Livre

Die Livre war in der Zeit zwischen dem 9. und 18. Jahrhundert eine Einheit der Silberwährung in Frankreich. Die Livre war stets nur eine Rechnungsmünze im französischen Silbermünzsystem. Rechnungswährung existiert nicht physisch, sondern wird ausschließlich als Zählmaß verwendet.

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Bis auf eine Ausnahme war die Livre nie eine real ausgemünzte Währungsmünze. Die Einheit einer Rechnungswährung wurde als Wertvergleich von ausgeprägten in- und ausländischen Kurantmünzen eingesetzt, die nicht dem festgeschriebenen Münzfuß entsprachen. So diente sie über Valvationstabellen als Münzvergleich für Behörden und Kaufleuten, denn es gab regional sehr unterschiedlich gewichtetes Edelmetallgeld, das als Zahlungsmittel Anwendung fand.

Anfangs war eine Livre, entsprechend ihrer Namensbedeutung „Pfund“, eine bestimmte Menge Silber, bei dem der Feingehalt exakt definiert war. Die Maßeinheit bestand aus 20 Sols oder 240 Deniers. Geprägt wurden diese Münzen aus einem Pfund Silber, rund 409 Gramm. Der Wert der Rechnungseinheit Livre war demnach von der Qualität der ausgeprägten Münzen abhängig. Mit der Zeit wurde jedoch der Feingehalt an Silber sowie des Münzgewichts reduziert, so dass auch eine Livre einen zunehmenden Wertverlust erfuhr. Ab 1795 übernahm der französische Franc (FRF) ihre Stelle als Zahlungseinheit. Dieser wiederum wurde mit der Europäischen Währungsunion 2002 durch den Euro abgelöst.

 
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