Wo und wie kann ich Mobile Payment nutzen?

Sie haben keinen blassen Schimmer von Mobile Payment? Wir geben Ihnen einen ersten Überblick, wo und wie Sie mobil per Smartphone bezahlen können.

Kreditkarten vergleichen

Wählen Sie aus über 40 Kreditkarten die Richtige für sich. Wir listen kostenlose Kreditkarten ebenso wie goldene und Karten mit Extras, darunter Versicherungen, Bonusprogramme und Rabatte.

Ohne Vorauswahl zum Kreditkartenvergleich

Mobile Payment – ein Überblick

Inhaltsverzeichnis

  1. Wird Mobile Payment als Zahlungsweise offiziell beworben?
  2. Gibt es Branchen, in denen Mobile Payment überall funktioniert?
  3. Was ist eigentlich Payback Pay?
  4. Welche Mobile-Payment-Lösungen kommen bei welchen Händlern zum Einsatz?
  5. Wann können Sie bei mehr Händlern mobil bezahlen?

Wird Mobile Payment als Zahlungsweise offiziell beworben?

nfc-kontaktlos-bezahlen

Das Thema Mobile Payment nimmt in Deutschland aktuell aufgrund der Einfühung von Google Pay und Apple Pay Fahrt auf. Aber auch Lösungen aus Deutschland sind seit 2018 verfügbar, zum Beispiel die App "Mobiles Bezahlen" von den Sparkassen sowie den Volksbanken und Raiffeisenbanken.

UPDATE 3/19: Inzwischen verhandeln genau diese zwei großen Finanz-Verbände aus Deutschland mit Apple um eine Zusammenarbeit beim Thema Mobile Payment. Damit würden beide Organisationen eine Rolle rückwärts hinlegen. Denn eigentlich wollten sie nicht auf Apple Pay, sondern nur auf ihre eigene Lösung setzen. 

Generell können Verbraucher zwar noch nicht überall kontaktlos und mobil bezahlen. Aber die großen Ketten und Händler in Deutschland akzeptieren NFC-fähige Kreditkarten und Smartphones in der Regel. In diesem Ratgebertext wollen wir Ihnen einen ersten Überblick geben, wo und wie Sie Mobile Payment nutzen können und wo Ihnen die Zahlungsweise noch nicht zur Verfügung steht (Stand: 3/2019).

In der Regel können Sie sofort sehen, ob Sie mobil bezahlen können. Denn bei den meisten Händlern finden Sie bereits am Eingang oder an der Kasse Logos der Kreditkarten-Gesellschaften - teilweise sogar mit Hinweis auf kontaktloses Bezahlen per NFC. Sollten Sie dies nicht vorfinden, können Sie nachfragen, ob Mobile Payment möglich ist. Deutsche Händler bewerben das kontaktlose Bezahlen nicht immer extra . Es gibt aber Ausnahmen, wie hier Lidl bereits im Jahr 2015:

Gibt es bestimmte Akzeptanz-Hinweise?

Mobile Payment ist bei vielen Händlern verfügbar, wenn diese NFC-fähige Kreditkarten akzeptieren. Denn diese kontaktlose Bezahl-Variante hat sich am weitesten verbreitet. Das folgende Video erklärt Near Field Communication (NFC) in knapp 1:30 Min (Englisch):

Das Scannen von QR-Codes hat sich dagegen (noch?) nicht flächendeckend durchgesetzt, obwohl Payback Pay und Bluecode gegen diesen Trend ankämpfen (Stand: 3/2019).

+++ UPDATE (6/2019): Mobile Payment-Allianz setzt auf QR-Code +++ 

alipay-logo

Im Juni 2019 haben sich sechs Mobile Payment-Anbieter zusammengeschlossen. Die "Mobile Wallet Collaboration" besteht aus Alipay (China) und den folgenden Unternehmen: 

  1. Bluecode (Deutschland, Österreich)
  2. ePassi (Finnland)
  3. MOMO Pocket (Spanien)
  4. Pagaqui (Portugal)
  5. Pivo (Finnland)
  6. Vipps (Norwegen)

bluecode-logo

Diese Anbieter wollen das länderübergreifende Bezahlen ermöglichen. Sie kommen zusammen auf "nur" 5 Millionen Nutzer. Weitere Partner sollen aber noch folgen. Diese Allianz will sich unter anderem gegen Google Pay und Apple Pay stehen. Für dieses Ziel muss sie ihre Reichweite jedoch extrem steigern. 

