Bankkarte weg – was nun?

Ihr Portemonnaie ist verschwunden und/oder die Bankkarten sind weg – diese Vorstellung ist für viele Verbraucher das Schreckensszenario schlecht hin. Was sollten Sie unbedingt unternehmen, wenn Sie Ihre Bankkarte verloren haben oder diese gestohlen wurde – und das vielleicht sogar im Ausland? Wir geben Ihnen wichtige Tipps.

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Schnell, aber besonnen reagieren

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Ohne Moos nichts los", sagt ein Sprichwort. Diese Weisheit gilt vor allem auf Reisen und erst recht im Ausland. Haben Sie Ihre Bankkarte verloren oder wurde sie bzw. gleich die ganze Geldbörse gestohlen? Es kann auch passieren, dass Ihre Karte vom Geldautomaten eingezogen wurde. Bei all diesen Situationen sollten Sie zwar schnell, aber überlegt handeln. Der folgende Ratgeber-Text zeigt Ihnen wie.

Ruhe bewahren

Ist Ihre Bankkarte unauffindbar, heißt das nicht automatisch, dass sie unwiderruflich verschwunden ist bzw. gestohlen wurde. Gehen Sie in sich, denken Sie noch einmal darüber nach, wann Sie die Karte das letzte Mal in der Hand hatten und wo sie überall sein könnte. Ihre Familienmitglieder und Freunde helfen Ihnen sicher gern bei der systematischen Suche. Gehen Sie am besten nach dem Vier-Augen-Prinzip vor. Denn wie oft ist es schon vorgekommen, dass Sie bereits an einem Ort gesucht haben, die Karte oder Ähnliches aber trotzdem übersehen haben?

Sperrhotline anrufen

Haben Sie zeitnah alle möglichen Fundorte abgesucht, sollten Sie umgehend die zentrale Sperrhotline anrufen. Sonst kann ein Finder oder ein Dieb schon Ihr Bankkonto leergeräumt haben. Die Rufnummer lautet 116 116 (aus Deutschland). Sie können diesen Service jederzeit, also 24 Stunden am Tag, kostenlos nutzen. Aus dem Ausland sollten Sie noch die Landesvorwahl für Deutschland verwenden, sodass Sie folglich die Nummer +49 116 116 wählen müssen. Außerhalb von Deutschland müssen Sie für diesen Anruf Gebühren zahlen. Diese Kosten liegen aus dem Mobilfunknetz bei maximal 42 Cent pro Minute.

Mit dieser Nummer können Sie 95 Prozent der Debit- und Kreditkarten sperren lassen. Dazu gehören:

  • girocard (umgangssprachlich EC-Karte)
  • Maestro
  • Visa
  • Mastercard
  • American Express
  • Diners Club

Rufen Sie von einem Festnetztelefon aus dem Ausland an, können Sie auch ein R-Gespräch führen, sodass Ihr Gesprächspartner die Kosten für den Anruf übernimmt. Die Nummer dafür lautet: +49 30 4050 4050. Vor diesen Anrufen – egal über welche Nummer – sollten Sie aber alle wichtigen Nummern zu Ihrer Bankkarte bereithalten. Dazu zählen:

  • Name der kartenausgebenden Bank oder Sparkasse
  • Bankleitzahl der kartenausgebenden Bank oder Sparkasse
  • Kreditkartengesellschaft (Visa, Mastercard, American Express, usw.)
  • Kreditkartennummer

Haben Sie ein Smartphone und kostenloses Internet zur Verfügung, zum Beispiel per Wlan im Hotel, können Sie auch die sogenannte SperrApp von kartensicherheit.de für iOS- und Android-Geräte herunterladen. Damit sparen Sie sich unter Umständen den kostenpflichtigen Anruf aus dem Ausland und damit weitere Extra-Kosten. Beachten Sie aber, dass Sie über die mobile Anwendung nur Ihre girocard sperren lassen können. Um zum Beispiel Kreditkarten zu sperren, wird ein Anruf an den Sperr-Notruf 116 116 aufgebaut.

Kreditinstitut anrufen

Wollen Sie Ihre Bankkarte lieber bei Ihrem Kreditinstitut sperren lassen, können Sie dieses auch direkt anrufen. Im Folgenden finden Sie die dafür notwendigen Nummern.

Mastercard Karte

0800 819 1040 (aus Deutschland; kostenfrei)
+1-800-627-8372 (aus den USA)
+1-636-722-7111 (außerhalb der USA per R-Gespräch)

VISA Karte

0800 811 8440 (aus Deutschland; kostenfrei)
+1 303 967 1096 (R-Gespräch bei Festnetz aus dem Ausland)

American Express

069 97 97 2000 (aus Deutschland)
+49 69 97 97 2000 (aus dem Ausland)

+49 69 9797 2000 (weltweit)

Diners Club

069 900 150-135 oder 069 900 150-136
+49 69 900 150-135 oder +49 69 900 150-136

debitkarte

Teilweise können Sie über diese Rufnummern auch gleich eine neue Karte an Ihre Heimatadresse bestellen. Der Versand an eine andere Adresse oder gar ins Ausland dürfte sich in der Regel schwer gestalten. Vor der Bestellung einer neuen Bankkarte sollten Sie aber bedenken, dass die alte unter Umständen immer noch auftauchen könnte. Damit könnten Sie sich die Gebühren für die neue Karte sparen. Diese Entscheidung hängt aber mit Sicherheit von den Umständen ab: benötigen Sie Ihre Bankkarte so schnell wie möglich wieder oder haben Sie eine Zweitkarte, genug Bargeld zur Hand oder einen Partner, der Ihnen finanziell aushelfen kann?

