Kipper

Als Kipper bezeichnete man Münzfälscher, die Münzen einschmolzen, um daraus neue, minderwertige Geldstücke herzustellen. Hochkonjunktur hatten die Fälscher in Teilen Westeuropas zu Beginn des 17. Jahrhunderts.

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Hintergrund war die sich verschärfende Geldknappheit, die bereits seit der Mitte des 16. Jahrhunderts ein Problem darstellte. Die Bevölkerung in den Städten wuchs, zugleich ging das Angebot an Edelmetallen zurück, die jedoch für die Münzprägung unverzichtbar waren.

Die Kipper machten sich diese Situation zunutze, indem sie hochwertige Münzen aus dem Verkehr zogen, sie einschmolzen und das Metall durch minderwertige Beigaben streckten. Auf diese Weise konnten sie eine höhere Zahl neuer Münzen herstellen und sie als so genanntes „böses Geld“ in Umlauf bringen. Oftmals wurden die Münzen auch nicht komplett eingeschmolzen, sondern nur an den Rändern beschnitten.

Dem niederdeutschen Wort für „beschneiden“ – „kippen“ - verdanken die Münzfälscher auch ihre Bezeichnung.

Das massenhafte Aufkommen der gefälschten und minderwertigen Münzen war im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation relativ einfach, da es eine Vielzahl kleiner Fürstentümer gab, die zudem auch noch über das Recht verfügten, eigene Münzen zu prägen. Und gestützt auf die Reichsmünzordnung brachten etliche Landesfürsten Münzen mit einem deutlich niedrigeren Silbergehalt in Umlauf als ihn die Reichsmünzen enthielten. Zu leiden hatten unter der unübersichtlichen Lage und der zunehmenden Münzverschlechterung vor Allem abhängig Beschäftigte, die ihren Lohn in Münzen erhielten. Sie mussten erleben, dass beispielsweise Landwirte und Händler ihre Waren nur noch gegen harte Währungen verkauften, so dass die anderen Münzen zusehends an Wert verloren.

 
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