Digitales Geld – Digitale Währungen

Digitales Geld gibt es zwar schon lange. Aber digitale "Währungen" sind aktuell in aller Munde, staatliche und private. Aber welche gibt es und wie funktionieren sie?

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Digitales Geld – Digitale Währungen

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Definition

Digitales Geld

"Digitales Geld" erklärt sich eigentlich schon von selbst. Denn Geld auf Bankkonten ist schon seit Jahren digital. Es kann dort aufbewahrt, in Form von Bargeld abgehoben oder elektronisch auf andere Konten verschoben werden.

Inzwischen gibt es aber eine neue Form von digitalem Geld: Digitale Währungen (siehe unten)

Digitale Währungen

Digitale Währungen werden im Englischen auch "Central Bank Digital Currency" (CBDC) genannt. Sie können eng und weit gefasst werden. Eng meint echte Währungen wie den Euro oder die Schwedische Krone in digitaler Form, also zum Beispiel den E-Euro oder die E-Krona. Weit gefasst geben auch private Unternehmen oder Organisation ihre eigene "Währung" aus (siehe unten).

Digitale Zentralbank-Währungen

Ein paar kleine Länder haben bereits eigene digitale Währungen eingeführt, wie zum Beispiel (Stand: 01/2021):

  • Bahamas
  • Venezuela

Andere Länder oder Verbände planen oder testen die Einführung einer eigenen digitalen Währung. Dazu gehören (Auswahl; Stand: 01/2021):

  • Europäische Union
  • China
  • Schweden
  • Russland

Damit gibt es neben dem Bargeld und dem Geld auf Bankkonten ein drittes Medium für Geld. Denn dank digitaler Währungen können Nutzer Geld innerhalb von Sekunden auch über Ländergrenzen hinweg versenden. Heutzutage dauert dies teilweise Tage oder gar Wochen und ist gebührenpflichtig.

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Beispiele (Auswahl)

Eurozone: E-Euro/Digitaler Euro

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Die Europäische Zentralbank (EZB) plant die Einführung des E-Euros als digitales und stabiles Zentralbankgeld – im Gegensatz zu privaten Komplementärwährungen. Die EU-Kommission unterstützt diese Pläne ausdrücklich und arbeitet mit der EZB in einer Expertengruppe, um Fragen um den E-Euro zu klären. 

Der digitale Euro soll neben dem Bargeld und dem Geld auf Bankkonten als drittes Medium existieren. Der E-Euro soll das Bargeld nicht ersetzen, sondern ergänzen (wahrscheinlich im Gegensatz zum E-Yuan in China; siehe unten).

Nutzer sollen ein Konto direkt bei der EZB bekommen. Dieses soll (vorerst) ein begrenztes Guthaben von 3.000 Euro aufweisen. Damit soll verhindert werden, dass Bürger zum Beispiel in Krisenzeiten große Geldmengen von ihren "normalen" Bankkonten in digitales Geld umwandeln. Im Alltag sollen Nutzer den E-Euro in Sekundenschnelle an andere User schicken können – auch über Ländergrenzen hinweg. Dies dauert je nachdem aktuell noch Tage und ist teilweise auch gebührenpflichtig.

Der digitale Euro soll wohl bereits ab Mitte 2021 für sechs Monate getestet werden. Verläuft diese Pilotphase erfolgreich, soll er Anfang 2021 flächendeckend in der Euro-Zone eingeführt werden. Allerding sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde im Januar 2021, dass sie mit der Einführung eines digitalen Euro spätestens in fünf Jahren rechnet:

"Wir werden einen digitalen Euro haben. Das ist nicht für morgen, das wird einige Zeit benötigen, um sicherzustellen, dass es etwas gibt, was sicher ist.

Bereits Ende 2020 sagte Lagarde:

"Wir sollten darauf vorbereitet sein, einen digitalen Euro einzuführen, sollte dies erforderlich werden."

Vom 12. Oktober 2020 bis 12 Januar 2021 befragte die EZB Bürger, Fachleute aus Wissenschaft und Finanzsektor sowie Behördenvertreter zum digitalen Euro. 8221 Antworten erreichten die EZB dazu. Sie sollen im Frühjahr 2021 vorgestellt werden. Mitte 2021 will die Europäische Notenbank eine Grundsatzentscheidung treffen, ob das Projekt "E-Euro" weiterverfolgt wird.

