Long-Lag-Theorie

Die Long-Lag-Theorie beschäftigt sich mit der Annahme, dass die finanzpolitischen Maßnahmen der Zentralbank erst sehr verzögert wirken und dadurch sogar kontraproduktiv sein können.

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Es wird unter Nationalökonomen die Meinung vertreten, dass viele Steuerungsinstrumente teilweise erst nach 2 Jahren auf dem Markt eine Reaktion auslösen. Die zu diesem Zeitpunkt bereits wieder veränderten Finanzmarktbedingungen werden unter Umständen dann ganz anders beeinflusst, als es anfangs geplant war.

Die Long-Lag-Theorie geht davon aus, dass dies mitunter sogar zu einer gegenteiligen Wirkung führt und eine schwierige Wirtschaftslage eher noch verstärkt als sie verbessert. Der geldpolitische Bremsweg vom Einsetzen eines Steuerungsinstrumentes bis zu dessen Wirkung an der zu beeinflussenden Marktgröße ist nur schwer vorherzusagen, weil viele Faktoren in den sich ständig bewegenden Finanzmarkt hineinspielen.

Geldpolitik wirkt vorwiegend durch Banken und durch Märkte. Sie dient der Anpassung der Geldnachfrage an das Geldangebot. Ist die Geldpolitik der Zentralbank auf einen Zeitraum von rund 14 Monaten ausgelegt, spricht man von einer kurzfristigen Ausrichtung. Bei einer Zeitspanne von etwa 5 Jahren und mehr handelt es sich um eine mittelfristige Ausrichtung.

Marktuntersuchungen haben ergeben, dass eher das Gegenteil von der in der Long-Lag-Theorie vertretenen Ansicht zutrifft. So soll sich im Euro-Währungsgebiet die Verzögerungszeit von Zentralbankmaßnahmen normalerweise auf höchstens 6 Monate beschränken.

 
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