+++ Update-Ende (6/2019) +++

nfc-logo-kontaktlos

Die Akzeptanz von Kreditkarten erkennen Sie meist an den Symbolen von Visa, Mastercard oder American Express (Amex). Ob ein Händler eine Zahlung per NFC-Technologie annimmt, finden Sie teilweise sogar erst am Lesegerät heraus. Neben den Logos der Kreditkarten-Gesellschaften gibt es noch das NFC-Symbol (siehe Bild rechts). Dieses sieht wellenartig und ähnlich wie das Wlan-Icon aus. Wollen Sie mobil per Smartphone oder kontaktlos per Kreditkarte bezahlen, achten Sie am besten auf die vier unterschiedlich großen Halbkreise.

Gibt es Branchen, in denen Mobile Payment überall funktioniert?

Mobile Payment spielt im Alltag der Verbraucher und des Handels in Deutschland trotz des Hypes nur eine kleine Rolle. Kontaltlose Zahlungen per NFC werden wie oben beschrieben vor allem von großen Ketten und weit verbreiteten Unternehmen akzeptiert. Dazu gehören viele bekannte Lebensmittel-Händler, Drogerie-Märkte, Restaurants, Fashion-Anbieter und Tankstellen (siehe Bild). Bei kleinen und kettenfremden Tankstellen ist die Akzeptanz dagegen möglicherweise eingeschränkt. Wenn Sie also unbedingt mobil bzw. kontaktlos bezahlen wollen, sollten Sie sich nach einer der großen Tankstellenkette umsehen. Zweifelsfrei möglich ist eine solche Zahlung bei den folgenden Tankstellenketten (Auswahl unvollständig):tankstellen-mobile-payment

Auch bei Supermärkten haben Sie gute Chancen, wenn Sie sich an die großen Ketten halten. Besonders bei Händlern wie Rewe sowie Kaufland, aber auch bei Discountern wie Aldi, Netto und Lidl können Sie überall in Deutschland mobil und kontaktlos bezahlen. Anders sieht es zum Beispiel bei Edeka aus. Die Filialen werden in der Regel von unabhängigen Gesellschaftern geführt. Diese können meist selbst über die Akzeptanz von Zahlungsmittel entscheiden. Sie können bei Edeka also nicht immer per NFC bezahlen. Gute Chancen, die neue Technologie zu nutzen, haben Sie allerdings bei den folgenden Supermärkten:

supermarkt-mobile-payment

Welche anderen Händler bieten Mobile Payment an?

aldi-sued-kasse

Wenn Sie sich in Deutschland auf die Suche nach weiteren Anbietern machen, bleibt meist das Motto: groß sollte das Unternehmen in der Regel sein. Denn viele deutschlandweit oder sogar weltweit agierenden Ketten akzeptieren Mobile Payment. Diese bieten im Vergleich zu den meisten kleinen Einzelhändlern eine vereinheitlichte Technologie, die in den meisten Filialen gilt. Bei den Fastfood-Ketten akzeptieren beispielsweise McDonald’s und teilweise Burger King auch die Zahlung mit Mobilgeräten. Im Handel zeigen sich dagegen immer mehr die früher konservativen Händler wie Saturn oder Media Markt als Vorreiter im Bereich der mobilen Bezahlung.

Wo kommt Mobile Payment sonst noch zum Einsatz?

Geldkarte-Fußballstadion_klein

Wenn Sie mobil per Smartphone bezahlen wollen, stehen Ihnen auch außerhalb des Handels noch einige Angebote offen. Konkret geht es dabei meist um geschlossene Systeme (Insellösungen). Sie können Mobile Payment mittlerweile in vielen Mensen oder auch in einigen Fußballstadien nutzen. Zu den Fußballvereinen, die mobiles und kontatloses Bezahlen im gesamten Stadion akzeptieren, gehört zum Beispiel RB Leipzig (Stand: 12/2018).

Mobile Payment spielt aber in immer mehr Bereichen eine zunehmend wichtige Rolle. Sie sollten also spätestens in wenigen Jahren weit mehr Mensen, Stadien und bei allen wichtigen Events per NFC bezahlen können. Immerhin können die Unternehmen vor Ort dadurch mehr und schneller Umsatz generieren.

