kaum Filialbank, bei denen eine Bankkarte kostenfreie Abhebungen an „Fremdautomaten“ erlaubt. Vielmehr fallen je nach Automat meist Gebühren zwischen 2 und 5 Euro pro Transaktion an. Im Ausland können die Gebühren noch höher liegen. Selbst bei Premium-Girokonten sind Abhebungen an Automaten von anderen Instituten in den allerseltensten Fällen kostenfrei. Dasselbe gilt für Kreditkarten von Filialbanken, die teilweise in einem Paket mit dem Girokonto und der Girokarte daherkommen.

Gibt es noch Banken, die generell kostenlose Abhebungen erlauben?

Während bei den Filialbanken immer stärker an der Gebührenschraube gedreht wird, gibt es durchaus noch Banken, bei denen drei wichtige Leistungen weiterhin kostenlos sind:

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Bei allen Anbietern, die heute noch diese „Trias“ bieten, handelt es sich meist um sogenannte Direktbanken oder auch Internetbanken. Sie haben kein eigenes Filialnetz und sparen so gegenüber Konkurrenten viel Geld. Dies sorgt für eine insgesamt niedrigere Kostenstruktur, sodass Kunden von besseren Konditionen profitieren. Das gilt besonders rund um die Kontoführung, die bei einigen deutschen Direktbanken sogar ohne jegliche Bedingungen kostenlos ist. Bei ausgewählten Direktbanken ist die kostenfreie Kontoführung jedoch an bestimmte Bedingungen geknüpft.

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Noch wichtiger ist allerdings, dass bei den meisten Direktbanken kostenlose Abhebungen an allen Geldautomaten in Deutschland möglich sind. Die Voraussetzung hierfür ist einzig und allein, dass der jeweilige Automat Abhebungen mit einer Kreditkarte von Visa beziehungsweise Mastercard akzeptiert. Inhaber eines DKB Cash oder vergleichbarer Produkte von anderen Direktbanken können an Geldautomaten aller Banken deutschlandweit kostenlos Bargeld abheben, indem sie ihre Kreditkarte verwenden. Dabei gibt es jedoch teilweise auch etwas komplexere Regeln. Bei der comdirect sind beispielsweise innerhalb Deutschlands Abhebungen mit der Girokarte kostenfrei, außerhalb der Euro-Zone dagegen solche mit der Kreditkarte. Verwechseln Sie die Karten, können vergleichsweise hohe Gebühren auf Sie zukommen.

Bei wieder anderen Banken wie N26 kommen andere Einschränkungen zum Einsatz. Hier ist es für Kunden beispielsweise möglich, zwei oder drei Mal pro Monat kostenfrei Bargeld abzuheben. Wer häufiger Bargeld benötigt, zahlt pro Abhebung eine fixe Gebühr. Regeln wie diese sorgen dafür, dass die Abhebungen aus Bankensicht zu keinem zu großen Kostenaspekt werden. Sofern Sie wirklich häufig Bargeld abheben, raten wir Ihnen zu einer Direktbank. Viele dieser Institute bieten gebührenfreie Abhebungen ohne Einschränkungen bei der Zahl und Höhe der Transaktionen. So können Sie jeden Monat viel Geld sparen, sofern Sie zuvor Kunde einer Filialbank waren.

Sind Abhebungen bei Direktbanken nur in Deutschland kostenlos?

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Wenn Sie eine Girokarte einer Filialbank in der Hand haben, können Sie meist an allen Automaten des jeweiligen Bankenverbandes in Deutschland kostenfrei Bargeld abheben. Im Ausland dagegen können Sie im Prinzip fast nie kostenlos an Bargeld kommen. Von dieser Regel gibt es nur sehr wenige Ausnahmen. 

Bei Direktbanken ist dies anders. Denn mit den entsprechenden Kreditkarten können Sie meist nicht nur in Deutschland, sondern weltweit komplett kostenlos Bargeld abheben. Möglich ist das zum Beispiel mit der DKB Visa Kreditkarte oder der ING-DiBa Kreditkarte. Wenn Sie mit diesen Kreditkarten beispielsweise im Urlaub oder auf einer Geschäftsreise unterwegs sind, können Sie dort ebenfalls komplett kostenlos an Bargeld kommen. Dabei gelten dieselben Regelungen bezüglich der maximalen Zahl an möglichen Abhebungen. Wenn Sie jedoch eine Kreditkarte ohne Maximalbegrenzung haben, können Sie damit auch im Ausland so häufig Bargeld abheben wie Sie möchten.

Teilweise müssen Sie dabei vorsichtig sein. Denn zusätzlich zur normalen Abhebegebühr können theoretisch noch zwei weitere Gebühren hinzukommen:

  • das sogenannte Automatenentgelt
  • und die Fremdwährungsgebühr

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Bei dem Automatenentgelt handelt es sich um eine Gebühr, die nicht von Ihrer Bank, sondern dem Automatenbetreiber erhoben wird. Im Ausland ist die Automatengebühr teilweise ein Thema. Denn einige Insitute erheben hier Gebühren, die Ihre Bank nicht erstatten kann. Die Gebühren liegen dabei pauschal zwischen 2 und 5 Euro pro Vorgang. Sie fallen zum Beispiel häufig in den USA, in Südamerika oder auch in Südostasien an. Umgehen können Sie sie leider nicht. Es gibt jedoch eine einzige Kreditkarte in Deutschland, bei der Sie eine Erstattung dieser Gebühren beantragen können. Dabei handelt es sich um die 1plus Visa Card, die Sie unabhängig von einem Girokonto erhalten können.

