Zeitpräferenz

Die Zeitpräferenz ist eine fundamentale Annahme der neoklassischen Wirtschaftstheorie. Sie besagt, dass Menschen einen Nutzen beispielsweise aus einem Gut etc. in naher Zukunft einem Nutzen desselben in ferner Zukunft vorziehen, obwohl die Bedingungen an sich gleich oder sogar besser sind bzw. wären. Gleichzeitig bevorzugen Konsumenten es, Kosten eher in ferner als in naher Zukunft tragen zu müssen.

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Zu differenzieren ist hierbei zwischen der Zeitpräferenz bei einem einzelnen Individuum und einer ganzen Gesellschaft.

1. Individuelle Zeitpräferenz
In der Neoklassik werden für eine Zeitpräferenz eines Individuums vier Gründe angeführt, die zu solch einem Verhalten führen können:

• Ungeduld und Kurzsichtigkeit (= Myopie)
• Unsicherheit und Unwissenheit über die Zukunft
• abnehmender Grenznutzen von Einkommen bzw. Konsum
• Produktivität von Kapital (Opportunitätskosten-Ansatz)

Die Individuen sind also risikoscheu und wollen eher sofort einen Erfolg sehen bzw. Nutzen genießen. Die Gefahr, zukünftig eventuell nicht mehr davon profitieren zu können, scheint für die Einzelnen einfach zu groß.

2. Gesellschaftliche Zeitpräferenz
Die Herleitung dieser erfolgt üblicherweise auf Basis der individuellen Zeitpräferenz. Allerdings können ganze Gesellschaften eher weniger als risikoscheu bezeichnet werden. Zudem kann man auch den opportunitätskosten-Ansatz hier nicht anbringen. Daher sind Darlegungen der Zeitpräferenz bezogen auf Gesellschaften eher schwierig.

Gemessen wird die Stärke Zeitpräferenz auf Grundlage der Zeitpräferenzrate, teilweise auch Diskontrate bezeichnet.

 
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