China: E-Yuan/Digitaler Yuan

Die chinesische Notenbank People’s Bank of China (PBoC) arbeitet seit 2014 an einer eigenen digitalen Währung als gesetzlichem Zahlungsmittel. Diese hat verschiedene Namen:

  • E-Yuan
  • Digitaler Yuan
  • Digital Renminbi
  • E-Renminbi

Für die Nutzung ist kein Bankkonto nötig. So können auch Ausländer und andere Menschen ohne eigenes Konto die digitale Währung in China nutzen.

Ähnlich wie viele Bezahldienste in Europa funktioniert der E-Yuan mit Near Field Communication (kurz NFC). User halten zum Beispiel ihre zwei Smartphones aneinander, um Geld auszutauschen. Ein Internetzugang ist dabei nicht nötig – ganz im Gegensatz zu Alipay oder Wechat Pay (sehe unten). 

China testet seine digitale Währung wohl bereits in der Praxis (Stand: 01/2021). Bis Dezember 2020 war sie nur in stationären Ladengeschäften in einigen chinesischen Städten einsetzbar. Seitdem kann der digitale Yuan auch auf der chinesischen Shopping-Website jd.com beim Kauf ausgewählter Produkte eingesetzt werden.

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Die Pilotphase könnte im Frühjahr 2021 abgeschlossen sein. Denn laut europäischen Zentralbankern soll sie noch im Laufe des Jahres ausgerollt werden. Demnach soll der E-Yuan schon während der Olympischen Winterspiele im Februar 20222 verfügbar sein.

Das Land will damit wohl die weltweite Monopolstellung des US-Dollars brechen. Außerdem könnte der Staat so die Kontrolle über das digitale Zahlungssystem zurückgewinnen. Denn aktuell bezahlen viele Chinesen bereits per Alipay und WechatPay. Diese Vormachtstellung soll wohl ebenso gebrochen werden.

Laut dem Mercator Institute for China Studies (MERICS) bezahlen mehr als 80 Prozent der 900 Millionen mobilen Internetnutzer in China bereits per Smartphone. Der chinesische Staat hätte zudem auch die Übersicht über alle digitalen Transaktionen. Die Regulierungsbehörden könnten dann den gesamten Geldfluss überwachen.

Um die eigenen Bürger an die digitale Währung zu gewöhnen, hat die staatliche People’s Bank of China Ende 2020 eine Lotterie in den Städten Shenzen und Suzhou durchgeführt. 100.000 Gewinner haben Codes für digitale Yuan im Wert von jeweils rund 30 Euro erhalten. Auch Anfang 2021 gab es eine weitere, ähnliche Lotterie in einer weiteren Stadt. 

Schweden: E-Krona

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Die schwedische Zentralbank Riksbank arbeitet seit 2017 Projekt E-Krona. Bis Februar 2021 läuft ein Pilotversuch, in dem simulierte Nutzer die E-Krona testweise in einer digitalen Wallet halten, und Transaktionen sowie Abhebungen per App tätigen sollen.

Die schwedische Regierung will seit Ende 2020 prüfen, ob es nur noch die digitale Währung nutzen könnte. Aktuell soll die E-Krona das Bargeld laut Riksbank jedoch nicht ersetzen, sondern nur ergänzen. Denn die digitale Währung muss nicht nur funktionieren, sondern auch für alle verfügbar sein.

Der Anteil der Barzahlungen in Schweden lag 2020 bei nur 9 Prozent. Zehn Jahre zuvor waren es immerhin noch 39 Prozent. Inzwischen bezahlen aber viele Schweden digital, vor allem per Smartphone-App Swish.

Bahamas: Sand-Dollar

Die Bahamas waren im Oktober das weltweit erste Land, das mit dem Sand-Dollar offiziell eine eigene digitale Zentralbank-Währung ausgegeben hat. Sie ist seit dem 20. Oktober für knapp 400.000 Einwohner verfügbar. Die Nutzer können das Geld per Smartphone versenden. Mindestens 90 Prozent der Einwohner haben ein Smartphone.

Bereits 2019 startete ein Pilotprogramm mit 48.000 digitalen Sand-Dollar auf zwei der 700 Bahamas-Inseln. Der Staat liegt südöstlich von Florida.

Private/Unabhängige Digital-Komplementärwährung von Unternehmen oder Organisation

Private Komplementärwährung sind digitale "Währungen" von Unternehmen oder Organisation. Offiziell dürfen sie gar nicht Währung genannt werden. Denn diese muss in der Regel von einer Zentralbank herausgegeben werden. Bitcoin, Diem (ehemals Libra) und Co sind oder sollen jedoch (eigentlich) unabhängig von diesen staatlichen Institutionen sein (mehr dazu siehe unten).