Möglich ist eine mobile Bezahlung teilweise auch im öffentlichen Nahverkehr (z.B. in London). Viele Verkehrsverbünde bieten Mobile Payment zumindest an Ticketautomaten an – oder sie bieten gleich eine App dafür. Problematisch ist dabei allerdings, dass viele der Systeme deutschlandweit nicht kompatibel sind. Das bedeutet für Sie als Kunden meist einen erhöhten Aufwand, wenn Sie viel unterwegs sind. Sie können dann zum Beispiel nicht bei jedem Händler mit der selben Zahlungsweise bezahlen. Wenn Sie allerdings fünf verschiedene Lösungen benötigen, die Sie wiederum nicht überall nutzen können, sparen Sie am Ende keine Zeit mehr. Sie sollten sich daher lieber auf eine Lösung konzentrieren und nur bei daran teilnehmenden Händlern bezahlen. Ansonsten bringt Ihnen die mobile Zahlung nur wenig.

Was ist eigentlich Payback Pay?

payback-app-bezahlen

Payback Pay ist das 2016 in Deutschland eingeführte System der gleichnamigen American Express-Tochter. Der Bezahldienst funktioniert auf Basis der Lastschrift. Im Prinzip ist die Abwicklung recht einfach. Sie geben ein Lastschrift-Konto in Ihrer Payback-App an und verifizieren die Anmeldung mit einer PIN, die Ihnen in Form einer Abbuchung von einem Cent „übermittelt“ wird. Danach können Sie mit Payback Pay über einen QR-Code bzw. per NFC bezahlen.

Möglich ist die Lösung von Payback allerdings wieder nur bei ausgewählten Händlern. Die Akzeptanz von Payback Pay ist zum einen auf die folgenden Payback-Partner beschränkt (Stand: 3/2019):

  • Aral
  • dm
  • Galeria Kaufhof
  • real
  • Rewe
  • Alnatura
  • TeeGschwendner
  • Thalia
  • Penny

Mittelfristig sollen allerdings alle Payback-Händler die mobile Zahlungsweise akzeptieren. Ob das System auch auf andere Händler ausgeweitet wird, ist allerdings fraglich. Damit bleibt auch Payback Pay nur eine von vielen Lösungen, die Sie nur in einem begrenzten Rahmen einsetzen können.

Wie Payback Pay funktioniert, zeigt auch das folgende Video:

Welche MPayment-Lösungen kommen bei welchen Händlern zum Einsatz?

Generell gibt es im Bereich der MPayment-Lösungen derzeit nicht nur viele Anbieter, sondern auch drei komplett unterschiedlich funktionierende Systeme. Eben jene Systeme können Sie wiederum nur bei ausgewählten Händlern nutzen. Um eine Idee von den unterschiedlichen Technologien und den für Sie daraus folgenden Einschränkungen zu bekommen, wollen wir Ihnen die drei Systeme im Folgenden im Detail vorstellen.

Diese drei Mobile Payment Systeme gibt es (siehe Bild):

mobile-payment-systeme

 
Was ist ein geschlossenes System?

smartphone-in-haenden-klein

Geschlossene Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie nur bei einem einzigen Händler genutzt werden. Im Normalfall wird auch die Applikation im Rahmen eines geschlossenen Systems von dem Händler ausgegeben, bei dem Sie die App zur Zahlung nutzen können.

Für Sie als Kunden bringt ein solches geschlossenes System Vor- und Nachteile. Zum einen ist die Sicherheit dadurch erhöht, sodass ein möglicher Missbrauch begrenzt ist. Andererseits müssen Sie damit leben, dass Sie als Kunde nur einen sehr eingeschränkten Nutzen haben. Zudem müssen Sie möglicherweise zahlreiche Systeme nutzen, um zumindest bei Ihren Lieblingshändlern mobil bezahlen zu können.

Welche Händler nutzen geschlossene Systeme?

netto-logo

Das geschlossene System, die sogenannte Silo- oder Insel-Lösung, kommt in Deutschland nur bei wenigen Händlern zum Einsatz. Ein Beispiel dafür ist der Discounter Netto, der bereits seit Längerem auf ein geschlossenes System setzt. Damit hat sich Netto auch zum Vorreiter im Bereich der geschlossenen Lösungen aufgeschwungen.

Durch den Download einer App und der Angabe einer Zahlungsweise können Sie bei Netto deutschlandweit bezahlen. Ähnliche Lösungen bieten auch einige andere Einzelhändler an. Auch Payback Pay ist gewissermaßen in den Bereich der geschlossenen Systeme einzuordnen. Payback Pay ist allerdings bei mehr Händlern nutzbar (siehe oben).

Wie funktionieren offene Systeme?

