EZB führt neue 50-Euro-Banknote ein

Die ZEB führt einen neuen 50-Euro-Schein ein. Einige Sicherheitsmerkmale kennen Sie bestimmt schon, andere mit ziemlich großer Sicherheit noch nicht.

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Neuer 50-Euro-Schein

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Banknote
  2. Neuerungen
  3. Weitere Sicherheitsmerkmale
  4. Vorbereitungen und Ausblick

Die Banknote

50-euro-durcheinander

Die Europäische Zentralbank (EZB) führt am 4. April 2017 die neue 50-Euro-Banknote ein. Die Zentralbank mit Sitz in Frankfurt am Main will damit unter anderem deutlich machen, dass sie am Bargeld als Zahlungsmittel festhält. Das Eurosystem – also die EZB und die nationalen Zentralbanken des Euroraums – haben den neuen Schein bereits am 5. Juli 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die 50er-Note ist nach dem 5- (Mai 2013), 10- (September 2014) und 20-Euro-Geldschein (November 2015) inzwischen die vierte Stückelung der zweiten Generation von Euro-Banknoten. Diese Generation wird auch Europa-Serie genannt, da zwei Sicherheitsmerkmale ein Porträt der Gestalt aus der griechischen Mythologie und Namensgeberin des Kontinents enthalten.

bargeld-scheine

Der 50-Euro-Schein wird von allen Euro-Banknoten am häufigsten genutzt. Immerhin entfallen rund 45 Prozent des Euro-Banknotenumlaufs auf diese Stückelung. Dieser Schein soll mehr als 8 Milliarden Mal im Umlauf sein, so die EZB. Deshalb wird sie an den Kassen im Einzelhandel auch mithilfe von Geräten auf ihre Echtheit geprüft. Das ist zwingend nötig, denn die 50-Euro-Banknote wird so häufig gefälscht, wie sonst kein anderer Euro-Schein sonst.

Im Jahr 2016 kursierten in Deutschland etwas mehr als 50 000 falsche Fuffziger. Sechs von zehn Euro-Blüten sollen Fünfziger gewesen sein. Erst danach folgt die 20-Euro-Note. Die neuen Sicherheitsmerkmale aus dem Jahr 2015 haben sich bei diesem Schein aber bemerkbar gemacht: Die Zahl der Fälschungen des 20-Euro-Scheins ging um 14 Prozent zurück. Ein Hauptgrund dafür soll das neue Porträtfenster gewesen sein (siehe unten). Damit sollen sich die Fälscher besonders schwertun. Im Jahr 2016 soll es insgesamt 82.150 gefälschte Euro-Scheinen gegeben haben.

Die Produktion des neuen 50-Euro-Scheins kostet rund 10 Cent. Der alte Fünfziger war mit 6 Cent dagegen eindeutig günstiger. 338 Millionen Menschen verwenden den Euro tagtäglich in 19 Ländern. Die Währung wurde 2002 als Bargeld im Euroraum eingeführt.

Das folgende Video fast in etwas mehr als 2 Minuten fünf Fakten über den neuen 50-Euro-Schein zusammen:

Neuerungen

20-euro-banknote

Die neuen 50-Euro-Scheine sollen noch sicherer sein, sagt Yves Mersch, Mitglied des Direktoriums der EZB. Fälschungen sollen durch weitere Sicherheitsmerkmale noch besser verhindert werden. Die EZB will den Euro durch solche Maßnahmen als stabile Währung bewahren.

Die neue 50-Euro-Banknote hat ein Porträt-Fenster als Sicherheitsmerkmal. Dieses kennen Sie eventuell von der zuvor erschienen 20-Euro-Banknote der Europa-Serie, welche am 25. November 2015 eingeführt wurde. Mit dem folgenden Leitfaden können Sie das Porträt-Fenster bei einem Original-Geldschein erkennen:

  • Halten Sie den 50-Euro-Geldschein gegen das Licht
  • Sie sollten im durchsichtigen Fenster am oberen Ende des Hologramms ein Porträt der mythologischen Gestalt Europa sehen (daher "Europa-Serie")
  • Dieses Porträt sollten Sie von beiden Seiten des Geldscheins erkennen können
  • Außerdem sollten Sie das gleiche Porträt auch als Wasserzeichen sehen können

50-euro-scheine

Dafür müssen Sie die Banknote wiederum gegen das Licht halten. Dann erkennen Sie schemenhaft auf der Vorder- und Rückseite das Porträt der mythologischen Gestalt Europa, das Hauptmotiv und die Wertzahl.

