Lucas-Paradoxon

Das Lucas-Paradoxon beschreibt den Fluss von Investitionsgeldern, der sich entgegen der Erwartung - daher auch die Bezeichnung „Paradoxon“ - eher von den unterentwickelten armen Staaten in die reichen Industrienationen bewegt.

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Das auch allgemein als Kapitalstrom-Paradoxon (engl.: paradox of international capital flow) bezeichnete Phänomen ist keine Theorie, sondern empirische Tatsache. Wirtschaftswissenschaftler haben in diesem Zusammenhang festgestellt, dass Investoren wenig Vertrauen in die Volkswirtschaften armer Länder, und dort vor Allem in die unterentwickelte Infrastruktur, haben, auch wenn bei Investitionen die Gewinnmargen höher liegen und damit profitabler sind.

Konkreter Anlass für fehlendes Vertrauen sind handfeste Tatsachen:
In armen Ländern befinden sich die Arbeitskräfte grundsätzlich nicht nur in einem schlechteren gesundheitlichen Zustand als in hoch entwickelten Industrieländern (oder sie sind schlecht ausgebildet), sondern sie haben zudem nachweislich eine geringere Leistungsfähigkeit. Darüber hinaus liegt das fehlende Vertrauen vielfach in den politischen Systemen solcher Länder begründet, die als indifferent bzw. wenig stabil gelten und damit Investoren nicht nur keine Sicherheit, sondern gleichfalls keine Planungssicherheit für ihre Vorhaben bieten können. Damit verbunden ist vielfach eine hohe Bereitschaft zur Korruption auf allen Gebieten wie in Verwaltung, Politik und Privatwirtschaft, die Investoren abschreckt. Nicht zuletzt resultiert aus solchen Verhältnissen kein zuverlässiges Rechtssystem, auf das Unternehmer ihre Pläne bauen können.

 
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