Anders funktioniert das sogenannte offene System. Sie haben sicherlich schon von sogenannten Wallet-Lösungen gehört. Diese „elektronische Brieftasche“ ist der zentrale Bestandteil eines offenen Systems. Dabei stellt ein Anbieter einer Wallet diese nicht nur allen Kunden zur Verfügung, sondern bietet die Plattform quasi allen Händlern an. Konkret bedeutet das für Sie, dass Sie die Wallet im besten Fall bei einer Vielzahl an Händlern nutzen können.

applepay-logo-mottospruch

Sie dürfen sich über eine höhere Nutzerfreundlichkeit freuen, da Sie nur einmal Ihre Zahlungsdaten eingeben müssen und im besten Fall immer mit derselben App bezahlen können. Das offene System spielt zwar eine wichtige Rolle. Doch weltweit bekannte Anbieter wie Google Pay und Apple Pay haben ihre Lösungen erst im Jahr 2018 nach Deutschland gebracht. Samsung Pay ist hierzualnde dagegen noch nicht verfügbar (Stand: 3/2019).

sparkasse-mobilesbezahlen

Ebenso 2018 haben die Sparkasse sowie die Volksbanken und Raiffeisenbanken ihre Mobile Payment-Lösung "Mobiles Bezahlen" als App gestartet. Wie bei den anderen Anbietern, müssen Sie aber auch hier die Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen Kunde eines teilnehmenden Instituts sein. Außerdem benötigen Sie ein NFC-fähiges Android-Smartphone sowie die App "Mobiles Bezahlen". In dieser Wallet hinterlegen Sie Ihre Sparkassen-Card (Debitkarte = girocard = ehemals "EC-Karte") oder -Kreditkarte. Ähnlich wie bei anderen Diensten können Sie Beträge bis 25 Euro in der Regel ohne PIN bezahlen.

Wo kann ich eine Wallet-Lösung nutzen?

googlepay-logo-quadrat

Sie können eine Wallet-App im Gegensatz zum geschlossenen System nicht nur bei einem oder ausgewählten Händlern nutzen. Vielmehr steht Ihnen zumindest in der Theorie die Nutzung bei vielen Händlern offen.

Die Praxis sieht allerdings noch ein wenig anders aus. Denn nicht jede Wallet kann bei allen Händlern genutzt werden. Generell können Sie allerdings mit den meisten elektronischen Geldbörsen auch bei einer Vielzahl der Anbieter von mobilen Zahlungslösungen bezahlen. Informationen über die Händler, bei denen Sie Ihre Wallet nutzen können, erhalten Sie meist vom Anbieter der elektronischen Geldbörse selbst. Mittelfristig sollten Sie im Rahmen eines offenen Systems aber gut aufgestellt sein.

Wann können Sie bei mehr Händlern mobil bezahlen?

Sie wollen Mobile Payment in Zukunft verstärkt nutzen? Dann setzen Sie genau zur richtigen Zeit darauf. Denn Google Pay und Apple Pay werden dem Thema einen gehörigen Schub verpassen. Derzeit kann von einem Durchbruch zwar noch keine Rede sein. Vielmehr wird es in Deutschland noch etwas dauern, bis Sie bei allen Händler in Deutschland mobil und kontaktlos bezahlen können.

Gute Chancen haben Sie generell bei großen Supermarkt- und Tankstellen-Ketten. Bei kleineren oder kettenunabhängigen Händlern haben Sie dagegen eher geringe Chancen. Bis Ende des Jahres 2018 sollten aber schon ca. 80 Prozent der Kassenterminals im deutschen Handel kontaktlose Transaktionen akzeptieren, so der Handelsverband Deutschland (HDE). Bis zum Jahr 2020 sollen kontaktlose Zahlungen per NFC an allen Terminals im deutschen Handel möglich sein.

Bildquellen:

kontaktlos per NFC bezahlen: pixabay.com - kalhh
Alipay: Alipay
Bluecode: Bluecode
Aufzählungen: bezahlen.de
Aldi-Kasse: unternehmen.aldi-sued.de
Karte im Fußballstadion: EURO KARTENSYSTEME GMBH
Payback Pay: payback.net
Smartphone in Händen: Creativecommonsstockphotos | Dreamstime Stock Photos
Netto: edeka-verbund.de
Apple Pay: Apple
Mobiles Bezahlen der Sparkasse: dsgv.de
Google Pay: Google

Beliebte Girokonten

 
  • WhatsApp