Viele Kreditinstitute versprechen Ihnen schnellen Ersatz der Karte. Die Sparkasse will Ihnen Ihre verschwundene Kreditkarte sogar innerhalb von 48 Stunden ersetzen. Fragen Sie am besten direkt am Telefon nach. Die Servicekräfte helfen Ihnen sicher gerne weiter.

Fundbüro

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Haben Sie Ihre Bankkarte oder Ihre gesamte Geldbörse verloren, lohnt sich vielleicht der Weg oder zumindest der Anruf beim lokalen Fundbüro oder der nächsten Polizeistation. Einheimische Gastgeber oder die Online-Recherche führen Sie mit Sicherheit schnell zum Ziel.

Lassen Sie gleich einen Vermerk vor Ort, falls Ihre Bankkarte doch noch gefunden wird oder Sie melden sich nach ein paar Tagen erneut. Hilfreich ist dabei eine genaue Beschreibung. Auch hier sollten Sie wieder die wichtigsten Informationen, also die Bankleitzahl, Kontonummer oder Ihre Kreditkartennummer zur Hand haben.

Anzeige erstatten

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Sie sollten zusätzlich zeitnah Anzeige bei der Polizei gegen den unbekannten Dieb oder Räuber erstatten. Schreiben Sie sich deshalb den Ort, die Zeit und die genauen Umstände des Geschehens auf, um es bei der Aufnahme der Anzeige parat zu haben. Lassen Sie sich auch den Namen des Polizisten geben, der die Anzeige aufnimmt und fragen Sie nach einer Bescheinigung der Anzeigenerstattung, falls Sie diese nicht sowieso erhalten. Bei einigen Polizeibehörden können Sie die Anzeige auch schon online aufgeben. Diese Möglichkeit erspart Ihnen Zeit und Geld, falls das nächste Revier der Behörde weit entfernt ist.

Der Besuch bei der Polizei hat aber noch einen weiteren Vorteil: Wurde Ihnen Ihre Bankkarte mit Bezahlfunktion gestohlen, kann diese teilweise trotzdem eingesetzt werden. Der Dieb oder Räuber muss dafür "nur" Ihre Unterschrift fälschen. Damit basiert der Kauf auf dem Lastschriftverfahren. Der Dieb bezeugt mit Ihrer Unterschrift, dass das Konto gedeckt ist. Das tatsächliche Guthaben wird an der Kasse nicht in Echtzeit abgefragt. Gegen diese Masche können sie vorgehen, denn die Polizei arbeitet mit vielen Händlern zusammen. Dieses Projekt nennt sich Kuno. Diese Abkürzung steht für "Kriminalitätsbekämpfung im unbaren Zahlungsverkehr unter Nutzung nichtpolizeilicher Organisationsstrukturen". Die Behörde gibt die Kartensperrung an diese Geschäfte weiter, sodass Ihre Karte auch per Unterschrift nicht mehr eingesetzt werden kann. Dafür benötigen Sie folgende Daten:

  • Ihre Bankleitzahl und den Namen von Ihrer Bank
  • Ihre Konto-Nummer
  • die Nummer von Ihrer Bankkarte oder Kreditkarte

Sperrung zurücknehmen

Haben Sie Ihre Bankkarte doch in der Sofaritze oder an einem anderen Ort wiedergefunden, ist die Erleichterung erst einmal groß, denn immerhin wurde kein Geld entwendet. Haben Sie Ihre Karte bereits sperren lassen, lässt sich dies in der Regel nicht mehr rückgängig machen – vor allem nicht bei Kreditkarten. Sie können aber zur Sicherheit bei Ihrem Kreditinstitut anrufen und nachfragen.

Ist Ihre Bankkarte wieder aufgetaucht und Sie haben bereits Anzeige erstattet, sollten Sie die Polizei über den Fund informieren. Die Behörde verfolgt diese Anzeige sonst weiter. Die Kuno-Sperrung (siehe oben) kann damit auch aufgehoben werden.

Aus Fehlern lernen

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Sie können zukünftig aber aus Ihren Fehlern lernen: Passen Sie noch besser auf Ihre Wertsachen auf. Bewahren Sie Ihre Geldkarte niemals zusammen mit der dazugehörigen PIN auf, so machen Sie es Kriminellen noch leichter. Gehen Sie mit Ihrer Bankkarte wie mit Bargeld um, denn wenn Sie nicht grob fahrlässig handeln, erstattet Ihnen Ihre Bank oder Sparkasse das Geld beim missbräuchlichen Einsatz Ihrer Karte. Grob fahrlässig handeln Sie unter anderem, wenn Sie Ihre Geldbörse unbeobachtet liegen lassen.

Besorgen Sie sich eine zweite Bankkarte, zum Beispiel eine kostenlose Prepaid-Kreditkarte. Darauf können Sie etwas Geld aufladen, sich aber nicht verschulden. Besorgen Sie sich vor Reisen ins Ausland immer etwas Bargeld, so stehen Sie nie ganz blank da. Sie können bei Ihrer Bank oder Sparkasse auch eine maximale Grenze pro Tag für das Abheben von Bargeld festlegen. Damit machen Sie es Dieben, die Ihre PIN ausgespäht haben, zumindest etwas schwerer.

Bildquellen:

Geld abheben: © Sanja Grujic | Dreamstime.com
Verlorene Geldbörse: kartensicherheit.de

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