Beispiele

Facebook: Diem (ehemals Libra)

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Facebook hat die private Komplementärwährung Diem (damals noch unter dem Namen Libra) im Juni 2019 erstmals in einem Whitepaper angekündigt. Diese Neuigkeit hat eine große Welle von Kritik – vor allem von Zentralbanken und anderen staatlichen Stellen und Politikern – hervorgerufen. In dem zweiten Whitepaper im April 2020 reagierte Facebook auf diese Kritik und änderte einige Punkte.

Im November hieß es, dass Libra bereits im Januar 2021 starten würde (, was nicht eintrat). Im Dezember 2020 kündigte die Libra Association dann die neue Marke Diem an. Sicher ist, dass Facebooks rund 3 Milliarden Nutzer Diem noch im Jahr 2021 nutzen sollen. Ab wann genau dies geplant ist, ist zumindest offiziell nicht bekannt.

Grundsätzlich sollen Nutzer Diem dann mit ihrer eigenen Landeswährung kaufen können. Die Diem Association soll dieses Geld möglichst sicher anlegen und in US-Dollar umwandeln. Der erwünschte Gewinn soll in die Diem Association fließen, welche zum Beispiel die Technik hinter der Komplementärwährung bereitstellt. Private Nutzer sollen keine Guthabenzinsen bei Diem erhalten.

Kryptowährungen wie Bitcoin und Co

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Kryptowährungen sind ebenso keine echten Währungen. Denn sie sind in der Regel vollkommen unabhängig von Zentralbanken. Kryptowährungen basieren – wie der Name bereits verrät – auf kryptographischen Werkzeugen wie Blockchains und digitalen Signaturen. Die Blockchain dient als Sicherheits-Mechanismus, indem eine Reihe von Daten geschickt miteinander verknüpft werden.

Es gibt mehrere tausend Kryptowährungen. Zu den größten und bekanntesten gehören unter anderen (Auswahl; Stand: 01/2021):

  • Bitcoin
  • Ether
  • Tether
  • Ripple
  • Binance Coin

Bitcoin wurde 2009 als erste Kryptowährung öffentlich gehandelt. Aktuell ist sie die größte und wohl bekannteste Kryptowährung der Welt. Daher werden alle anderen in der Regel als Altcoins bezeichnet. Alt- steht dabei für "Alternative zu Bitcoin". Anfang 201 erreichte Bitcoin einen Wert von mehr als 40.000 Dollar:

An dem Verlauf ist die hohe Volatilität von Bitcoin zu erkennen. Der Wert schwankt also dermaßen, dass der Einsatz bei Käufen zwar schnell teuer oder aber sehr günstig werden kann.

Bei einer Bundesbank-Umfrage im Herbst 2020 gaben 3 Prozent der Teilnehmer an, dass sie schon mal Krypto-Token gekauft hätten. Weitere würden dies erwägen. 80 Prozent der Befragten können sich das nicht vorstellen.

Kryptowährungen bei Unternehmen

Anfang Februar 2021 haben Visa und Mastercard offiziell bekannt gegeben, dass sie Kryptowährungen noch im selben Jahr unterstützen werden. Visa möchte Banken eine Schnittstelle zur Verfügung stellen, über die ihre Kunden mit Kryptogeld handeln können. Mastercard wiederum möchte einige Kryptowährungen als Zahlungsmittel anerkennen. 

PayPal hat bereits im Oktober 2020 angekündigt, dass Kunden zukünftig mit Kryptowährungen handeln können. Der Bezahldienst selbst wird aber wohl kein Geld in Bitcoin und Co investieren (siehe unten: Tesla). 

Ebenso Anfang Januar hat Elon Musk veröffentlicht, dass sein Unternehmen Tesla Bitcoins für 1,5 Milliarden US-Dollar gekauft habe. Außerdem will der E-Autobauer noch dieses Jahr Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren. 

Lesetipp: Alles zu PayPal

Bildquellen:

Digitale Euro-Banknote: pixabay.com | geralt
Bargeld und Laptop: Julia Lazarova | Dreamstime
Yuan & Bitcoin: pixabay.com | RABAUZ
Schwedische Krone: pixabay.com | ooceey
Libra: pixabay.com | geralt
Bitcoin: pixabay.com | geralt

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