Handelskapital

Der Begriff „Handelskapital“ kann auf unterschiedliche Weise definiert werden. Einerseits handelt es sich dabei um das nach den Regeln der Buchhaltung festgestellte Vermögen eines Unternehmens und zum Anderen ist entsprechend der marxistischen Terminologie eine bestimmte Kapitalart damit gemeint.

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Karl Marx grenzte das Handelskapital vom Industrie- und vom Finanzkapital ab. Demnach entspricht das Handelskapital der Gesamtheit an Kaufleuten, die Ware einkaufen und verkaufen.

Der Austausch von Waren kommt in allen Gesellschaften vor, weil der Handel über größere Entfernungen und länderübergreifend erfolgt, ist eine Vorfinanzierung erforderlich. Es muss Kapital für den Handel bereit gestellt werden.

Die Notwendigkeit des Handels ergibt sich aus dem Bedarf an bestimmten Waren, die in einer Region nicht vorkommen oder nicht preiswert produziert werden können. Die Erzeugnisse müssen daher importiert werden. Eine wesentliche Forderung beim Handel besteht darin, die benötigten Waren so preiswert einzukaufen, dass abzüglich der mit der Beschaffung verbundenen Kosten, zum Beispiel Transportkosten, ein Gewinn erwirtschaftet wird.

In den meisten Gesellschaften haben sich bestimmte Gruppen von Kaufleuten auf den Handel mit Rohstoffen oder Produkten spezialisiert.

Weil dieses Handelskapital, zumindest in vorindustriellen Gesellschaften, nicht direkt an der Produktion von Gütern beteiligt war, sondern sich ausschließlich auf den Handel beschränkte, unterschied Marx das Handelskapital entsprechend vom Industriekapital. In der marxistischen Terminologie wird das Handelskapital vorwiegend negativ beurteilt und häufig auch als Wucherkapital bezeichnet.

 
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