Mengentender

Der Mengentender (auch Festsatz-Tender genannt) ist ein Ausschreibungs- und Bietungsverfahren des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) beim Tenderverfahren im Rahmen der Offenmarktpolitik der Zentralbanken.

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Die Zentralbanken bieten den Geschäftsbanken im Zuge einer Ausschreibung eine entsprechende Menge Zentralbankgeld an und setzen dabei den Zinssatz fest (Festsatz). Im Gegenzug erteilen die Geschäftsbanken ihre Gebote, die den gewünschten Betrag an Zentralbankgeld enthalten.

Die Zuteilung des Zentralbankgeldes erfolgt hier grundsätzlich gleichmäßig auf die vorliegenden Einzelgebote der Banken. Da es aber oftmals zur Überzeichnung kommt, wird eine sogenannte Zuteilungsquote ermittelt. Dabei bezieht man das gesamt beabsichtigte Zuteilungsvolumens auf die gesamte Angebotssumme, indem die abgebenen Gebote zusammengefasst werden. Liegt die Quote beispielsweise bei 40 Prozent, bedeutet das für die Banken, dass ihnen 40 Prozent des von ihnen gewünschten Betrages zugeteilt wird.

Die Zuteilungsbeträge werden schließlich auf die nächsten vollen Euro abgerundet. Zusätzlich hat beispielsweise die Europäische Zentralbank (EZB) die Möglichkeit, jedem Geschäftspartner einen Mindestbetrag bzw. eine Mindestquote zuzuteilen.

Aus diesem Grund ergibt sich auch das Problem des Mengentenders. Die Geschäftsbanken neigten auf Grund der verhältnismäßig niedrigen Zuteilungsquote dazu, höhere Mengengebote abzugeben, um annähernd den gewünschten Betrag zu erhalten. Daher stellte die Zentralbank auch auf das Zinstenderverfahren um, wobei seit einigen Monaten wieder der Mengentender zum Einsatz kommt.

 
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