Wechselkurs, fester

Der feste Wechselkurs ist ein absolut starres Austauschverhältnis der inländischen Währung gegenüber ausländischen Währungen, Gold oder einem Währungskorb und wird von staatlicher Seite festgelegt. Man spricht auch von einem System fester (starrer) Wechselkurse, deren fixe Paritäten auf Vereinbarungen zwischen den beteiligten Ländern beruhen.

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Sind bei einem festen Wechselkurssystem gewisse Bandbreiten vereinbart, innerhalb denen sich die Kurse bewegen dürfen, so handelt es sich um feste Wechselkurse mit Bandbreiten oder bandbreitenfixierte Wechselkurse (relativ feste Wechselkurse). Als Beispiel kann hier der der Wechselkursmechanismus II (WKM II) von 1999 im Rahmen des Europäischen Währungssystems II erwähnt werden. Hier sind zwischen den Währungen der Länder der Europäischen Union (EU) und dem Euro feste Bandbreiten definiert (maximal ± 15 Prozent).

Systeme absolut starrer Wechselkurse fand man vor Allem zu Zeiten des Ersten Weltkrieges, als die Währungen der Länder in einem festen Austauschverhältnis zum Gold (Goldparität) standen. Erst im Laufe der Zeit entwickelten sich schließlich Systeme freier Wechselkurse, bei denen sich die Preise ausschließlich durch Angebot und Nachfrage auf den Finanzmärkten ohne staatliche Eingriffe oder Interventionen der Notenbanken bildeten. Durch die Rückkehr zu starren Kursen auf Grund von zahlreichen Hyperinflationen und Währungsspekulationen bei den flexiblen Wechselkursen kam es allerdings zu enormen Abwertungen wichtiger Währungen und führte zum Zusammenbruch des Goldstandards.

Vorteile fester Wechselkurse
•    Wegfall von Kosten für Devisentermingeschäfte zur Absicherung gegen Wechselkursrisiken auf Grund drastischer Schwankungen
•    feste Kalkulations- und Planungsbasis
•    Vermeidung von Inflation im eigenen Land
•    Abwertungen der Währungen zur Exportförderung werden verhindert
•    Stabilität der Wechselkurse durch starke Leitwährung
etc.

Nachteile fester Wechselkurse
•    Risiko der Überwertung der inländischen Währung in Folge starker Inflation
•    Zahlungsbilanzunausgeglichenheiten durch unterschiedliche Wirtschaftspolitik in den Teilnehmerländern möglich
•    Fehlende Flexibilität bei Änderungen des Devisenbedarfs
•    Inflationsimport möglich
•    Förderung der Währungsspekulation bei größeren Ungleichgewichten in den Ländern
•    Autonomie der Geldpolitik nicht möglich
etc.

Fester Wechselkurs zwischen Euro und Schweizer Franken

Der Schweizer Franken und der Euro hatten lange Zeit einen nahezu festen Wechselkurs. Eine Entscheidung der Schweizer Nationalbank hat das 2015 geändert. Seitdem hat der Euro gegenüber dem Schweizer Franken stark abgewertet. Zwischenzeitlich kam es sogar zu einer Währungsparität.

 
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