Ölpreisschock

Unter einem Ölpreisschock versteht man in der Phase einer Ölkrise den raschen und überdurchschnittlich starken Anstieg des Erdölpreises mit gravierenden gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen.

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Einen ersten Ölpreisschock in der Bundesrepublik Deutschland gab es in den 1870er Jahren. Das Wachstumstempo im Welthandel verringerte sich spürbar, als Folge reduzierte das Kartell der wichtigsten Ölländer, die Organisation der Erdöl exportierenden Länder OPEC (engl. Organization of the Petroleum Exporting Countries), die Fördermengen. So kam weniger Öl auf den Markt und damit verteuerte sich der wichtige Rohstoff.

Auch aus politischer Perspektive wurde das Öl verteuert: Die OPEC-Staaten nahmen den arabisch-israelischen Jom-Kippur-Krieg im Nahost-Konflikt aus dem Jahre 1973 als Anlass, um die Produktionsmenge zu verringern. Damit setzten sie viele Abnehmerstaaten unter Druck, die Israel mit Waffen versorgten. Der Ölpreis stieg in den Jahren zwischen 1972 und 1978 um rund 270 Prozent. Den westlichen Industriestaaten wurde damit auch ihre Abhängigkeit vom billigen Öl aus den OPEC-Ländern deutlich und zugleich zum Problem.

Der stark angezogene Ölpreis löste in vielen Abnehmerstaaten eine Rezession aus - darunter auch in Deutschland. Das Wachstum der Wirtschaft wurde durch den Ölpreisschock stark abgebremst. Im Jahre 1975 betrug die Abnahme des Bruttosozialprodukts 1,3 Prozent, nachdem sie im Jahr zuvor laut Statistischem Bundesamt ein Wachstum von nur 0,1 Prozent an den Tag legte. Deutschland befand sich damals am Rande einer wirtschaftlichen Rezession.

 
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