Betrug bei N26

News vom 19.04.2019

Mangelnder Kundensupport

Die Direktbank N26 ist derzeit eines der erfolgreichsten deutschen Start-up-Unternehmen. Momentan eröffnet die Bank rund 10.000 Konten am Tag. Jetzt werden Stimmen laut, dass die Bank unter Umständen mit so vielen Kunden überfordert sein könnte. Kunden beklagen sich immer häufiger über den mangelnden Kundensupport seitens der Direktbank. Das Startup-Magazin „Gründerszene“ berichtete von einem N26-Kunden, dem in einem Betrugsfall 80.000 Euro gestohlen wurden und der daraufhin fast zwei Wochen erfolglos versuchte, jemanden bei der Bank zu erreichen. Besonders tragisch an dieser Geschichte ist, dass die Existenz der Firma des betroffenen Kunden in dieser Zeit akut gefährdet war. Laut Aussagen des Kunden machte N26 zunächst keine Anstalten das gestohlene Geld zu ersetzen. Erst nach Presseanfragen von „Gründerszene“ sicherte die Direktbank dem Kunden eine Erstattung zu. Offensichtlich war dies auch kein Einzelfall. Es gibt zahlreiche Kunden, die über den unzureichenden Kundendienst geklagt haben.

Der 80.000 Euro Betrugsfall

Der betroffene Kunde hatte gegen Ende Februar Probleme damit sich in die App von N26 auf seinem Smartphone einzuloggen. Mit der App wird das Konto bei der Direktbank verwaltet. Der Kunde musste schließlich eine E-Mail an das Unternehmen schreiben, da N26 keinen Telefonsupport anbietet und der Support-Chat nachts nichts besetzt ist. Abgesehen von einer automatischen Rückmail, erhielt der Kunde allerdings tagelang keine Antwort. Es dauerte ganze zwei Wochen bis der Kunde über den Chat-Kanal der Firma jemanden auf sein Problem aufmerksam machen konnte. Daraufhin wurde ihm von einem Mitarbeiter mitgeteilt, dass sich zwar mal 80.000 Euro auf dem Konto befunden haben, davon aber nur noch 12,26 Euro übrig seien. Dem Kunden wurde empfohlen bei der Polizei Anzeige zu erstatten. Die Möglichkeit über den Fall mit einem Mitarbeiter am Telefon zu sprechen, gab es jedoch trotzdem nicht. Für den Kunden war diese Situation besonders schwierig, da er als selbstständiger Unternehmer über das Konto das Geld verwaltete, welches er zum Betrieb seines Unternehmens zwingend benötigte. Aufgrund der langsamen Reaktion von N26 konnte der Kunde seine Lieferanten nicht mehr bezahlen und seine Miete vorerst nicht begleichen. Dies brachte ihn in eine existenzbedrohende Situation.

Mangelnder Kundensupport kein Einzelfall

Der 80.000 Euro Betrugsfall war bei weitem kein Einzelfall. Die Verbraucherzentrale Sachsen beschäftigt sich derzeit mit weiteren vergleichbaren Fällen von N26-Kunden, die Opfer von Betrug wurden und bei denen die Direktbank sich nicht mit den Fällen auseinandersetzte. Bei den meisten dieser Fälle handelt es sich, den Beschreibungen der Betroffenen nach, um Phishing-Attacken. Bei dieser Art des Betrugs werden den Opfern Links zu einer Webseite geschickt, die der N26-Webseite täuschend ähnlich sehen. Sollte sich ein Kunde mit seinen Anmeldedaten dann bei diesen Fälschungen anmelden, erhalten die Besitzer der Webseite die Zugangsdaten zu dem Konto des Opfers. In den Fällen der N26-Kunden haben die Angreifer direkt eine Passwort-Änderung vorgenommen, um so die Opfer aus ihren Konten auszusperren. Wer in dieser Art des Betrugs für den Schaden letztendlich aufkommt, ist rechtlich noch umstritten. In der Regel muss eine Bank ihren Kunden erst einmal Fahrlässigkeit nachweisen, wenn sie das Geld nicht zurückzahlen will.

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