Inflation, gefühlte

Der Begriff „gefühlte“ oder „wahrgenommene Inflation“ kam mit der Einführung des Euro im Januar 2002 auf. Viele Leute hatten den Eindruck, dass die Preise in Deutschland sehr viel stärker gestiegen seien als in der offiziellen Teuerungsrate ausgewiesen. Schnell bekam der Euro den Spitznamen „Teuro“.

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Zu erklären ist dieses Auseinanderklaffen der gefühlten und der tatsächlichen Inflation folgendermaßen:

Die Inflationsrate wird von Experten mit Hilfe eines imaginären repräsentativen Warenkorbs ermittelt. Dieser Warenkorb umfasst einen Querschnitt aller konsumierten Waren. Sowohl alltägliche Ausgaben wie für Lebensmittel, Kleidung oder Dienstleistungen (z.B. Friseurbesuch) werden hier berücksichtigt, als auch eher hochpreisige Waren wie Möbel, Fernseher, Reisen und Autos. Das Hauptaugenmerk des Durchschnittsbürgers gilt allerdings den Dingen, die er häufig und regelmäßig benötigt, z.B. Lebensmittel und Benzin. Je geringer das Einkommen eines Haushalts ist, desto weniger wird für "Luxusgüter" ausgegeben, und desto mehr fällt es auf, wenn Grundnahrungsmittel teurer werden. Wenn alltägliche Dinge wie Milch oder Butter ein paar Cent mehr kosten merkt man das konkret an der Supermarktkasse. Da hilft es wenig, dass die Preise für Autos oder Fernseher stark gesunken sind, da dies Güter sind, die Ottonormalverbraucher sich (wenn überhaupt) nur alle paar Jahre leisten können. Hinzu kommt, dass man sich Negatives besser und länger merkt als Positives. Ein Preisanstieg wird somit viel stärker wahrgenommen als eine Preissenkung.

Im statistischen Warenkorb hingegen wird die Teuerung bei gering preisigen Gütern wie Milch oder Gemüse durch den Preisabstieg bei hochpreisigen Luxusgütern wieder ausgeglichen.

Die negativen Auswirkungen einer gefühlten Inflation dürfen nicht unterschätzt werden. Sie entsprechen denen einer tatsächlichen Inflation - die privaten Haushalte versuchen ihr Geld zusammenzuhalten und üben sich in Kaufzurückhaltung.

 
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