Neben der Automatengebühr spielt im Ausland unter Umständen auch die Fremdwährungsgebühr eine Rolle. Der Fall ist das immer dann, wenn eine Abhebung in einer anderen Währung als dem Euro durchgeführt wird. Geht es zum Beispiel um eine Abhebung in den USA oder in Thailand, heben Sie in einer anderen Währung als dem Euro ab. In diesem Fall können unter Umständen Gebühren von bis zu 2 Prozent anfallen. Die Fremdwährungsgebühr fällt bei den meisten Giro- und Kreditkarten unabhängig davon an, ob Sie Bargeld abheben oder eine normale Zahlung tätigen. In wenigen Ausnahmefällen fällt die Fremdwährungsgebühr allerdings dann nicht an, wenn Sie Geld abheben.

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Der Fall ist dies zum Beispiel bei der DKB Visa Kreditkarte, zumindest für Aktivkunden. Wenn Sie ein sogenannter Aktivkunde sind (mindestens 700 Euro monatlicher Geldeingang), können Sie weltweit ohne Fremdwährungs- und Abhebegebühr abheben. Sofern Sie also nicht unglücklicherweise an Automaten mit Automatenentgelt geraten, können Sie wirklich weltweit komplett kostenlos an Bargeld kommen. Mit einem Girokonto bei einer Filialbank ist dies meist nicht möglich. Sie sparen also nicht nur in Deutschland, sondern auch auf allen Ihren Geschäftsreisen und im Urlaub.

Muss ich das Girokonto wechseln, um kostenlos abheben zu können?

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Wir haben Ihnen in den letzten Absätzen aufgezeigt, dass ein Girokonto bei einer Direktbank rund um Abhebungen deutliche Ersparnisse verspricht. Sie profitieren bei vielen Direktbanken von einer kostenlosen Kreditkarte, die Sie für gebührenfreie Abhebungen innerhalb von Deutschland und weltweit einsetzen können. Möglicherweise wollen Sie jedoch nicht unbedingt Ihr Girokonto wechseln, um zukünftig von kostenlosen Abhebungen zu profitieren. Möglicherweise ist Ihnen der Aufwand zu groß. Unter Umständen schätzen Sie auch einfach den Komfort einer Bankfiliale vor Ort oder den persönlichen Support bei Ihrer Bank.

In diesen Fällen müssen Sie nicht zwingend zu einer Direktbank wechseln. Sofern Sie die Angebote in unserem Girokontovergleich einfach nicht so recht überzeugen, gibt es eine Alternative. In Deutschland gibt es mittlerweile mehrere Kreditkarten, mit denen Sie von kostenlosen Abhebungen profitieren können. Wenn Sie sich in unserem Kreditkartenvergleich umblicken, finden Sie gleich mehrere Karten von Visa und Mastercard, bei denen kostenfreie Abhebungen möglich sind. Notwendig ist dafür nicht in allen Fällen die Eröffnung eines neuen Girokontos oder der Wechsel eines solchen. Vielmehr können Sie einige Kreditkarten auch ganz einfach mit einem bestehenden Girokonto verbinden und dennoch von umfangreichen Vorteilen profitieren.

Möglich ist das zum Beispiel mit Premium-Kreditkarten wie der Deutschland-Kreditkarte Gold oder dem Barclaycard Platinum Double. Es ist allerdings nicht einmal zwingend notwendig, dass Sie auf eine Kreditkarte setzen, bei der eine Jahresgebühr anfällt. Teilweise gibt es sogar kostenlose Kreditkarten, die genau diese wichtigen Leistungen bringen. Wenn es Ihnen allen voran um kostenlose Abhebungen geht, würden wir Ihnen in dieser Hinsicht die folgenden Karten ans Herz legen:

Bei allen Karten profitieren Sie gleichermaßen davon, dass weder eine Jahresgebühr noch eine Automatengebühr anfällt. Sie können mit allen drei Karten nicht nur in Deutschland, sondern weltweit komplett kostenfrei Bargeld abheben. Bei der Gebührenfrei Mastercard Gold und der payVIP Mastercard Gold müssen Sie sich nach einer Abhebung um einen schnellen Ausgleich des Kartensaldos kümmern. Bei der Santander 1plus Visa Card ist dies nicht der Fall. Darüber hinaus profitieren Sie bei dieser Kreditkarte auch davon, dass das sogenannte Automatenentgelt erstattet wird. Sie erhalten also noch mehr Vorteile als bei den anderen kostenlosen Kreditkarten und haben dennoch nicht den Stress eines Kontowechsels.

Auch in Zeiten von steigenden Gebühren gibt es Alternativen

Wenn Ihre Bank immer mehr an der Gebührenschraube dreht, müssen Sie sich keine allzu großen Sorgen machen. Auch heute gibt es noch Alternativen. Denn erheben Filialbanken mittlerweile selbst an eigenen Automaten teilweise Gebühren, können Abhebungen bei anderen Banken weiterhin weltweit kostenlos sein. Sie können entweder Ihr Girokonto zu einer attraktiven Direktbank aus unserem Girokontovergleich wechseln oder einfach zusätzlich zum Girokonto eine attraktive Kreditkarte aus dem Kreditkartenvergleich beantragen, um zukünftig für Abhebungen keine Gebühren mehr bezahlen zu müssen.

Bildquellen:

Geld am Automaten abheben: pixabay.com - 3dman_eu
Schalterhalle Sparkasse: dsgv.de
Gericht: pixabay.com - succo
Geldautomaten: bvr.de
1822: Frankfurter Sparkasse
Aufzählung: eigene
DKB: DKB
ING-DiBa: ING-DiBa
Kreditkarte: eigene
ATM-Geldautomat: pixabay.com - mohamed_hassan

 
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