Stimmen diese Beschreibungen nicht mit dem Schein in Ihrer Hand überein, kann es sein, dass Sie an Falschgeld geraten sind. Erhärtet sich diese Vermutung, sollten Sie sich damit an die Polizei wenden. Sie dürfen solche Blüten unter keinen Umständen wieder in Umlauf bringen. Denn damit machen Sie sich strafbar.

Der neue 50-Euro-Schein soll für Sehbehinderte und Blinde besser unterscheidbar sein als das Vorgängermodell. Denn die neue Note besitzt geriffelte Erhebungen an den Rändern der Vorderseite – ähnlich wie die neu eingeführten Zwanziger- und Zehnerscheine. Diese wurden auch mit einem fühlbaren Streifen ausgestattet, aber nicht durchgängig wie auf dem 50-Euro-Schein. Der 10er besitzt eine glatte Stelle und der 20er zwei glatte Unterbrechungen. Die Banknoten unterscheiden sich allerdings auch in den Maßen: Je größer der Schein, desto höher der Wert. Der 50-Euro-Schein hat zum Beispiel folgende Eigenschaften:

  • Maße: 140 mm × 77 mm
  • Gewicht: 0,92 g

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Außerdem hat sich der Farbton des neuen 50-Euro-Scheins etwas geändert: er soll ein Stück kräftiger und satter sein als beim Vorgänger. Es bleibt aber grundsätzlich bei einer Mischung aus Orange und Braun. Hinzu kommt, dass die Unterschrift des EZB-Präsidenten Mario Draghi bei den neuen Banknoten kleiner gedruckt wurde als bei den alten.

Daneben kommen inzwischen auch Länder zur Geltung, welche der EU erst 2002 beigetreten sind und den Euro als Währung nutzen. So können Sie Malta und Zypern auf den Karten der neuen Scheine erkennen. Das Wort Euro wird nicht nur in lateinischer und griechischer Schrift dargestellt, sondern auch in kyrillische, Zeichen. Das Kürzel "EZB" ist wiederum in zehn statt wie bisher in fünf Sprachen abgedruckt.

Der Künstler und ehemalige Geldfälscher Hans-Jürgen Kuhl hat die Neuerungen kritisiert: Das Porträtfenster inkl. Hologramm sei zu klein geraten, was Fälschern in die Karten spielen würde. Die Nutzer würden im Alltag nicht darauf achten, da sie dafür fast schon eine Lupe benötigen. Besser hätten es demnach die Kanadier gemacht: Das Sichtfenster auf ihren Dollar-Scheinen sei drei Zentimeter breit und gehe über die gesamten Banknoten. Fälscher müssten für kanadische Blüten einen Aufwand betreiben, der nicht Verhältnis stehen würde, so Kuhl. Zum Hintergrund: Der Kölner wurde 2007 festgenommen, weil bei ihm rund 25 Millionen gefälschte US-Dollar beschlagnahmt wurden.

Weitere Sicherheitsmerkmale

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Sie sollten auf der Vorderseite des 50-Euro-Scheins eine glänzende "Smaragd-Zahl" erkennen. Kippen Sie die Banknote, sollte diese ihre Farbe von Smaragdgrün zu Tiefblau ändern. Zudem sollte sich ein Lichtbalken auf der Zahl auf- und abbewegen.

Denken Sie bei der Überprüfung von Euro-Banknoten immer an das eben beschriebene Prinzip "Fühlen-Sehen-Kippen". Denn damit können Sie die Echtheit der Geldscheine leicht überprüfen. All die Sicherheitsmerkmale wurden denn auch dafür geschaffen, damit nicht nur Angestellte von Finanzinstituten, sondern auch "normale Kunden" das Geld überprüfen können.

Führen Sie einen Test mit Schwarzlicht durch, sollten Ihnen fluoreszierende Stoffe in den Scheinen auffallen, welche im Papier eingewebt worden. Daneben können Sie unter Schwarzlicht auch andere Designelemente besonders zu erkennen, wie zum Beispiel den über die gesamte Höhe eingelassenen Sicherheitsfaden mit der Aufschrift "50 €". Für das neue Aussehen ist übrigens der selbstständige Banknoten-Designer Reinhold Gerstetter aus Berlin verantwortlich.

Eine Neuerung entfällt aber, die Sie eventuell bereits von den neuen 5- und 10-Euro-Scheinen kennen. Denn der neue 50-Euro-Schein besitzt keine spezielle Lackierung. Dieser wurden bei den kleinen Scheinen genutzt, da diese Banknoten sehr häufig den Benutzer wechseln und sich damit auch schneller abgreifen. Sie sollen damit also widerstandsfähiger gemacht werden, wodurch auch die Umwelt geschont wird.

Vorbereitungen und Ausblick

Die EZB kann nicht einfach so mal spontan neue Geldscheine einführen. Denn dafür müssen zum Beispiel alle im Euroraum befindlichen Geldautomaten aktualisiert werden. Auch andere Automaten müssen erst auf neue Banknoten eingestellt werden. Mehr als 500 Industrieunternehmen aus ganz Europa nehmen an einem Partnerprogramm teil. Im Rahmen dieses Programms soll sichergestellt werden, dass auch wirklich alle Geräte zur Bearbeitung und Echtheitsprüfung von Geldscheinen im Euroraum rechtzeitig auf die neue 50-Euro-Banknote umgestellt werden. Dazu gehört auch, dass Gerätehersteller bereits seit 4. April 2016 Tests mit den neuen 50-Euro-Banknoten in den Räumlichkeiten der nationalen Zentralbanken durchführen konnten. Sie konnten die neuen Scheine seit dem 6. Juli des Jahres auch ausleihen und somit auch in den eigenen Räumlichkeiten inklusive der Geräte testen. Durch dieses Programm soll gewährleistet werden, dass die neuen Geldscheine auch wirklich ab dem 4. April 2017 überall problemlos genutzt werden können.

100-euro-banknoten

Mit allen diesen Vorbereitungen will die EZB verhindern, dass erneut Probleme wie im Jahr 2015 auftreten. Damals wurde der neue 5-Euro-Schein eingeführt, nur waren noch nicht alle Automatenbetreiber darauf eingestellt. Kunden konnten sich mit der neuen Note teilweise keine Fahrscheine oder Parktickets kaufen, weil die Software nicht immer aktualisiert wurde.

Im Jahr 2018 sollen dann die neuen 100- und 200-Euro-Scheine der zweiten Euro-Banknotenserie folgen. Der 500-Euro-Schein soll dagegen eingestellt und abgeschafft werden, um Geldwäsche, Schwarzarbeit und andere kriminelle Handlungen zu reduzieren. Sie müssen Ihre Sparstrümpfe aber auch dann nicht plündern. Alle "alten" Banknoten bleiben trotzdem gültig und können unbefristet ausgewechselt werden. Sie werden aber in ferner Zukunft ihre Gültigkeit als gesetzliches Zahlungsmittel verlieren. Die EZB zieht die alten Scheine nach und nach aus dem Verkehr und tauscht sie gegen neue aus. Bei dem alten 20-Euro-Schein hat der Austausch nur einige Wochen gedauert. Bei der neuen 50-Euro-Banknote soll der Austausch rund ein Jahr in Anspruch nehmen.

Kurz nachdem die EZB den neuen 50-Euro-Schein im April 2017 in Umlauf gebracht hat, hat das Institut auch erste Umfrageergebnisse zum Thema veröffentlicht: Demnach ist Bargeld noch immer das beliebteste Zahlungsmittel der europaweit Befragten. Laut Präsident Mario Draghi erfolgen mehr als drei Viertel aller stationären Zahlungen im Euroraum in bar. Münzen und Banknoten machen demnach mehr als die Hälfte des Transaktionswertes aus. Die EZB ließ dafür von Oktober 2015 bis Juli 2016 genau 65 281 Personen in 17 Ländern befragen. Die Teilnehmer sollten dafür alle Zahlungen protokollieren, die sie in Supermärkten, Geschäften, Bars, Restaurants und auf Märkten tätigten.

Bildquellen:

50-Euro-Scheine durcheinander: © Suti | Dreamstime.com
Geld: EZB und Bundesbank
Mario Draghi: EZB
Hausfinanzierung: Fantasista | Dreamstime Stock Photos

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